Interview mit Sarke von Khold

Sechs Jahre hat es gedauert, bis die Norweger KHOLD mit ihrem sechsten Album, „Til Endes“, um die Ecke kamen. Schlagzeuger Sarke über die Hintergründe der langen Entstehungszeit, die Reaktivierung von Tulus und den Reiz, als Black-Metal-Band Sepultura zu covern.

KholdIn Kürze erscheint euer neues Album „Til Endes“. Seit dem Release des Vorgängers „Hundre År Gammal“ sind sechs Jahre verstrichen – früher hättet ihr in dieser Zeit vier Alben veröffentlicht. Warum hat es dieses Mal so lange gedauert?
Wir waren mit anderen Dingen beschäftigt. Wir brauchen auch die richtige Inspiration. Jetzt waren wir bereit, ein neues Album aufzunehmen und auch ein paar Konzerte zu spielen. Ich hoffe nur, die Leute erinnern sich nach dieser Zeit noch an KHOLD und hören mal rein – ich finde, das Album ist großartig geworden und das Warten allemal wert.

2007 habt ihr Tulus, eure vorige Band, reaktiviert und seitdem zwei Alben aufgenommen. Was hat euch zu diesem Schritt motiviert?
Wie gesagt – wenn wir mit anderem beschäftigt sind, müssen manche Dinge eben warten. Wir haben dann eben wieder angefangen, mit Tulus zu proben, das Resultat waren zwei neue Alben und ein paar Auftritte. Tulus gibt es seit 1991 und wir halten das Projekt am Laufen!

Tulus Band

Ist die Welt groß genug für beide Bands – Tulus und die damals als Nachfolgeband gestarteten KHOLD? Wenn es beispielsweise ans Songwriting geht – wie entscheidet ihr, welches Riff ihr für welche Band verwendet?
Natürlich – es gibt doch eh schon so viele Bands da draußen. Für mich sind das zwei verschiedene Bands, deshalb ist es ganz einfach, sie auch so zu behandeln. Wenn ich mich dran setze, Musik zu schreiben, weiß ich immer schon, für welche Bands ich Riffs schreiben werde – wir sind nie mit beiden Bands gleichzeitig aktiv.

Mit deinem Soloprojekt Sarke hast du seit „Hundre År Gammal“ ebenfalls drei CDs veröffentlicht – hatte das auch einen Einfluss auf die Entstehung von „Til Endes“?
An den Alben habe ich gearbeitet, als es bei KHOLD gerade eher ruhig war. Nach drei Alben habe ich mich im KHOLD-Camp zurückgemeldet und wir haben mit den Arbeiten an „Til Endes“ angefangen. Da kam sich nichts in die Quere, wir haben das Album einfach aufgenommen, als wir bereit dazu waren.

Sarke Band

Die Überraschungsnummer des Albums ist zweifelsohne „Dommens Arme“, schon allein, weil es ein Cover des Sepultura-Klassikers „Troops Of Doom“ ist. Dass eine norwegische Black-Metal-Band brasilianischen Thrash covert, ist nicht alltäglich – wie kam es dazu?
Wir haben diesen Song schon vor 20 Jahren gespielt. Jetzt haben wir ihn zurück in unser Repertoire geholt – einfach weil wir finden, dass er gut zu uns passt, auch wenn es kein Black Metal ist. Wir fanden das eine interessante Sache für uns und die Fans, das Stück auch auf das Album zu packen – Sepultura sind einfach eine coole Band. Und der Song ist einfach cool – der passt einfach zu KHOLD.

Das Album wurde in den Fridmann Studios in Schweden aufgenommen. Warum habt ihr euch für dieses Studio entschieden und was gibt es über den Aufnahmeprozess zu berichten?
Wir arbeiten gerne schnell. Wir wissen, dass in dem Studio alles stimmt und läuft und bereitsteht, um direkt loszulegen – und sie liefern einen fetten Sound ab! „Hundre År Gammal“ haben wir mit der gesamten Band live im Studio eingespielt. Dieses Mal haben wir erst das Schlagzeug, dann die Gitarren, den Bass und zuletzt den Gesang aufgenommen. Keine Trigger, kein Schneiden, kein Editieren – einfach nur reine, ehrliche Musik. Was du auf dem Album hörst, ist genau, was gespielt wurde.

Khold Cover - til-endesDer Albumtitel heißt übersetzt „Bis zum Ende“ – was bedeutet dir der Titel, worum geht es auf dem Album?
Am Ende ist alles dunkel und tot. Die Texte handeln also vor allem von Schmerz, Wahnsinn und dem Leiden, das oft zum Tod führt.

Das Cover zeigt eine Montage zweier Photos von Gard im Wald. Gibt es hier eine Botschaft oder warum habt ihr euch für dieses Bild entschieden?
Asgeir hat die Photos und das Layout gemacht. Insofern war es seine Wahl, aber wir fanden es gut und haben uns für dieses Layout entschieden. Ich finde es ist ziemlich cool geworden.

Letzte Frage: Wird es eine Tour mit Auftritten in Deutschland zur „Til Endes“ geben?
Ich hoffe sehr, dass wir ein paar Gigs in Deutschland spielen können – aber irgendwer aus Deutschland müsste uns halt buchen, wenn ihr KHOLD live sehen wollt.

Vielen Dank für das Interview – zum Abschluss ein kurzes Brainstorming:
ALS Ice Bucket Challenge: Das witzige Bild aus „The Shining“, „ALS Ice bucket champion – since 1980“
Deutschland: Viele Leute
Max Cavalera: Sepultura
Satyricon: Steinar [Gundersen, Gitarrist bei Satyrion und Sarke, A.d.Red.]
Dein bisheriges Lieblingsalbum 2014: Ich tippe mal, das wird das Neue von Obituary.

Die letzten Worte gehören dir:
Vielen Dank für das Interview – ich hoffe, die Leute hören sich mal „Til Endes“ an!

Khold Band