CD-Review: Motörhead - The Wörld Is Ours Vol. 2 – Anyplace Crazy As Anywhere Else

Besetzung

Ian “Lemmy” Kilmister – Gesang, Bass
Philip “Wizzo” Campbell – Gitarre
Mikkey Dee – Schlagzeug

Tracklist

DVD:
Wacken Open Air 2011 (90 minütiges Konzert)
+ Festival Impressions W:O:A (10 Minuten)

01. Iron Fist
02. Stay Clean
03. Get Back In Line
04. Metropolis
05. Over The Top
06. Rock Out
07. One Night Stand
08. The Thousand Names Of God
09. I Know How To Die
10. The Chase Is Better Than The Catch
11. In The Name Of Tragedy
12. Just ‘Cos You Got The Power
13. Going To Brazil
14. Killed By Death
15. Bombers
16. Ace Of Spades
17. Overkill

Sonisphere Festival 2011 (30 Minuten)
18. Iron Fist
19. I Know How To Die
20. In The Name Of Tragedy
21. Killed By Death
22. Ace Of Spades
23. Overkill

Rock In Rio, 2011 (20 Minuten)
24. Stay Clean
25. Over The Top
26. The Chase Is Better Than The Catch
27. Going To Brazil
28. Killed By Death

CD 1:
Track 01-15
CD 2:
Track 16-28


„Hello, we’re MOTÖRHEAD, and we…“ – ja, ja, wissen wir, Lemmy… play Rock’n’Roll.
Und weil MOTÖRHEAD das ziemlich oft tun und die Euphorie der Fans auch dann ungebrochen ist, wenn Mr. Kilmister mit schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr vorbeischaut, nutzt das Label diese seit Jahrzehnten ungebrochene Begeisterung eben – und veröffentlicht nun in ebenso schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr eine neue DVD.

Nach „The Wörld Is Ours Vol. 1 – Everywhere Further Than Everyplace“ steht mit „Vol 2 – Anyplace Crazy As Anywhere Else“ nur knapp ein Jahr später bereits der nächste Livemitschnitt in den Läden – und unterscheidet sich von seinem Vorgänger ungefähr so sehr wie der Name vermuten lässt: quasi gar nicht. Natürlich, dieses Mal ist der Kernbestandteil statt des Chile-Konzertes auf dem Vorgänger der Auftritt auf dem Wacken Open Air, anstelle der zusätzlich dargereichten Konzertschnipsel aus New York und Manchester sind es nun Konzertausschnitte vom Sonisphere Festival und Rock In Rio, welche jedoch weder hinsichtlich der Show noch hinsichtlich der Setlist merklich von denen auf der letzten DVD oder auch dem Hauptkonzert divergieren: Drei Legenden rocken – stilistisch über jeden Zweifel erhaben, spielerisch einwandfrei und charakterlich ursympathisch. Wirklich überflüssig ist lediglich der Bonuszusammenschnitt „Festival Impressions W:O:A“, in welchem sich zwischen absolut unspektakulären und ebenso uninteressanten Fan-Interviews auch Rudolph Schenker (Scorpions), sichtlich in Aftershow-Party-Stimmung, nicht nehmen lässt, zu beschreiben, was an er an MOTÖRHEAD-Gigs toll findet: „In this case, I mean, MOTÖRHEAD is, especially Lemmy, who is one of the Rock’n’Roll… priests. But I respect MOTÖRHEAD as a very straightforward Rock’n’Roll with a great philosophy. I think Lemmy is the philosopher. Love, peace and long nights.“ Äh…ja. Danke für diese Erleuchtung.

Selbstverständlich kann man auch dieses Mal auf eine perfekte Bild- und Tonqualität vertrauen – alles andere wäre bei einer Band wie MOTÖRHEAD auch Überraschung und Schande zu gleich. Lediglich die Audio-Fassung hat erneut mit dem gleichen Problem zu kämpfen wie bereits bei „Vol. 1“: Da auch der Wacken-Auftritt mit 82 Minuten wieder die Kapazität eines Tonträgers überschreitet, wurde das Konzert auch hier gesplittet – mit dem Resultat, dass der zweite Silberling am Ende erneut aus drei Konzert-Schnipseln besteht: Beginnend mit dem Ende des Wacken-Gigs finden sich nach dem „last song“, „Overkill“, noch die Aufnahmen von Sonisphere und Rock in Rio, welche sich im reinen Audioformat noch weniger von denen des W:O:A-Mitschnitts unterscheiden als in der Video-Version. Erstellt man sich mp3s, kann man den Mitschnittsalat natürlich auch dieses Mal wieder separieren – als Audio-CD ist jedoch gerade Disc 2 eher chaotisch. Eine sauberere Lösung wäre auch dieses Mal wohl tatsächlich gewesen, einen Song wegzulassen und den Wacken-Gig auf die erste, die beiden Teil-Mitschnitte auf die zweite CD zu packen. Aber gut, hier scheiden sich wohl die Geister.

Mit neuen MOTÖRHEAD-DVDs ist es ein wenig wie mit der neuesten Auflage der Brockhaus-Enzyklopädie: Wie immer ist alles darin enthalten, was man sich nur wünschen kann, und wer noch keine hat, sollte sich definitiv schleunigst eine zulegen – die Unterschiede zur letzten Auflage jedoch erschließen sich hie wie da nur dem Experten.

Fazit: Für alle, die bei einem der Konzerte dabei waren oder noch keinen Lemmy-fürs-Wohnzimmer-Silberling besitzen, ein Pflichtkauf – für alle anderen eine schöne Sammlungsergänzung ohne jeden Makel, jedoch auch ohne besondere Vorzüge oder Neuerungen: Business as usual quasi. Oder um es mit den Worten Lemmys zu sagen: „Thank you very much, it’s a pleasure to play here again, I think it’s the 134th time… don’t forget us, we are MOTÖRHEAD – and we play Rock’n‘ fuckin‘ Roll!“

Bewertung: 9 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: