CD-Review: Nightbringer - Hierophany Of The Open Grave

Besetzung

Naas Alcameth – Gesang, Gitarre, Bass
Nox Corvus – Gesang, Gitarre, Bass, Percussion
Ophis – Gitarre, Bass
VJS – Gesang, Schlagzeug, Backgroundgesang

Gastmusiker:
Ar-Ra'd al-Iblis – Gesang

Tracklist

01. Rite of the Slaying Tongue
02. Eater of the Black Lead
03. Psychagogoi
04. Lucifer Trismegistus
05. The Gnosis of Inhumation
06. The Angel of Smokeless Fire
07. Dreaming Above the Sepulcher
08. Via Tortuosa
09. Old Night


„Hierophany Of The Open Grave“ ist das dritte Full Length-Album der Amerikaner von NIGHTBRINGER. Gespielt wird nach eigener Aussage orthodoxer Black Metal. Man besteht seit 1999 und hat schon für Watain eröffnet. Nun gut.

Die Platte klingt prinzipiell so, wie sich auch diese Einleitung las: Nichtssagend. Vollkommen fern von effizientem Songwriting und bei undifferenzierter Produktion feuern die Gitarristen auf den höheren Bünden offenbar ziemlich wahllos Leadmelodien ab, zu welchen (häufig auch mehrstimmig) Texte gescreamt werden, die ebenfalls keine Akzente zu setzen vermögen. Bei etwa „Eater Of The Black Lead“ gibt das noch ein relativ stimmiges Gesamtbild ab, zumeist weiß man aber so gar nicht, was man mit der Scheibe anfangen soll. Weder Sound noch Musik an sich scheinen einem konkreten Ziel – etwa dem Schaffen von Atmosphäre – zu dienen.
Dass manche Riffs dadurch etwas verwirrt daherkommen, verwundert nicht weiter, gleicht aber den positiven Aspekt, dass man sich immerhin um häufige Tempowechsel bemüht, umgehend wieder aus. Und überhaupt: Ob nun Doom-Passagen, Highspeed-Geballer oder schleppendes Mid Tempo nicht weiß, wo es hin will, ist dann eigentlich auch schon egal. Da hilft auch der doch eher klischeebehaftete Ansatz des Kirchenorgel-Intros und des begleitenden Klaviers nichts mehr. Man hat das Gefühl, dass NIGHTBRINGER, wenn sie mal für mehr als eine Minute am Stück Atmosphäre schaffen, dies eher aus Versehen als bewusst tun, denn: Wüsste man selber um die Wirkung des Songmaterials, hätte man es ja nicht aufgenommen. Dass dieses sich auch noch über 60 Minuten erstreckt wirkt da nur noch zusätzlich ermüdend.

Die Lobeshymnen, die teils auf das Album gesprochen werden, kann ich, das sollte herausgekommen sein, nicht nachvollziehen. Natürlich kann man in quasi alles musikalisches Genie und einen teuflischen atmosphärischen Masterplan interpretieren, sollte einer vorhanden sein, erschließt er sich mir aber leider nicht. Folgerichtig ist das Artwork leider das einzig halbwegs genießbare am gesamten Release, vom Kauf von „Hierophany Of The Open Grave“ sollte man unter allen Umständen absehen.

Bewertung: 3 / 10

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