CD-Review: Motörhead - March Ör Die

Besetzung

Ian „Lemmy“ Kilmister – Gesang, Bass
Philip “Zööm” Campbell – Gitarre
Würzel – Gitarre
Tommy Aldridge – Schlagzeug

Tracklist

01. Stand
02. Cat Scratch Fever (Ted Nugent-Cover)
03. Bad Religion
04. Jack The Ripper
05. I Ain't No Nice Guy
06. Hellraiser
07. Asylum Choir
08. Too Good To Be True
09. You Better Run
10. Name In Vain
11. March Ör Die


Ein Klassiker-Special ohne MOTÖRHEAD? Irgendwie undenkbar – gibt es doch wohl keine Band, die so viele Alben mit Klassiker-Potential in ihrer ellenlangen Diskographie aufgehäuft hat wie das Trio aus London. So ist es im Endeffekt auch egal, ob man im CD-Regal daneben greift und statt dem Evergreen „Bastards“ dann doch „March Ör Die“ aus dem Schrank zieht.

Nur ein Jahr vor eben genanntem Meisterwerk erschienen, klingt „March Ör Die“ noch eine ganze Ecke oldschooliger – sowohl vom noch etwas weicheren Sound, als auch vom über weite Strecken dem entsprechend auch noch etwas ruhiger ausgelegten Songmaterial.
Zwar gibt es auch hier einige flotte Nummern wie „Name In Vain“, „Stand“ oder „Too Good To Be True“ zu feiern, im Großen und Ganzen ist „March Ör Die“ jedoch im Mid-Tempo angelegt. Eine erste Andeutung in diese Richtung macht das Ted Nugent-Cover „Cat Scratch Fever“, keinen Zweifel lassen dann das nicht zuletzt als Soundtrack zu „Hellraiser III: Hell On Earth“ legendär gewordende „Hellraiser“ oder „You Better Run“, welches mit seiner Pianobegleitung und langsamen Grooves jeden überrascht, der bei dem Namen auf eine flottere Nummer spekuliert hatte.
In all diese Rock-Nummern eingebettet findet sich mit „I Ain’t No Nice Guy“ die wohl gefühlvollste und mitreißendste Ballade, die Lemmy Kilmister in seiner langen Karriere je geschrieben hat – allein für diesen Gänsehaut-Moment lohnt sich die Anschaffung von „March Ör Die“.
Wer bei alledem befürchtet, „March Ör Die“ könnte eine untypische MOTÖRHEAD-CD sein, liegt damit aufgrund der für eine MOTÖRHEAD-CD tatsächlich erwähnenswerten Vielfalt nicht einmal ganz falsch – die Befürchtung, auf dem Album käme der Rock zu kurz, kann in Anbetracht von Nummern wie „Jack The Ripper“ oder „Asylum Choir“, die MOTÖRHEAD-typischer kaum sein könnten, guten Gewissens zerstreut werden.
Mit dem nachdenklich stimmenden „March Ör Die“ endet ein Album, das keine andere Bezeichnung als „Klassiker“ verdient hat – auch, wenn das Album in der von legendären Werken wie „Ace Of Spades“, „Bastards“ oder „Inferno“ strotzenden Diskographie der Briten all zu oft untergeht.

„March Ör Die“ ist ein Album, das jeder MOTÖRHEAD-Fan sowieso im Schrank stehen hat, keine Frage. Doch alle MOTÖRHEAD-Neueinsteiger sollten zumindest in Erwägung ziehen, lieber dieses als ein anderes MOTÖRHEAD-Album zu erstehen – ist es an Charakter, Charme und nicht zuletzt Vielseitigkeit doch auch nach über 20 Jahren noch nahezu unübertroffen.

Bewertung: 9 / 10

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