Interview mit Sarke von Khold

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Acht Jahre haben KHOLD ihre Fans auf ein neues Album warten lassen – nun steht „Svartsyn“ in den Läden. Eine große Überraschung ist das Album nicht geworden – und doch können Fans sich über den Release freuen. Warum es so lange gedauert hat, was TULUS mit der Sache zu tun haben und wie Drummer Sarke auf die Welt blickt, verrät er uns in diesem Interview.

Euer letztes Album wurde vor acht Jahren veröffentlicht – warum hat es so lange gedauert, bis der Nachfolger erschienen ist?
Nach „Til Endes“ haben wir einige Konzerte gespielt und die Zeit verging wie im Flug. Dann haben einige von uns andere Sachen gemacht. Dann verspürten wir wieder den Drang nach einem neuen Album. Also haben wir jetzt ein paar Jahre an diesem Album gearbeitet.

Habt ihr tatsächlich jahrelang an den Songs gefeilt oder habt ihr das Material in ein paar konzentrierten Sessions ausgearbeitet?
Wir und ich arbeiten schon seit mehreren Jahren an Riffs und Ideen für dieses Album. Dann treffen wir uns und gehen das Material durch, was man verwenden kann und was nicht. Dann arbeiten wir das Grundgerüst für die Songs aus. Dann machen wir die Texte für die Tracks fertig. Dann treffen wir uns alle und arbeiten die kompletten Songs aus. Und dann nehmen wir gegebenenfalls noch kleine Änderungen im Studio vor.

Wenn das Album jetzt veröffentlicht wird, wurde es wahrscheinlich während der heißen Phase der Pandemie produziert – hatte die Pandemie irgendeinen Einfluss auf die Prozesse und die Entstehung des Albums?
Wir wollten das Album in Schweden aufnehmen, also mussten wir das in Betracht ziehen, ja. Aber es gab die Möglichkeit, und am Ende hat es gut funktioniert.

KHOLD 2022; © Sebastian Ludvigsen
KHOLD 2022; © Sebastian Ludvigsen

Jetzt seid ihr gerade mit TULUS im Studio – trennt ihr den kreativen Prozess komplett, oder verwendet ihr auf TULUS manchmal Sachen, die für KHOLD geschrieben, aber dort nicht verwendet wurden?
Wir halten das getrennt. Für mich gibt es einen Unterschied zwischen diesen Bands. Ich mache keine Songs in der gleichen Periode für irgendeine Band. Sverre und Stian tragen bei TULUS auch viel mehr zur Musik bei als bei KHOLD.

Das neue KHOLD-Album scheint mir grooviger zu sein als sein Vorgänger – empfindest du das auch so, und wenn ja: wie hast du das erreicht?
Ich finde, dass der Groove sehr gut zu KHOLD passt und ich denke, dass er mit der Zeit ganz natürlich kommt. Wir haben uns darüber keine besonderen Gedanken gemacht. Wir haben einfach versucht, das bisher beste KHOLD-Album zu machen und immer noch nach KHOLD zu klingen.

Das Cover ist deutlich moderner, zum ersten Mal ist es mehr grafisch als rein fotografisch. Was hat euch dazu bewogen, das zu tun?
Schön, dass dir das aufgefallen ist. Als unser Debütalbum herauskam, hatten wir etwas Neues und Modernes in der Black-Metal-Szene. Und Terje, unser Designer, wollte das zurückbringen und die Essenz und das gleiche Gefühl mit dem neuen Album einfangen. Ich finde, er hat einen großartigen Job gemacht und das ist ihm gelungen.

Als Titel habt ihr „Svartsyn“ gewählt, was so etwas wie „Pessimismus“ bedeutet. In welcher Hinsicht seid ihr pessimistisch?
„Svartsyn“ bedeutet auf Norwegisch mehr als nur Pessimismus. Wenn man Black Metal macht, muss man auf dieser Seite sein. Im Black Metal geht es nicht um glückliche Zeiten. Unsere Texte auf „Svartsyn“ sind im Allgemeinen düster und beschwörend. Sie sind oft von der Natur, gewichtigen Emotionen, Dunkelheit, Tod oder Geschichte inspiriert.

Ist der Titel auch (welt)politisch zu verstehen, steht er im Zusammenhang mit Ereignissen wie Pandemie und Krieg?
Bei diesem Thema kann man die Linien in diese Richtung ziehen. Aber nicht speziell Corona und Ukraine. Sondern Krankheiten und Kriege im Laufe der Zeit.

Wie schätzt du persönlich die nahe und ferne Zukunft der Menschheit ein? Wo werden wir in fünf, aber auch in fünfzig Jahren stehen?
Es ist seltsam zu sehen, wie sehr das Geld die Welt kontrolliert. In fünf Jahren wird sich nicht so viel ändern, aber ich denke, es wird etwas sehr Negatives passieren. Es sind zu viele Menschen auf der Erde und es werden immer mehr. In 50 Jahren … keine Ahnung.

KHOLD 2022; © Sebastian Ludvigsen
KHOLD 2022; © Sebastian Ludvigsen

Zurück zur konkreten Zukunft von KHOLD: Plant ihr wieder Konzerte, vielleicht sogar eine Europatournee?
Ja, einige Shows werden dieses Jahr stattfinden und hoffentlich viele weitere im nächsten Jahr.

 Und werden wir wieder acht Jahre auf das nächste Album warten müssen?
Wenn es jetzt wieder acht Jahre dauert, glaube ich nicht, dass es weitere KHOLD-Alben geben wird. Ich würde also eher sagen, zwei bis drei Jahre bis zum nächsten.

Vielen Dank für das Interview. Kommen wir zum Schluss zu unserem traditionellen Brainstorming:
Die größte Rockband aller Zeiten:
AC/DC
Wenn „Svartsyn“ ein Auto wäre … welcher Typ?
Ein Buick oder ein Camaro oder so. Irgendein amerikanisches altes Biest. Schwarz natürlich.
Corpsepaint: Theaterstück
KHOLD in 10 Jahren: Best-of-Album.

Nochmals vielen Dank für deine Zeit. Die letzten Worte gehören dir:
Danke auch! Ich hoffe, die Leute hören sich unser neues Album an.

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