Review Gorgoroth – Incipit Satan

  • Label: Nuclear Blast
  • Veröffentlicht: 2000
  • Spielart: Black Metal

Tja, Gorgoroth anno 2000: Bei Nuclear Blast unter Vertrag, mal wieder Neuzugänge in der Besetzung und anscheinend in Trauer um Grim, denn ihm ist „Incipit Satan“ gewidmet. 36 Minuten dauert das Album an, acht Songs sind vertreten. Das Booklet beinhaltet wie immer keine Liedtexte, was ich persönlich doch bedauerlich finde, aber man akzeptiert die Entscheidung der Künstler. Stattdessen mehr oder weniger lächerliche Bilder eines Foto-Shootings, Tormentor besonders glänzend in dieser Kategorie. Ansonsten kann sich die Gestaltung aber sehen lassen. Auch ganz nette Anspielung auf Landesflaggen, auf denen der Adler thront und die Schlange quasi beherrscht, wenn man so will, denn auf dem Frontcover befindet sich eben jener Adler, der von einer Schlange gewürgt wird; im Hintergrund ein umgekehrtes Kreuz.Wenn man beispielsweise von der mexikanischen Legende ausgeht, mag man eine Anspielung auf das Errichten eines dunklen Reiches vermuten.

Den Auftakt macht „Incipit Satan“. Besagter Titeltrack legt gut los, es wird ein ordentliches Tempo vorgelegt und eine zerstörerische Stimme ertönt. Zwischendurch wird dann der komplette Klang herausgenommen um dann wieder von Neuem loszulegen. Von Harmonielehre dürften die Jungs nicht viel gehört haben, doch eben das passt hier. Dissonanz, wie man sie zu schätzen weiß.
Nun folgt „A World To Win“ und ich war natürlich gespannt, versprach „Incipit Satan“ als Opener doch einiges.Im Prinzip kann man nicht klagen, interessantes Riffing, gemäßigtes Drumtempo, wohltönender Gesang, eine solide Nummer. Leider auch nicht viel mehr, denn nach einigen Durchgängen ermattet „A World To Win“ leider, obwohl man nach gut drei Minuten Spielzeit eben jenes Liedes hellhöriger wird, denn hier erinnern GORGOROTH wieder an ihre musikalisch besseren Zeiten.„Litani Til Satan“ heißt dann das dritte Stück und der erste Ausfall, sehr langweilige Nummer. Monotones Sprechen, Eintönigkeit dominiert und man fühlt sich verleitet, aufzustehen und zu gehen. Nach gut viereinhalb Minuten kommt dann aber „Unchain My Heart !!!“ und man hofft auf Besserung, obwohl mich persönlich die Ausrufezeichen im Titel ein wenig irritieren und schlechtes befürchten lassen. Doch geirrt, „Unchain My Heart !!!“ kann sich durchaus hören lassen. Ein sehr gutklingendes Riff, was man immer wieder hören könnte und sehr schönes Gekeife von Gaahl. Also doch eine recht ordentliche und ganz brauchbare Scheibe bis dahin.

„An Excerpt Of X“ beginnt sehr schleppend und wirkt nicht wirklich interessant. Es scheint fast so, als wollten die Norweger das Lied künstlich in die Länge ziehen. Nach gut zwei Minuten wird es dann doch noch ein wenig interessanter und man glaubt, dass „An Excerpt Of X“ an Fahrt aufnehmen würde, doch leider erweist sich das als Trugschluss. GORGOROTH, so wird man vermuten, waren hier wohl darauf erpicht, eine düstere Stimmung zu kreieren, was leider nur bedingt gelingt, denn in erster Linie ist das Stück nur eines: langweilig.
Der nächste Titel lässt mich aufhorchen, „Ein Eim Av Blog Og Helvetesild“ förderte die aufkeimende Hoffnung, hier etwas Gelungenes präsentiert zu bekommen und ja, tatsächlich: Der Song erinnert stark an alte Hochpunkte der Mannen um Infernus. Ein absolut starkes Stück, das erste und auch einzige, was auch alte Alben geziert hätte, hier ist man doch sehr zufrieden. Da erschöpft es sich dann auch schon, denn den Nachfolger „Will To Power“ kann man getrost vergessen. Irgendein Gerausche vernimmt der Hörer, was wohl ein misslungener Versuch ist, eine Art Stimmung aufzubauen. Aber es erinnert stark an Hintergrundmusik von Konsolenspielen des Sektors rund um Ego-Shooter und dergleichen, die etwas mystisch-vernebelt angehaucht sind.Zuletzt hat man dann den Ausklang in Form von „When Love Rages Wild In My Heart“, welcher am Anfang an „Will To Power“ anknüpft, das ändert sich jedoch glücklicherweise. Man vermag seinen Ohren in den nächsten Momenten nicht zu trauen, ertönt doch ein klarer Gesang, der eine gewisse Verbrauchtheit und Ödnis in sich trägt, was gar nicht so verkehrt klingt. Ich denke, hier ist man unter der Hörerschaft sicher geteilter Meinung. Später kehrt der Gesang dann in gewohnte Sphären zurück und der Gesamtklang wirkt wieder sehr ordentlich, man lauscht wieder gerne.

Das war es und ich muss sagen, dass man hier keinen Blindkauf wagen sollte, ist diese Scheibe doch recht obskur gemacht und nicht für jeden Schwarzmetaller zu empfehlen. Fakt ist, dass zuvieles den Charakter eines Ausfalles hat und durchaus Gelungenes untergehen lässt. Man könnte vermuten, dass die Gruppierung ihren Zenit überschritten hat. Klar ertönen hier wirklich wohlklingende Lieder, aber es sind zu wenige, um ein packendes Werk herauszubringen und das ist im Falle GORGOROTHs schade.„Incipit Satan“ ist also als etwas anzusehen, was wohl in der Masse der Veröffentlichungen gnadenlos untergangen wäre und kaum Erwähnung finden würde, wäre es nicht von GORGOROTH.

Wertung: 5 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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