CD-Review: Gorgoroth - Destroyer Or About How To Philosophize With The Hammer

Besetzung

Gaahl – Gesang (Track 1)
Pest – Gesang (Track 2, 4, 5, 7) T-Reaper – Gesang (Track 3)
Infernus – Gesang (Track 6, 8), Gitarre, Bass, Schlagzeug, Effekte
Tormentor – Gitarre, Effekte, Alle Instrumente (Track 8)
Ares – Bass
Vrolok – Schlagzeug

Tracklist

01. Destroyer
02. Open The Gates
03. The Devil, The Sinner And His Journey
04. Om Kristen Og Jødisk Tru
05. På Slagmark Langt Mot Nord
06. Blodoffer
07. The Virginborn
08. Slottet I Det Fjerne (Darkthrone-Cover)


Eines der wohl umstrittensten Alben im Black Metal dürfte „Destroyer Or About How To Philosophize With The Hammer“ von GORGOROTH darstellen. Für die einen eines der brutalsten, kältesten und erbarmungslosesten Black-Metal-Alben aller Zeiten, markiert das Album für die anderen nichts weniger als das Ende der Band GORGOROTH.

Und ja, man kann sie verstehen. Wen? Beide. Denn gewiss ist „Destroyer“ das Ende eines Abschnitts in der Geschichte von GORGOROTH und deshalb auch nur schwer mit dem Vorgänger „Under The Sign Of Hell“ zu vergleichen – nicht zuletzt des Sängerwechsels wegen, welcher das Album entscheidend prägt: Statt eines Sängers hört man hier mit Infernus, T-Reaper, Pest und Gaahl, welcher bekanntermaßen auf den folgenden Alben das Mikro an sich gerissen hat, gleich vier verschiedene Vokalisten. Auch der Sound klingt merklich steriler, kratziger, bösartiger, das Riffing lässt in ersten Zügen die Entwicklung zum später für GORGOROTH typischen Triolen-Riffing erkennen… und genau damit ist „Destroyer“ nicht nur ein Ende, sondern auch ein Anfang – aus Sicht all derer, die nicht nur „Antichrist“ und „Pentagram“ verehren, sondern auch „Incipit Satan“, „Twilight Of The Idols“ oder „Ad Majorem Sathanas Gloriam“.

Interessant macht das Album neben der bereits erwähnten, in den Ohren beissenden Krätzigkeit des Sounds vor Allem sein Abwechslungsreichtum. Abwechslungsreichtum bei GORGOROTH? Ja. Auf einem anderen Level gewiss als bei einer Band aus dem Avantgarde-Sektor, aber dennoch nicht zu leugnen. Sowohl innerhalb der Songs als auch zwischen den Songs untereinander wurde hier vermehrt mit Tempowechseln gearbeitet – ein Stilmittel, das man von „Under The Sign…“ nicht eben gewöhnt war. Und auch die erwähnte Sänger-Vielfalt sorgt für eine gewisse Abwechslung – auch wenn man zugeben muss, dass sich die Herren in Sachen Extreme und Bösartigkeit kaum etwas geben. Dass sich ein Großteil der Spielzeit dennoch im roten Bereich des Extreme-Grad-Messers abspielt und wohl für jeden, der seine Ohren nicht sorgfältig an Black Metal gewöhnt hat, tatsächlich nurnoch unerträglicher Krach ist, ist da eigentlich logisch und braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden.

„Destroyer Or About How To Philosophize With The Hammer“ ist nicht zuletzt des damit eingespielten Vertrages mit Nuclear Blast Records der erste große Wendepunkt in der Geschichte von GORGOROTH – und damit neben dem Debüt („Pentragram“) sowie dem ersten Album nach dem Lineupwechsel („Quantos Possunt Ad Satanitatem Trahunt“) wohl definitiv das bedeutendste Werk in der Bandgeschichte… ob einem das nun schmecken oder nicht. Merkmale, für die man das Album hassen kann, gibt es gewiss genug – der kratzig-höhenlastige Sound mag einer davon sein, die Rotation der Sänger ein anderer – ebenso viele Argumente gibt es jedoch auch dafür, dass „Destroyer“ ein Meilenstein im Black Metal ist – der kratzig-höhenlastige Sound mag einer davon sein, die Rotation der Sänger ein anderer.

Bewertung: 7.5 / 10

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