CD-Review: Five The Hierophant - Over Phlegethon

Besetzung

महाकाली - Gitarre, Streichgitarre, Rag-Dung, Violine
Mitch - Bass, Effekte
Chris - Schlagzeug, Temple Bells, Djembe, Shakers, Gong

Tracklist

1. Queen Over Phlegethon
2. Vampire
3. Seafarer
4. Der Geist Der Stets Verneint
5. Sepulchre
6. Omen Tree


Die Krux am Avantgarde (Black) Metal ist die, dass sowohl hervorragendes Material als auch qualitativ unterirdische Alben diese Bezeichnung erhalten können: Sobald von der gängigen Instrumentierung abgewichen und ein eher ungewöhnliches Instrument zuhören ist, fällt das Charakteristikum Avantgarde. Sehr zum Ärger von Pionieren wie Sigh, A Forest Of Stars, Solefald oder Dødheimsgard, deren Experimentierfreudigkeit schier unbegrenzt ist.

Nun tritt allerdings das britische Trio FIVE THE HIEROPHANT auf den Plan; wild entschlossen, mit ihrem Debüt „Over Phlegethon“ ebenfalls mit dieser Kreativität aufwarten zu können, die über den Tellerrand-Hörer entzücken dürfte. Ausgestattet mit Glocken, Djembe, Rag-Dung, Violine, Saxophon, Streichgitarre und vielerlei Effekten schicken sich die Engländer an, diese Töne in etwas Hörbares umzuwandeln, mit anfänglichen Erfolg.

Tatsächlich machen die unterschiedlichen Instrumente in der Vorstellung ein größeres Wirrwarr als auf der Platte schlussendlich zu hören ist. Mag die Instrumentierung allein vom Lesen zu etwas Kopfzerbrechen führen, lässt „Over Phlegethon“ diese Vorahnung schnell wieder verschwinden. Mit einem lässigen Gitarrenspiel, dessen Stoner-Schlagseite überrascht, leiten FIVE THE HIEROPHANT in ihren Erstling ein, der sich im weiteren Verlauf eher als ein dreiviertelstündiger Song entpuppt den als sechs Tracks. Der Grund hierfür liegt in dem stets ähnlichen Motiv, dessen sich die Briten bedienen: Exotischer Klingklang, etwas Effekthascherei, der regelmäßige Aufschrei des Saxophones, ab und an ein Sprachsample, allessamt eingebettet in ein schleppendes Drumming und dem Stoner-lastigen Riffing.

Diese interessante Vermischung wirkt in eins, zwei Tracks, allerdings nicht auf Albumlänge. Beschreibt das Trio ihre Musik als „instrumental ritualistic soundscapes, a psychodelic fusion of black metal / jazz / post metal and ambient„, vergeht die Freude daran nach bestenfalls einem Viertel von „Over Phlegethon“. Zu wenig Steigerung zeigen FIVE THE HIEROPHANT im weiteren Verlauf, zu wenig Abwechslung bieten die Briten, nachdem der Hörer ihre Songstruktur einmal durchschaut hat.

Es wirkt, als wären die fünf Songs nach dem Opener jeweils dessen Replikat, so schnell und so sehr stagnieren FIVE THE HIEROPHANT. Wirkte „Over Phlegethon“ anfänglich erfrischend kreativ, gelingt es der Band nicht, diesen Überraschungsmoment aufrecht zu erhalten. Vielmehr verkommt der Rest des Albums zu einer netten Hintergrund-Beschallung.

Bewertung: 5.5 / 10

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