CD-Review: Khold - Krek

Besetzung

Gard - Gesang, Gitarre
Rinn - Gitarre
Grimd - Bass
Sarke - Schlagzeug

Tracklist

01. Krek
02. Blod Og Blek
03. Innestengt I Eikekiste
04. Oskorei
05. Byrde
06. Lysets Flukt
07. Grepet Om Kniven
08. Midvinterblot
09. Varde
10. Silur Wie


„Krek“ – zu Deutsch „Wurm“ – nennt sich das neue, mittlerweile vierte Album der Norweger KHOLD und da mir bisher nur der Erstling geläufig war, welcher mich nicht besonders ansprechen konnte, war ich umso mehr von dieser Platte überrascht. Auf „Krek“ ist norwegischer, minimalistischer Black Metal zu Hören, der sich aber stark von anderen Gruppen abhebt. Hier wird zwar komplett auf Keyboards verzichtet, allerdings gleichzeitig durch größtenteils schleppendes Tempo und unkonventionelle Riffs eine eigenwillige Atmosphäre geschaffen, die vom meiner Meinung nach – vor allem von den Farben her – sehr gut gewählten Coverartwork noch einmal unterstrichen wird. Mal hört man die alten Darkthrone heraus, mal die neuen Satyricon. Verfechter der alten Schule werden sich womöglich schon alleine beim Gedanken daran sträuben, jedoch sei gesagt, dass hier nicht mal versucht wird, auf irgendeiner Welle mitzuschwimmen.

Beginnen tut das Ganze mit dem verhältnismäßig schnellen Titelsong, welcher schon einmal alles Starke, was auf dem ganzen Album geboten wird in zwei knappen Minuten vereint: Simples aber einzigartiges Riffing, stampfende Drums, ein gut hörbarer Bass und der sehr eigenwillige aber nichtsdestotrotz geniale Gesang Gards. An dieser Stelle sei noch gesagt, dass alle Texte auf norwegisch gehalten wurden, was sich meiner Meinung nach noch einmal positiv auf die Atmosphäre auswirkt. Nicht dass ich behaupten will, unverständlicher sei besser, allerdings passt die norwegische Sprache einfach sehr gut auf die Stimme. „Blod Og Blek“ ist wieder etwas langsamer und klingt größtenteils sehr nach frühem Black Metal, „Innestengt I Eikekiste“ hingegen ist wieder sehr experimentell, wobei ich mit letzterem Begriff lieber vorsichtig bin. Hier findet man keinerlei Spielereien oder dergleichen vor, „ungewöhnlich“ trifft den Stil doch eher. Größtenteils geht es im schleppenden bis mittleren Tempo weiter, die Handbremse wird erst wieder kurzzeitig mit „Lysets Flukt“ gelöst, was aber nach kurzer Zeit ebenfalls wieder ins langsamere Tempo übergeht. Auch das darauffolgende „Grepet Om Kniven“ ist wieder in einem etwas flotteren Tempo angesiedelt, der Rest jedoch stampft eher vor sich hin.

Zusammenfassend sei als Erstes zu sagen, dass die Produktion der einzelnen Instrumente wirklich großartig ist. Jedes Instrument ist klar zu hören, jedes Instrument klingt individuell. Besonders der Bass, in dessen Spur nicht nur einfach die Rhytmusmelodie verarbeitet wurde, der Gesang und die dumpfe Bassdrum fallen positiv auf. Auch die Melodien und Riffs sind fast immer atmosphärisch und bedrückend, leider blieben Khold insgesamt zu oft im schleppenden Tempo hängen. Zwei bis drei schnellere Songs mehr auf diesem Album und „Krek“ wäre nahezu großartig. Aber auch so ist das Album zwar nicht auf Anhieb zugänglich, aber dennoch sehr gut und ein Anwärter auf das eigenwilligste Werk seines Sektors in diesem Jahr.

Bewertung: 8 / 10

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