CD-Review: In Flames - Colony

Besetzung

Anders Friden – Gesang
Björn Gelotte – Gitarre
Jesper Strömblad – Gitarre
Peter Iwers - Bass
Daniel Svensson – Schlagzeug

Tracklist

01. Embody The Invisible
02. Ordinary Story
03. Scom
04. Colony
05. Zombie Inc.
06. Pallar Anders Visa
07. Coerced Coexistence
08. Resin
09. Behind Space ‘99
10. Insipid 2000
11. The New World


Die große stilistische Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorgänger „Whoracle“ ist „Colony“ wohl nicht geworden, dafür aber auch kein „Jester Race“ Part III. die wichtigsten Trademarks sind beibehalten worden, aber es ist nicht alles so, wie es früher war.

Los geht’s gleich mit dem knallenden Opener „Embody The Invisible“, der mit seinen genialen Melodien und Hooklines gleich Lust auf viel mehr macht. Mit „Ordinary Story“ geht’s gleich so weiter, wenn auch etwas düsterer und gemächlicher, aber nicht weniger eingängig. Ein schnelleres Stück ist dafür wieder „Scom“ geworden.Erste Experimente gibt’s beim Titeltrack, das Intro zum Song hört sich doch schon recht orientalisch an und ist wirklich ungewöhnlich, das Lied an sich aber wieder typisch In Flames – zweistimmige Gitarrenduelle bis es rauscht, fesche Gesangslinien und supereingängige Melodien.
Ja, das Album fängt wirklich gut an… doch leider könnte man jetzt schon aufhören, das Teil anzuhören, denn es passiert einfach nichts großartiges mehr, die sieben restlichen Stücke plätschern mehr oder weniger vor sich hin und bleiben auch nicht nachhaltig im Kopf. Ausnahmen sind das sehr ruhige und stimmungsvolle Akustik-Instrumental „Pallar Anders Visa“ und das alles wegblasende und verhältnismäßig aggressive „Coerced Coexistence“.

Versteht mich nicht falsch, Stücke wie „Resin“ oder „Insipid“ sind wirklich nicht schlecht, aber was großartiges gibt’s hier auch nicht zu hören… da dürfte man vom Songwriting wohl etwas mehr Einfallsreichtum erwarten, vor allem eben von einer Band wie In Flames.
„Zombie Inc.“ finde ich persönlich sogar überaus langweilig, und auch „The New World“ will mich überhaupt nicht begeistern… Vielleicht hab ich das Album inzwischen auch einfach zu oft gehört, aber das glaub ich nun doch nicht. Dazu kommt, das die Stimme von Anders Friden hier einfach nicht mehr so „böse“ klingt wie noch auf den Vorgängern, sondern sich immer mehr vom Death Metal wegbewegt (musikalisch haben In Flames mit Death Metal ja eh seit dem Debüt schon nichts mehr zu tun)… Früher gefiel mir seine Stimme eben einfach besser, aber das muss jeder selbst wissen.
Auch die Produktion is nicht wirklich das gelbe vom Ei… Vor allem die Drums drücken zwar recht ehftig, und auch die Stimme steht erfreulich weit im Vordegrund, aber die Gitarren und der Gesamtsound klingt oft einfach zu verwaschen und verschwommen… Teilweise is das einfach ein unschöner Soundbrei.

Sowohl die Vorgänger „Jester Race“ und „Whoracle“ als auch die Nachfolger „Clayman“ und „Reroute To Remain“ haben da mehr zu bieten… Leider nur ein durchschnittliches Album und das, meiner bescheidenen Meinung nach, schwächste, was man aus dem Hause In Flames gehört hat.

Bewertung: 6 / 10

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