CD-Review: Graveyard (ESP) - … For Thine Is The Darkness

Besetzung

Julkarn – Gesang, Bass
Bastard – Gitarre
Mark Wild – Gitarre
Gusi – Schlagzeug

Tracklist

01. Almulk Biallawn Al'Asfar
02. With Fear And Thirst
03. Threshold I
04. Mine Is The Shining Light
05. Threshold II
06. The Mighty Colums Of Irem
07. Threshold III
08. Hidden Amidst The Stars
09. Threshold IV
10. To Earth And Death
11. Threshold V
12. Defy & Conquer
13. Threshold VI
14. The Womb Of The Desert
15. Threshold VII
16. Son Of The Aeon / Sun Of The Daemon
17. Alqabr Al'Abdi


Während sich die 2006 in der Hochzeit der Retro-Rock-Welle gegründeten Graveyard aus Schweden in den letzten zehn Jahren international einen Namen gemacht haben, blieb der Bekanntheitsgrad der ein Jahr später in Barcelona gegründeten Namensvettern überschaubar: Zwar sprangen auch diese musikalisch auf einen gerade anfahrenden Zug auf, dieser hatte jedoch Old School Death Metal geladen und sicher nicht die breiten Massen als Ziel.

In Szenekreisen konnten sich die Katalanen jedoch ebenfalls einen guten Ruf erspielen – nicht zuletzt, weil sie alles andere als faul waren: Neben ihren beiden Studioalben veröffentlichten GRAVEYARD bislang 10 Splits und zwei EPs. Mit „… For Thine Is The Darkness“ legt das Quartett nun auch in Sachen Full-Length nach. Dass die Titelliste stolze 17 Tracks kennt, ist jedoch kein weiterer Beweis des kompositorischen Übereifers der Band, sondern vielmehr einem Konzept geschuldet: Wie auch bei 1349’s „Demonoir“ zu hören, folgt auf jeden „echten“ Song ein kurzes Interlude, schlicht „Threshold“, also „Schwelle“, betitelt.

Während in diesen Einschüben teils weitere düsteren Sounds, teils kurze Clean-Gitarren-Motive zu hören sind, konzentrieren sich GRAVEYARD in den neun „richtigen“ Songs auf ihre Kerntugenden: Hier bekommt der Fan genau den Old School Death Metal zu hören, den er auch schon vom Vorgänger „The Sea Grave“ her kennt: Hier ein Solo, dort ein schnittiges Riff, dazu räudiger Gesang und ein leicht verwaschener, sympathisch-garagiger Sound – fertig ist die Laube.

Dass das auf die Länge einer Dreiviertelstunde vielleicht zu simpel gestrickt sein könnte, mag ein berechtigter Gedankengang sein. Ob die Interludes wirklich der Weisheit letzter Schluss sind, steht auf einem anderen Blatt – wirklich stimmig fügen sich die sieben „Thresholds“ nämlich nicht in das Gesamtwerk ein. Mögen die Zwischensequenzen für sich genommen auch noch so gelungen düster-mystisch klingen, reißt die Atmosphäre doch oft in dem Moment ab, in dem oft übergangslos der nächste Song beginnt. Das beste Beispiel hierfür ist gleich „Threshold I“, das in 12 Sekunden düstere Ambient-Atmosphäre andeutet, bevor „Mine Is The Shining Light“ diese mit straightem Gebolze umgehend wieder einreißt. Im Kontext einer Death-Metal-Scheibe ist das keineswegs dem Song anzukreiden (der im Übrigen überaus schmissig daherkommt), stellt jedoch die Sinnhaftigkeit derartiger Interludes zumindest in Frage.

GRAVEYARD legen mit „… For Thine Is The Darkness“ ein mehr als solides Old-School-Death-Album vor, das atmosphärisch wie musikalisch alles zu bieten hat, was sich ein Genre-Fan erwarten darf. Die Idee mit den Interludes zur Auflockerung geht zwar nicht wirklich auf – zumindest sind die Sound-Fetzen jedoch so kurz, dass sie den Albumablauf auch nicht wirklich stören. Überflüssig sind sie trotzdem, zumal die Songs selbst durchaus abwechslungsreich genug wären, um sich auch ohne Abstandshalter voneinander zu differenzieren.

Bewertung: 7.5 / 10

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