CD-Review: In Flames - Reroute To Remain

Besetzung

Anders Friden – Gesang
Björn Gelotte – Gitarre
Jesper Strömblad – Gitarre
Peter Iwers – Bass
Daniel Svensson – Schlagzeug

Tracklist

01. Reroute To Remain
02. System
03. Drifter
04. Trigger
05. Cloud Connected
06. Transparent
07. Dawn of A New Day
08. Egonomic
09. Minus
10. Dismiss The Cynics
11. Free Fall
12. Dark Signs
13. Metaphor
14. Black & White


Hier ist es also, das neue Album der schwedischen Melodic-Deather von In Flames. Nach den beiden grandiosen Vorgängern „Whoracle“ und „Clayman“ wurden natürlich extrem hohe Erwartungen an den neuen Output gesetzt. Doch an „Reroute To Remain“ scheiden sich die Geister, Fans und Kritiker gleichermaßen. Stillstand kann man den Göteborgen auf gar keinen Fall vorwerfen. „Reroute…“ klingt anders, als die bisherigen Veröffentlichungen, keine Frage. Der Opener und Titeltrack „Reroute To Remain“ klingt noch nach einem In Flames-Hit aus den älteren Tagen, bei „System“ kommen dann schon so manche Zweifel aufgrund des neu eingeschlagenen Weges.

Nach dem furiosen und überzeugenden Anfang finden sich hier in den Strophen akustische Gitarren und sogar klare Gesänge wieder. „Drifter“ ist ein wunderbar schnelles Lied, „Trigger“ knallt auch wunderbar aus den Boxen und „Cloud Connected“ könnte mit seinen ausgefeilten Melodien und stampfendem Rhythmus zu einem Klassiker der and werden. Ein untypischer, positiver Aspekt kann hier festgestellt werden – man kann mitsingen! Gabs früher nie, aber auf „Reroute…“ sind teilweise richtige Mitsingparts vorhanden. So etwas wie „Dawn Of A New Day“ gab es auf einem In Flames-Album auch noch nicht zu hören – diesen Song könnte man fast eine Ballade nennen! Und leider ist er nicht wirklich überzeugend, wie ich finde. Neben den schon erwähnten Krachern können auch noch „Dismiss The Cynics“ (zumindest noch ein typischer In Flames-Song, halleluja!) und „Free Fall“ auf ganzer Linie überzeugen. Hier gibt’s wie bei den meisten Songs richtig schön tief gestimmte Gitarren.

„Dark Signs“ könnte eine weitere Hymne der Band werden. Was uns mit „Metaphor“ um die Ohren gehauen wird, kann ich guten Gewissens als absoluten musikalischen Tiefpunkt der Combo bezeichnen. Der Gesang hier ist schrecklich, eine Ballade mit schon poppigem Klang hat hier wirklich nichts zu suchen. Schuster, bleib bei deinen Leisten, und Balladen gehören definitiv nicht zu In Flames’ Stärken.

Mit „Black & White“ wird der Fan mit einem klasse Stück doch noch versöhnlich von der Scheiblette verabschiedet, hier gibt’s noch mal schön auf die Mütze und mitsingen kann man dabei auch.

Na ja, wie sollen die abschließenden Worte hier aussehen… Gemischte Gefühle hab ich nach dem knapp 10-maligem Verzehr immer noch bei jedem Anhören, vor allem der bisher noch nicht erwähnte Industrial-Anteil, der in fast alle Songs nicht unmaßgeblich eingeflossen ist, will mir einfach nicht so recht zusagen.

In Flames präsentiert sich hier noch melodischer als bisher, streckenweise kann man gar nicht mehr von Death Metal sprechen. Balladen sollte man in Zukunft aus dem Programm lassen, und dafür wieder etwas mehr die Gitarren metzeln – DAS wollen die Fans! Ich will hier auf keinen Fall von Kommerz sprechen, aber „Reroute To Remain“ ist für In Flames-Verhältnisse zu wenig hart und zu langsam.

Allgemein gesehen ein gutes Album, das aber nie und nimmer an die Vorgängeralben anschließen kann.

Bewertung: 7.5 / 10

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