CD-Review: Gorguts - Colored Sands

Besetzung

Luc Lemay – Gesang, Gitarre
Kevin Hufnagel – Gitarre
Colin Marston – Bass
John Longstreth – Schlagzeug

Tracklist

01. Le Toit Du Monde
02. An Ocean Of Wisdom
03. Forgotten Arrows
04. Colored Sands
05. The Battle Of Chamdo
06. Enemies Of Compassion
07. Ember's Voice
08. Absconders
09. Reduced To Silence


GORGUTS haben mit Alben wie „Considered Dead“ und „Obscura“ zweifelsohne ihren Namen in den Annalen des Death Metal hinterlassen, markierten diese Alben doch die Geburt eines neuen Subgenres – des Tech-Death-Metal. Ganze 12 Jahre ist das letzte Album „From Wisdom To Hate“ schon alt, doch nun steht mit „Colored Sands“ endlich das neue Album der Kanadier in den Startlöchern.

Was erwartet einen auf „Colored Sands“? Der Opener „Le Toit Du Monde“ macht direkt klar, dass man hier GORGUTS bekommt, wie man sie kennt: Komplexe Arrangements, brutales Geprügel, technische Finesse und dicke Riffs fügen sich zu einem Ganzen zusammen, wie es nur wenige Bands hervorbringen können.
Dabei stellt das orchestral-instrumentelle „The Battle Of Chamdo” neben dem ruhigsten auch den kürzesten Song (knapp fünf Minuten) und ist gleichzeitig eine willkommene Verschnaufpause in der Mitte von „Colored Sands“. Denn was GORGUTS bis dahin gezeigt haben, ist ein wahres Feuerwerk des technischen Death Metals. Sei es „An Ocean Of Wisdom“, das mit mächtiger Suffocation-Schlagseite daherkommt – „Forgotten Arrows“, das mit etwas ruhigeren Zwischentönen aufwartet, oder der Titeltrack, der ruhig beginnt und sich zu einem wahren Inferno steigert – GORGUTS zelebrieren eine Lehrstunde des Tech Death und zeigen den jungen Wilden, dass die Veteranen noch ordentlich Tinte auf dem Füller haben.
Dieses Motto zieht sich auch durch die zweite Hälfte von „Colored Sands“, von Ermüdungserscheinungen keine Spur. „Enemies Of Compassion“ ist eine absolute Abrissbirne, „Ember‘s Voice“ wartet mit ruhigeren Momenten auf, „Absconders“ fügt diesen ruhigeren Elementen noch mächtig Groove hinzu und „Reduced To Silence“ macht seinem Namen alle Ehre und liefert mit seinem Gojira-Touch einen würdigen Schluss für ein großes Album.

Auf „Colored Sands“ machen GORGUTS alles richtig. Brutales Geprügel verbindet sich gekonnt mit ruhigeren Passagen, technische Spielerein und vertrackte Arrangements zwingen den Hörer zum genauen hinhören, das sich allerdings lohnt. Wer seine Musik brutal, technisch und progressive mag, sollte hier dringend zugreifen. Wer auf Eingänglichkeit steht, sollte lieber erstmal reinhören, denn die ist bei GORGUTS traditionell eher weniger vorhanden.

Bewertung: 8 / 10

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2 Kommentare zu “Gorguts – Colored Sands”

  1. Gunnar

    Sind nicht eher Atheist, Suffocation, Pestilence, Death, Cynic etc. die Vorreiter des Tech-Death? Die sind alle bedeutend älter als 12 Jahre. ;)

  2. Christoph Emmrich Post Author

    Das sind Gorguts auch – die refrenzierten Alben sind von 1991 bzw. 1998. Gerade ersteres kann damit getrost als Vorreiter bezeichnet werden. Zudem gibt es bei Cynic oder auch Atheist deutliche Jazz-Einflüsse, die Gorguts sich geschenkt haben und damit deutlich straighteren Death Metal spielten. Abgesehen davon kann man die Bedeutung der von die genannten Bands natürlich nicht in Abrede stellen.

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