CD-Review: Meth Assassin - Reptilian Side Of God

Besetzung

IX – Gesang
Dolen – Synthesizer

Tracklist

01. Luciferian Abyss
02. Satanic Infiltrator
03. Negative Space
04. Reptilian Side Of God
05. Infected Human Slaves
06. Vortex
07. Torrents Of Ungodliness
08. Astral Sleep Projection
09. Invocating The Advisary


Retro-Synth ist längst ein fester Bestandteil der schwarzen Szene – immer häufiger (Beispiel: Gost) auch in Kombination mit Black Metal. Auch das Duo METH ASSASSIN lässt sich dieser Genrepaarung zuordnen. Und das nicht nur musikalisch, sondern auch was den Hintergrund der beiden involvierten Musiker angeht.

Dolen, der bei METH ASSASSIN für die Musik verantwortlich zeichnet, wirkte bereits vor 25 Jahren an einem wegweisenden Black-Metal-Album mit: „Geist ist Teufel“ von Urfaust, deren Sänger IX nun sein Partner bei METH ASSASSIN ist.

War Dolen damals für die neoklassischen Ambient-Bestandteile des Urfaust-Werks beteiligt, produziert er nun bei und für METH ASSASSIN lupenreinen Retro-Synth: Typische 80s-Synth-Sounds bilden die melodische Basis, rhythmisiert durch simple Beats und Bässe. Auch die Produktion ist „retro“: Die Synthesizer klingen oft etwas höherfrequentig und dünner, als gut wäre, im Gesamtbild bisweilen gar etwas trashig – und gerade deswegen stimmig. Damit gelingt es METH ASSASSIN, eine steril-morbide Atmosphäre aufzubauen – Abwechslung oder Spannung im klassischen Sinne hat „Reptilian Side Of God“ allerdings nicht zu bieten. Denn über die Gesamtspieldauer von knapp 40 Minuten bemühen sich METH ASSASSIN gar nicht erst, dem ersten Eindruck noch etwas hinzuzufügen. So wirkt die Musik im Ganzen schlussendlich ziemlich monoton, ja, fast etwas dröge.

Auch IX‘ Beitrag zu METH ASSASSIN fällt leider etwas weniger spektakulär aus, als man es sich auf Basis seines Wirkens bei Urfaust vielleicht erhofft hätte: Der Gesang bleibt ein durchgehend sehr unaufgeregtes, langgezogenes Gekeife, abgelöst nur gelegentlich durch nicht weniger monotones Rezitieren („Reptilian Side Of God“) und etwas Frauengekreisch („Luciferian Abyss“). Das Urfaust-typische Heulen oder emotionale Regungen ganz generell sucht man im Gesang hingegen vergebens. Fraglos ist auch das Teil des Konzepts, zur puristischen (um nicht zu sagen platten) Musik passt es ja. Wirklich aufregend ist es trotzdem nicht.

Reptilian Side Of God“ ist ein in sich stimmiges Album, das gut zum Zeitgeist und dem Retro-Synth-Hype passt. Leider hat es jedoch deutlich weniger individuellen Charme, als man das bei diesem Duo und seiner Vorgeschichte mit „Geist ist Teufel“ erwartet hätte. Fans von unaufgeregtem und zugleich düster-verstörendem Retro-Synth könnten an „Reptilian Side Of God“ Freude finden – wer sich von der Urfaust-Seite an METH ASSASSIN annähert, sei vor allzu viel Vorfreude jedoch eher gewarnt.

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Bewertung: 6.5 / 10

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