CD-Review: Graveyard (ESP) - Hold Back The Dawn

Besetzung

Julkarn – Gesang, Bass
Bastard – Gitarre
C.S. – Gitarre
Gusi – Schlagzeug

Tracklist

01. Swarm Of Flies
02. Winds Like Daggers
03. Of Extant Cults And Living Terrors
04. Hurled Unto Damnation
05. The Storm Above (Port Sulphur)
06. The Shrike
07. O Beast I Fear Thy Name
08. Madre De La Noche


Erst 2018 hatten die Death Metaller GRAVEYARD aus Barcelona zur Feier ihres zehnjährigen Bandjubiläums die EP „Back To The Mausoleum“ vorgelegt, zudem eine Vinyl-Split mit Morbid Flesh. Nun geht es wieder auf die volle Distanz: „Hold Back The Dawn“ lautet der Titel des nunmehr vierten Albums der erst 2007 gegründeten Band. Wer die bisherigen Werke der Katalanen kennt, weiß natürlich auch diesmal, wohin die Reise geht: Gerade Bands aus dem Bereich des Old School Death Metal bleiben sich schließlich gerne treu, genau darin liegt schließlich der Witz des Genres.

Der Sound ist einmal mehr leicht verwaschen und etwas undifferenziert. Zwar übertreiben GRAVEYARD es damit (zum Glcük) nicht – tatsächlich klingt das Album sogar einen Ticken schärfer als sein Vorgänger. Aber der Effekt ist nach wie vor gegeben: So klingt die Musik zwar nicht gerade knackig, verschmilzt dafür gerade in den aggressiven Passagen mit viel Beckeneinsatz zu einer Einheit und zieht daraus ihre Kraft. Auf Interludes, wie sie auf dem Vorgänger „… For Thine Is The Darkness“ eingestreut waren, verzichten GRAVEYARD diesmal hingegen: Acht Songs, 46 Minuten Death Metal lautet das Angebot der Katalanen diesmal, mit den entsprechenden Folgen.

Während der Vorgänger durch die irgendwie befremdlichen, aber doch auch charakteristischen Interludes etwas eigenständiger wirkte, geht es musikalisch diesmal vornehmlich furios zu: Uptempo-Riffing, zu dem auf dem Schlagzeuger Gusi so viel Wirbel wie möglich macht, bildet die Basis. Ergänzt um den harschen Gesang von Basser Julkarn gibt das ein ziemlich rohes Fundament. Durch zahlreiche Soli (etwa in „Of Extant Cults And Living Terrors“) und immer wieder die eine oder andere Melodie verhindern GRAVEYARD jedoch, all zu schroff zu klingen.

Und selbst ein gewisses Maß an Abwechslungsreichtum kann „Hold Bach The Dawn“ attestiert werden: Wenn etwa im Achtminüter „Hurled Unto Damnation“ nicht nur das Tempo herausgenommen wird, sondern kurz gar ein (gar nicht mal so klischeehaft arrangierter) Chor auftaucht. Oder wenn im abschließenden „Madre De La Noche“ fast schon ein Quäntchen Melodic-Black-Metal eingestreut wird.

So ist „Hold Back The Dawn“ vielleicht nicht so puristisch, wie man es von manch anderer Band des Genres her kennt – und doch puristisch genug, um Fans von Oldschool Death Metal glücklich zu machen. Ob das ausreicht, um neben etablierten Acts bestehen zu können und diese aus dem heimischen CD-Player (bzw. der Playlist) zu vertreiben, muss jeder selbst entscheiden. Eine Chance haben sich GRAVEYARD zumindest verdient.

Bewertung: 7.5 / 10

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