Review Goatwhore – Carving Out The Eyes Of God

  • Label: Metal Blade
  • Veröffentlicht: 2009
  • Spielart: Death Metal

Mit GOATWHORE sprang ich mal wieder ins kalte Wasser und auf ihrem aktuellen Album „Carving Out The Eyes Of God“ kam irgendwie auch was anderes bei rum, als ich erwartet hätte. Klar, den Namen der Band hatte ich irgendwo schon mal gehört, Unbekannte sind sie ja auch nicht, immerhin haben sie seit 1997 schon drei mehr oder minder erfolgreiche Alben rausgebracht, musikalisch hatten sie bis dato allerdings noch nicht meinen Weg gekreuzt und da Bandname, Albentitel und die ganze Aufmachung mich irgendwo auf Black Metal vorbereiteten, war ich vom tatsächlichen Sound des Quartetts aus New Orleans doch ein wenig erstaunt.

Klar enthält „Carving Out The Eyes Of God“ hier und da das eine oder andere schwarzmetallische Riff, geschrien wird hin und wieder auch mal, aber die meiste Zeit vertreiben GOATWHORE sich mit eher nordisch angehauchtem Death Metal. Ich fühlte mich tatsächlich hier und da rein musikalisch an Arch Enemy erinnert, allerdings an eine etwas monotonere Version der Schweden.
Ja, GOATWHORE sind monoton. Ziemlich monoton sogar. Schlagzeuger Simmons prügelt die ganzen 45 Minuten so ungefähr den selben Rhythmus durch, halt in variierenden Geschwindigkeiten und hin und wieder mal ein kleiner Trommelwirbel dazwischen, Sammy Duet sägt Palm-Mute-Powerchords im Akkord und der mittlerweile aus der Band ausgestiegene Nathan Bergeron treibt sich auch irgendwo mit seinem Bass rum, obwohl die Produktion aber Hand und Fuß hat, ist der Knabe recht schwer auszumachen. Dazu gesellt sich Gesang aus ganzen drei Kehlen, was ich ohne den Hinweis bei den Metal Archives aber niemals vermutet hätte, den Löwenanteil der Vocals steuert wohl Ben Falgoust II bei, wirklich impressives leistet der gute Mann aber nicht, seinen Gesangsstil könnte man schon beinahe in die Metalcore-Schublade stecken.

Handwerklich ist das alles dann glücklicherweise ziemlich in Ordnung, „Carving Out The Eyes Of God“ geht gut durch die Boxen ins Ohr rein, dummerweise aber genau so gut aus dem anderen Ohr wieder raus. Einprägsame Parts gibt’s wenige, ich hab die CD jetzt etwa ein Dutzend mal gehört und ich kann mich an ganze zwei erinnern, eins davon ist das recht groovige Intro des Openers „Apocalyptic Havoc“, das andere der tatsächlich ausgesprochen coole Lead-Part im Refrain des Titeltracks. Sowieso könnte man den Song „Carving Out The Eyes Of God“ als herausragendsten Track des gleichnamigen Albums benennen, aber da hat er auch wahrlich keine große Konkurrenz, denn er ist tatsächlich der einzige Song, der etwas mehr abwechslung bietet. Der Rest der Scheibe plätschert so vor sich hin, groovt hier mal ganz gut, bollert da mal recht ordentlich, aber wenn man mal kurz geistig abschaltet und sich nach etwa zehn Minuten fragt, warum Duet da immer noch das gleiche Riff wie vorhin spielt (und man schon zwei Songs weiter ist), dann stimmt da etwas nicht ganz.

„Carving Out The Eyes Of God“ ist also technisch gesehen absolut keine üble Scheibe und dient auch als Hintergrundberieselung ganz ordentlich, davon abgesehen findet sich hier aber nichts, was man gehört haben müsste, und auch nur wenig, was man irgendwie lieb gewinnen könnte, dazu klingt alles zu gleich. Solide CD also, die leider Gottes eigentlich niemand braucht, weil man bessere Alternativen alle Nase lang findet, schlechtere allerdings – das sei zur Ehrenrettung gesagt – auch.

Wertung: 5 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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