Es ist 20 Jahre her, dass DISSECTION ihr zwiespältig diskutiertes letztes Album „Reinkaos“ veröffentlichten. Was das mit IN AETERNUM zu tun hat? Nun, die schwedischen Black/Death-Metaller haben zwei Jahrzehnte benötigt, um ihr nächstes reguläres Album an den Start zu bringen. Doch nicht nur das: „… Of Fire And Death“ dürfte darüber hinaus – dem Fazit etwas vorweggenommen – ein Grund großer Freude für alle sein, die Jon Nödtveidt und seine Musik schmerzlich vermissen.
Dass das Trio diese lange Pause nicht für das Beschreiten neuer Wege, sondern für lohnenswerte Genretreue genutzt hat, lässt sich schon an den ersten zwei Songs auf „…Of Death And Fire“ definitiv festmachen. „Danse Macabre“ leitet das Album in Form eines mehrstimmigen Gitarren-Interludes ein, ehe sich „Beneath The Darkened Tomb“ direkt im Anschluss Bahn bricht – und zwar nach höchstem Genrestandard. Schlagzeug und Gitarren walzen hier mit aller Gewalt drauflos und erinnern besonders bei den Leadgitarren an INSOMNIUM und DARK FUNERAL.
Während „The Day Of Wrath“ durch seine starke Thrash-Note auf sich aufmerksam macht und das stampfende „Spirits Of The Dead“ durch heftige ILLDISPOSED-Vibes bestens als Festival-Banger taugt, zeigt sich allerdings, dass IN AETERNUM nicht konsequent die Spannung halten können. So machen diese Tracks für sich genommen zwar durchaus Spaß, können jedoch nicht zum Anfang von „…Of Death And Fire“ aufschließen. Auch die Dynamik des Albums eröffnet sich dem Publikum schnell: Die Kompositionen von IN AETERNUM pendeln zwischen rasender Wut und groovigem bis schleppendem Midtempo – so etwa auf „Bow To None“ oder „Goddess Of Abominations“.
Erst gegen Ende ihrer neuen Veröffentlichung geht die Band wieder richtig aus sich heraus. „The Hourglass“ beispielsweise überzeugt nicht nur durch sein straffes Tempo und tolle Lead-Arrangements. Auch das variable Drumming von Schlagzeuger Perra Karlsson und der kehlige Gesang von David Larsson passen perfekt ins Bild. Fast beschleicht den Schreiber eine kleine Wehmut, wenn IN AETERNUM ihr neues Album dann durch „To Those Who Have Rode On“ mit einem stimmigen Akustikpart und fast schon epischer Wucht irgendwo zwischen HYPOCRISY und IMMORTAL abschließen. Damit kreiert die Truppe einen Song, der wirklich rund ins Gesamtbild des Albums passt und ein Highlight darstellt.
IN AETERNUM zeigen auf „…Of Death And Fire“, dass sie rein gar nichts verlernt haben: Das Album ist in den meisten Momenten ein starkes Comeback. Leider funktioniert das gegenseitige Auskontern von langsamen und schnellen Songs jedoch nur bis zur Hälfte der Platte. Danach kann die Formation erst gegen Ende noch einmal ein paar notwendige Ausrufezeichen setzen. Notwendig deswegen, weil „…Of Death And Fire“ ansonsten Gefahr gelaufen wäre, in den Durchschnitt abzukippen, den man 1995 noch als das Nonplusultra bezeichnet hat. Doch diese Zeiten sind lange vorbei.
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Wertung: 7 / 10


