CD-Review: God Dethroned - The World Ablaze

Besetzung

Henri Sattler - Gesang, Gitarre
Mike Ferguson - Gitarre
Jeroen Pomper - Bass
Michiel van der Pflicht - Schlagzeug

Tracklist

01. A Call To Arms
02. Annihilation Crusade
03. The World's Ablaze
04. On The Wrong Side Of The Wire
05. Close To Victory
06. Konigsberg
07. Escape Across The Ice (The White Army)
08. Breathing Through Blood
09. Messina Ridge
10. The 11th Hour


So lange haben GOD DETHRONED ihre Hörer bislang noch nicht auf eine neue Platte warten lassen: Sieben Jahre mussten vergehen, bis „Under The Sign Of The Iron Cross“ seinen Nachfolger erhält, was gewiss nicht zuletzt dem Split-Up der Band im Jahr 2012 geschuldet ist. Bereits 2014 standen die niederländischen Death-Metaller aber glücklicherweise wieder auf der Matte – glücklicherweise vor allem deswegen, weil „The World Ablaze“, die neue Langrille des entthronten Gottes, sonst das Licht der todesmetallischen Musikwelt wohl nicht erblickt hätte. Und das, soviel sei vorweggenommen, wäre eine herbe Entbehrung für Selbige.

In den gut 40 Minuten Lauflänge nämlich machen GOD DETHRONED keine Gefangenen, sondern ballern, was das Zeug hält – dies ist jedoch nicht als schwarzhumoriges Wortspiel zu verstehen, nachdem wir uns textlich zum dritten Mal in Folge auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs befinden, sondern vielmehr als Metapher dafür, wie der Sound der Niederländer auf dem neuen Output klingt. Nämlich punktgenau dem Thema angemessen wütend, brutal, hoffnungs- und erbarmungslos. Wer sich mit den drei Vorab-Songs „Annihilation Crusade“, „The World’s Ablaze“ sowie „On The Wrong Side Of The Wire“ beschäftigt hat, konnte diese Attribute bereits heraushören. Dabei sind jene Nummern durchaus als repräsentativ für das Werk anzusehen, stellen allerdings mitnichten die einzigen Highlights dar. Das mit einem absoluten Killer-Refrain ausgestattete „Close To Victory“, das ein paar Gänge zurückschaltende aber wuchtig in die Magengegend schlagende „Escape Across The Ice (The White Army)“ oder der nicht minder kräftig vor sich hin walzende Rausschmeißer „The 11th Hour“ sind nur einige von mehreren Glanzlichtern, die die Platte in ihrem Fundus hat.
Gebolzt wird dabei größtenteils in oberen Tempobereichen und mit tonnenschweren Gitarren, die von einem druckvollen Sound profitieren. Lediglich mit dem überflüssig anmutenden Akustik-Zwischenspiel „Konigsberg“ nimmt man sich ein wenig den Wind aus den Segeln. Dass die Songs auf „The World Ablaze“ bei aller Durchschlagskraft dennoch jederzeit eingängig bleiben, erscheint genau so bemerkenswert wie die Fähigkeit der Band, nach 27 Jahren todesmetallischem Dienst überhaupt noch derart überzeugendes und traditionell, gleichzeitig aber doch frisch und unverbraucht klingendes Material abzuliefern. Jene Zugänglichkeit speist sich zuvorderst aus markanten und teils durchaus melodischen Riffs, oftmals sehr rhythmischen Gesangslinien und -hooklines und den überhaupt hoch zu lobenden Vocals Henri Sattlers, dessen Growls heftig aus den Boxen donnern und doch mit einem hohen Maß an Verständlichkeit versehen sind. Erfreulicherweise trägt keines der genannten Elemente dazu bei, die alles andere als sanfte Musik zu verwässern, sodass der Silberling zwar bekömmlicher als so manche genreverwandte Platte, aber immer noch angenehm brachial ist.

Oftmals braucht Gut Ding Weile. Wenn dann ein Ergebnis wie dieses superbe Death-Metal-Werk zutage gefördert wird, lohnt sich die Wartezeit allemal. Zwar hätte die Band das schon erwähnte „Konigsberg“ sowie das Intro „A Call To Arms“ vielleicht zugunsten eines weiteren vollwertigen Songs steichen können, da die Songliste mit nur acht richtigen Tracks ein wenig mager wirkt. Ansonsten geben GOD DETHRONED mit „The World Ablaze“ ihrer Hörerschaft in hohem Maße alles zurück, worauf diese sieben Jahre lang verzichten musste.

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Bewertung: 8.5 / 10

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