CD-Review: Marduk - Iron Dawn (EP)

Besetzung

Daniel "Mortuus" Rosten - Gesang
Morgan "Evil" Steinmeyer Håkansson - Gitarre
Magnus "Devo" Andersson - Bass
Lars Broddesson - Schlagzeug

Tracklist

01. Warschau 2: Headhunter Halfmoon
02. Wacht am Rhein: Drumbeats Of Death
03. Prochorovka: Blood And Sunflowers


Das EP-Format hat bei den Schweden MARDUK ja schon eine lange Tradition – veröffentlicht die Truppe doch zwischen den Full-Length-Releases immer wieder einen Kurz-Release für den geneigten Fan. „Iron Dawn“ heißt der aktuelle, und ist, bis auf die etwas ausgefallene Cover-Grundfarbe sowie den Titel-Zusatz „by Marduk“ für seinesgleichen relativ typisch:

Ganz entsprechend dem martialischen Panzer-Bild auf dem Cover ist auch der musikalische Content der EP roh, hart und unbamherzig, wie man es von MARDUK gewohnt ist – dabei jedoch bissig, wie man es von MARDUK schon lange nicht gehört hat: Nach einem kurzen Flieger-Sirenen-Intro geht es ohne Umschweife medias in res: Die bisweilen etwas gewöhnungsbedürftigen, experimentellen Elemente der letzten beiden Alben sind hier quasi ausnahmslos dem Drang, mit Vollgas draufloszuprügeln, gewichen, so dass unweigerlich Assoziationen zu den wohl rohsten Werken der Schweden, „Panzerdivision Marduk“ und „Plague Angel“ wach werden.
Interessant ist dabei vor allem Mortuus‘ Gesangsleistung: Hat er es doch geschafft, seine über die Jahre immer ausgeprägter individuelle Stimme auf den harten Black Metal zu übertragen: Wo diese auf seinem MARDUK-Einstands-Album „Plague Angel“ noch relativ durchschnittlich war, hört man hier unverkennbar Mortuus‘ sehr stimmvolles Gurgeln. Vielleicht ist gerade das das Quäntchen, das „Iron Dawn“ zu etwas Besonderem macht – bietet sie so doch quasi die Essenz dessen, was MARDUK ausmacht. Mit „Prochorovka: Blood And Sunflowers“ schließlich beschreiten MARDUK nocheinmal einen etwas anderen Weg und demonstrieren eindrucksvoll, dass sie auch im Down-Tempo-Bereich bösartigen Black Metal zu kreieren in der Lage sind. Stilistisch eher im Rahmen der letzten beiden Alben gehalten, schleppt sich der Track eine gefühlte Ewigkeit (4:56min) qualvoll dahin – ein gelungenes „Outro“ und auch für sich genommen eine interessante Nummer.

Mit „Iron Dawn“ zeigen MARDUK allen, die von den letzten Alben enttäuscht waren, eindrucksvoll, dass sie auch 2011 noch Musik machen können, die klingt, als wäre sie 2001 komponiert – roh, aggressiv und schnell. Allein, all zu viele Hoffnungen sollte man sich basierend auf dieser EP nicht für das nächste Full-Length machen, verkündete die Band doch bereits, dass die EP nicht für das zukünftige Schaffen der Truppe repräsentativ wäre… ein Grund mehr, hier zuzugreifen – zur Auswahl stehen Digipak und eine auf 500 Stück limitierte 12-Inch-Vinyl.

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