CD-Review: Origin - Omnipresent

Besetzung

Jason Keyser - Gesang
Paul Ryan - Gitarre, Hintergrundgesang
Mike Flores - Bass, Hintergrundgesang
John Longstreth - Schlagzeug

Tracklist

01. All Things Dead
02. Thrall:Fulcrum:Apex
03. Permanence
04. Manifest Desolate
05. Absurdity of What I Am
06. Source of Icon O
07. Continuum
08. Unattainable Zero
09. Redistribution of Filth
10. Obsolescence
11. Malthusian Collapse
12. The Indiscriminate


Mit ihrem aktuellen Album „Omnipresent“ legen ORIGIN eine zu Beginn schwer greifbare Veröffentlichung vor. Ungewöhnlich ist das für die Band nicht, deren Eigenart des unmelodisch-technischen Spiels wir bereits bei ihrem 2005 veröffentlichten Album „Echoes Of Decimation“ hervorhebten. Die Amerikaner scheinen es einfach nicht darauf anzulegen, im Ohr bleiben zu wollen, sondern setzen stattdessen seit jeher auf die Karte des hochgradig raffinierten Spiels – und können auf „Omnipresent“ erneut damit punkten.

Mit Sänger Jason Keyser, der auf dieser Platte quasi sein Full-Length-Debüt bei ORIGIN gibt, und Drummer John Longstreth, der zuletzt auch auf Gorguts „Colored Sands“ trommelte, wurde ein unter 35 Minute währendes Album ins Rennen geschickt, um zu verdeutlichen: Wir zelebrieren unsere Kantigkeit. Und das auf hohem Niveau. ORIGIN bieten zwölf Songs, von denen nur die beiden letzten Tracks dank wiederholten Motiven und einer Strophe-Refrain-ähnlichen Struktur im Ohr bleiben. Die restlichen Songs bieten eine Ansammlung von Schwindel-erregenden Blastbeats und einem Riffing, welches die Fingerkuppen beider Saitenspieler enorm strapaziert haben dürfte, sodass „Omnipresent“ eher nach Leistungssport anstatt nach gemütlichem Jammen im Studio klingt. Den Begriff ‚Ansammlung‘ wählte ich bewusst, denn oftmals erwecken ORIGIN den Eindruck, als hätten sie verschiedene, teilweise divergente Parts zu einem Song zusammengepresst – die Rache des erwähnten unmelodischen Spiels zeigt sich hier.

„Continuum“, ein von einem Lead dominierter instrumentaler Track ähnlich wie „Permanence“, wurde als einer von insgesamt vier Interludes eingebaut, was dem Hörer eine temporäre Verschnaufpause verschafft. Interessanterweise stellen diese vier kurzen Stücke die melodischsten Minuten auf „Omnipresent“ dar und belegen, dass ORIGIN auch melodiös können – ein Interlude wie „Obsolescence“ bildet eine ideale Grundlage für die Struktur eines eingängigen Songs, wird als solches aber nicht weiter verfolgt. Schade.

Hörer von Genre-Kollegen wie Neuraxis, Decapitated, Brain Drill, Fleshgod Apocalypse oder The Faceless könnten Gefallen an dem neuesten Werk des aus Kansas stammenden Quartetts finden und Stammhörer, die von der neuen ORIGIN-Platte das erwarten, was die Herren zuvor auf ihre Silberlinge pressten, werden mit „Omnipresent“ eh zufrieden sein.

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Bewertung: 7 / 10

Geschrieben am

2 Kommentare zu “Origin – Omnipresent”

  1. Sarah Punke Beitragsautor

    Das stimmt. Womöglich hätte ich den letzten Satz lieber so formulieren sollen: „Wer von den Genre-Kollegen Neuraxis, Decapitated, Brain Drill, Fleshgod Apocalypse oder The Faceless gelangweilt ist, sollte sich an der neuen ORIGIN-Platte versuchen“. ;)

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