CD-Review: Koldbrann - Totalt Sjelelig Bankerott (7“ Vinyl-Single)

Besetzung

Mannevond – Gesang
Kvass - Gitarre
Voidar – Gitarre
S.G.J. – Bass
Folkedal - Schlagzeug

Tracklist

A. Totalt Sjelelig Bankerott
B. Kasjtjeijs Svøpe


Sechs volle Jahre ist es her, dass KOLDBRANN in Form eines Albums von sich hören ließen. „Moribund“ hieß das Werk, welches der Karriere der Norweger nach dem bereits sehr positiv aufgenommenen Debüt „Nekrotik Depression“ zu einem wahren Karrieresprung verhalf: Touren mit Bands wie Mayhem, Marduk oder Endstille, bei denen KOLDBRANN-Sänger Mannevond in der Zwischenzeit aushilfsweise den Sängerposten besetzte, folgten. Doch nicht alles lief rund bei KOLDBRANN: 2009 verabschiedeten sich Gitarrist Geir Antonsen sowie Ausnahme-Schlagzeuger Fordervelse, dessen Drumming KOLDBRANN eine sehr eigene Note verliehen hatte.

Die Folge war ein Wandel, welcher sich nun in Form einer Single Manifestiert:„Totalt Sjelelig Bankerott“ betitelt, erscheint das Werk jedoch lediglich in Form einer 7“ Vinyl.
Geboten bekommt der geneigte Fan hier zwei Songs mit einer Spielzeit von jeweils knapp fünf Minuten, wobei das sterile Cover in Kombination mit dem neuen KOLDBRANN-Schriftzuge nicht direkt an jene Band denken lässt, die mit schminke-verschmiertem Gesicht und kiloweise Nietenschmuck räudigen Black Metal zelebrierte wie kaum eine Band der dritten Generation.
Und auch musikalisch steht „Totalt Sjelelig Bankerott“ alles andere als in direkter Tradition zu seinen Full-Length-Vorgängern. Das ist vor allem dem zum neuen Auftreten durchaus passenden Klang zuzuschreiben: Verglichen mit dem grummligen, dreckigen Sound von „Moribund“ schallt „Totalt Sjelelig Bankerott“ richtiggehend transparent und differenziert aus den Boxen und erinnert so nicht zuletzt an Bands wie Ragnarok oder Setherial, die seit längerem auf derartige Produktionen setzen.
Auch musikalisch ist man von genannten Bands nicht sehr weit weg: „Totalt Sjelelig Bankerott“ beginnt ohne lang zu Fackeln mit schnellem Drumming, sägenden Riffs und schneidenden Singlenote-Läufen, die mitunter gar Melodiecharakter entwickeln. Zwar wissen diese neuen Ideen alles in allem durchaus zu gefallen während Mannevonds charakteristische Stimme auch weiterhin für einen gewissen Wiedererkennungswert sorgt – die hier unbestreitbar dazugewonnene Vielfalt wurde jedoch mit der Aufgabe des ureigenen KOLDBRANN-Stils teuer erkauft. Nicht viel anders verhält es sich bei Song zwei, „Kasjtjeijs Svøpe“: Auch dieser heizt mächtig ein und weiß durch Abwechslungsreichtum in Tempo und Stil zu gefallen – KOLDBRANN erkennt man aber auch hier nicht zwangsläufig als eben diese wieder.

„Totalt Sjelelig Bankerott“ dürfte als Veröffentlichung von relativ geringer Bedeutung sein, ist eine Single, die als reine Vinyl-Veröffentlichung erscheint, doch eher ein Liebhaber- und Sammlerstück. Im Hinblick auf das für Anfang 2013 angekündigte, dritte Album „Vertigo“ jedoch liefert „Totalt Sjelelig Bankerott“ einen durchaus interessanten ersten Eindruck, der viele Fragen offen lässt, eines jedoch in aller Deutlichkeit klarstellt: „Vertigo“ wird alles, nur kein „Moribund II“.
Man darf gespannt sein…

Keine Wertung

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