CD-Review: Fleurety - The White Dead

Besetzung

Alexander Nordgaren - Gesang, Gitarre
Svein Egil Hatlevik - Gesang, Synthesizer, Schlagzeug, Ukulele

Tracklist

1. The White Death
2. The Ballad Of Copernicus
3. Lament Of The Optimist
4. Trauma
5. The Science Of Normality
6. Future Day
7. Ambitions Of The Dead
8. Ritual Of Light And Taxidermy


Anfang des Jahres legten die Norweger von FLEURETY (mal wieder) eine EP vor, bei der ich mich fragte, ob diese „ein ausgedehnter Appetizer vor dem opulenten Mahl“, also einer neuen Full-Length, darstellen soll; eine angebrachte Frage, nachdem das Duo zuletzt nur EP’s veröffentlichte. Und tatsächlich, ein neues Album folgte noch im gleichen Jahr. Inwiefern es sich dabei um ein opulentes Mahl handelt, werden die kommenden 43 Minuten von „The White Dead“ zeigen.

Bereits in den ersten Minuten wird klar, dass Fans der Avantgarde-Rocker Ved Buens Ende sowie Virus auf ihre Kosten kommen könnten, denn mit ihrem dritten Album entfernen sich  FLEURETY nochmals deutlich von ihren Black-Metal-Wurzeln hin zu einer düsteren Avantgarde-Rock-Band. Angesichts dessen, dass die beiden oben genannten Gruppen dieses Subgenre bereits mit guten Platten bedienen bzw. bedient haben, ist die Erwartungshaltung an ein „The White Dead“ in dessen weiteren Verlauf nur noch höher.

Besonders Hörer mit Virus‘ aktuellem Album „Memento Collider“ im Ohr dürften sich schlussendlich nur kaum bis überhaupt nicht von FLEURETY unterhalten fühlen, denn die acht Tracks wirken durchweg sperrig und zugleich zäh. Ohne melodiöse Eckpunkte versehen, weit entfernt von erstaunlichen Riffs und beinah nervig werdend, ist diese Platte, auf die Fans 17 (!) Jahre lang warten mussten, ein gewaltiger Schuss vor den Bug! Was Nordgaren und Hatlevik dazu brachte, sich mit Songs von dieser minderen kompositorischen Qualität ins Studio zu wagen, bleibt ebenso unklar wie die häufigen Vergleiche mit ihren Landsmännern von Dødheimsgard, denen FLEURETY auf „The White Dead“ zu keinem einzigen Zeitpunkt auch nur annähernd gerecht werden.

Hat der Hörer die sich beinah unendlich ziehenden 43 Minuten hinter sich gebracht, dürfte er sich bewusst werden, dass die letzte EP „Fragmenta Cuinsvis Aetatis Contemporaneae„, versehen mit nur zwei Tracks, wesentlich unterhaltsamer war als  ihr Drittwerk. Die Verschiedenartigkeit der beiden Songs zeugte von mehr Kreativität als all das auf „The White Dead“ gebotene Material. FLEURETY haben diese Platte sicherlich aufgenommen, um ihren Fans einen Gefallen zu tun, schlussendlich spricht ihr neues Album aber weder für die Schaffenskraft der Norweger noch serviert es das opulente Mahl, auf das 17 zehrende Jahre gewartet werden musste.

Bewertung: 3.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: