CD-Review: Graveyard (ESP) - The Altar Of Sculpted Skulls (EP)

Besetzung

Julkarn – Gesang, Gitarre, Bass
Bastard – Gitarre, Bass
SBE – Gitarre
Gusi – Schlagzeug

Tracklist

01. The Altar of Sculpted Skulls
02. An Epitaph Written in Blood
03. Deathcrowned
04. Cult of the Shadows (Instrumental)
05. Ritual (Re-Recording)
06. Howl of the Black Death (Re-Recording)


GRAVEYARD dürften nicht besonders erfreut darüber sein, dass seit einiger Zeit aufgrund ihrer Namenswahl zunehmend Verwechslungsgefahr mit einer gewissen schwedischen Band besteht, die in den letzten Jahren mit ihrem 70er-Jahre-Retro-Rock ziemlich durchgestartet ist. Retro sind auch die fünf Spanier, um die es hier geht, allerdings auf eine ganz andere Art: Das Quintett hat sich auf den Sound von räudigem Old School Death Metal spezialisiert, wie er vor allem in den späten Achtzigern und frühen Neunzigern gespielt wurde.

Und so wird jede anfängliche Verwirrung mit einem Blick auf das genretypische Cover bereits massiv abgeschwächt und schließlich von der brachialen Gitarrenwand vollends erschlagen. Sechs Wutbrocken haben es auf die EP„The Altar Of Sculpted Skulls“ geschafft, die sich neben drei Splits, dem Full-Length „One With The Dead“ sowie einer weiteren EP und der ersten Demo als neueste Veröffentlichung in die Diskografie einreiht – dabei kam die Vinylversion bereits 2011 via Doomentia raus, Pulverised bringen jetzt auch den Silberling unters Volk. Bei den ersten vier Tracks, darunter das an Obituary und Celtic Frost erinnernde Instrumental „Cult Of The Shadows“, handelt es sich dabei um neue Lieder, während „Ritual“ und „Howl Of The Black Death“ Neueinspielungen bereits veröffentlichter Songs sind.
Kompromisslos gehen die Spanier zur Sache und enttäuschen den Hörer nicht, als sie in ihrer Info reinen, traditionellen Death Metal versprechen. Bands wie Asphyx, Bolt Thrower und zahlreiche Schwedentod-Kapellen wie Entombed oder Grave gelten hier als Vorbilder, und genauso klingt’s dann auch. Tief heruntergestimmte Gitarren, eine schallende Produktion und gelungene Mischungen aus Doublebass-Walzen, schleppenden Doom-Passagen, Midtempo-Grooves und Thrash-Beats an der Grenze zum Blast machen die Musik von GRAVEYARD aus. Gerade bei dieser weitgehend innovationsresistenten Spielart muss betont werden, dass hier mit einer guten Portion Abwechslungsreichtum gearbeitet wird, die durch die überzeugenden Fertigkeiten der Gitarristen – sowohl im Solobereich als auch ganz allgemein – gelungen ergänzt wird.

Durchaus also ein appetitlicher Happen roher Todesmörtel, den GRAVEYARD hier abliefern. „The Altar Of Sculpted Skulls“ klingt durchweg authentisch und unterhaltsam, wer seinen Death Metal also am liebsten wie guten Whiskey genießt, darf hier gerne mal reinhören und sich auf eine musikalische Zeitreise mitnehmen lassen.

Keine Wertung

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