CD-Review: Grand Magus - Triumph And Power

Besetzung

JB Christofferson – Gesang, Gitarre
Mats „Fox“ Skinner – Bass
Ludwig Witt - Schlagzeug

Tracklist

01. On Hooves Of Gold
02. Steel Versus Steel
03. Fight
04. Triumph And Power
05. Dominator
06. Arv
07. Holmgång
08. The Naked And The Dead
09. Ymer
10. The Hammer Will Bite


Die Evolution einer Band geht immer einher mit der Verarbeitung der eigenen Wurzeln und dem was daraus erwachsen soll. GRAND MAGUS zählen seit jeher zu den Gruppen, die es mit Bravour meistern den schmalen Grat zwischen der eigenen Vergangenheit und neuen Einflüssen entlangzuwandeln, auch wenn man mit dem letzten Album „The Hunt“ diesen Weg beinahe verlassen hätte. Mit „Triumph And Power“ wurde nun kürzlich das siebente Studiowerk der Schweden veröffentlicht und es stellt sich die Frage, ob die neue Leichtigkeit und der glatte Sound der letzten Scheibe auch weiterhin Bestand haben.

Der erste Eindruck von „Triumph And Power“ ist tatsächlich ziemlich ernüchternd, da das Album, im Gegensatz zu den früheren Werken, immer noch recht aufgelockert und „heiter“ zu wirken scheint. Glücklicherweise kann ein erster Eindruck sehr stark täuschen und nach mehreren Hördurchläufen entwickelt dieser Silberling eine beachtliche Tiefe und auch die wuchtige Seite alter Tage ist wieder deutlich zu spüren. Es wirkt, als hätten GRAND MAGUS einen Schritt zurück gemacht, um den eigenen Sound weiterzuentwickeln. Klang „The Hunt“ noch sehr NWOBHM-orientiert, rocklastig und gar dem klassischen True Metal angebiedert, so bewegt sich „Triumph And Power“ wieder näher an der altbekannten Mixtur aus Doom und Heavy Metal, auch wenn trotz allem ein gewisser True-Metal-Touch geblieben ist.
Deutlich wird dies bereits beim urgewaltigen Opener „On Hooves Of Gold“, welcher als stampfende Mid-Tempo-Walze das Album eröffnet und vermutlich, mit seinen kraftstrotzenden Riffs, auch auf „Iron Will“ vorzüglich funktioniert hätte. Das folgende „Steel Versus Steel“ führt den Hörer dann, ebenfalls im Mid Tempo gehalten, etwas mehr in Richtung True Metal a la früher Manowar, ohne das GRAND MAGUS dabei ihren eigentümlichen Sound vergessen. Das recht flott ausgefallene „Fight“ bildet einen netten, jedoch nicht beeindruckenden, Übergang zur Hymne dieser Platte. In „Triumph And Power“ vereinen sich all die Schritte, die dieses Trio in den letzten Jahren gegangen ist, und verbinden sich zu einer Melange aus den alten doomlastigen bzw. düsteren Tagen und der neu gewonnenen Liebe zum True Metal. Tatsächlich könnte Letzteres in diesem Fall aber auch dem Text geschuldet sein, da man schon weghören müsste, um nicht an Manowar zu denken.
Nachdem GRAND MAGUS mit „Dominator“ noch einmal richtig an Fahrt aufgenommen haben, wird dem Hörer mit dem akustischen Zwischenstück „Arv“ jedoch auch einmal Zeit zum Durchatmen gegeben. Mit dem erstaunlich erfrischend klingenden, und die Liebe zur NWOBHM erkennen lassenden, „The Naked And The Dead“ beweisen die Schweden zwei weitere Sachen. Zum einen beweisen sie, wie man ein Album abwechslungsreich gestaltet und die Spannung hochhält und zum anderen beweisen sie, wie breit gefächert ihr Repertoire im Jahre 2014 ist.
Die letzten beiden Stücke „Ymer“ und „The Hammer Will Bite“ darf der geneigte Hörer als Einheit sehen, wirkt erstgenanntes Zwischenspiel doch eindeutig wie ein klassisches Intro für den atmosphärisch starken Abschluss des Albums.

Dieses Werk ist ein echter Beweis dafür, warum JB Christofferson mittlerweile als einer der Götter des Gitarrenriffs angesehen wird. Auf der einen Seite schafft er es, als alleiniger Gitarrist, einen Sound zu kreieren, der unheimlich massiv und druckvoll klingt und auf der anderen Seite schüttelt er flotte Hardrockriffs aus dem Ärmel, die das Album immer wieder auffrischen. Der gewohnt starke Gesang passt sich bis ins letzte Detail in die Stücke ein und gipfelt ein ums andere Mal in wirklich beeindruckende Refrains. Dabei scheint JB, im Rahmen seiner Möglichkeiten, noch variabler geworden zu sein und steuert dementsprechend auch gesanglich ein großes Stück zur starken Epik dieser Scheibe bei.

Abschließend kann festgehalten werden, dass eine Weiterentwicklung des eigenen musikalischen Schaffens nicht immer durch Neuerungen erreicht wird, sondern dass man auch den mutigen Schritt zurück nicht scheuen darf. GRAND MAGUS haben genau dies getan und sollten somit diejenigen besänftigt haben, die nach „The Hunt“ enttäuscht waren und trotzdem dürften alle Freunde des letzten Werkes auch anno 2014 begeistert sein, von dem was hier an songwriterischer Qualität geboten wird.

Bewertung: 9 / 10

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3 Kommentare zu “Grand Magus – Triumph And Power”

  1. Tobi

    9 Punkte finde ich etwas zu hoch. War sogar leicht enttäuscht (obwohl es trotzdem ein gutes Album ist). Was aber für mich gar nicht geht ist dieser Reim-dich-oder-ich-fress-dich Refrain bei Dominator. Kann ich nur noch skippen weil ich mich sonst fremdschäme ;)

  2. Marius Mutz

    Was ist denn so DAS epischste Album von Grand Magus? Ich hab die mal am Eisenwahn gesehen und fand sie da richtig fett, dieses Album hier aber eher weniger, ist mir ein bisschen zu viel klassischer Heavy Metal.

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