CD-Review: Pantera - Cowboys From Hell

Besetzung

Phil Anselmo – Gesang
Dimebag Darrell - Gitarre
Rex Rocker - Bass
Vinnie Paul – Schlagzeug

Tracklist

01. Cowboys From Hell
02. Primal Concrete Sledge
03. Psycho Holiday
04. Hersey
05. Cemetery Gates
06. Domination
07. Shattered
08. Clash With Reality
09. Medicine Man
10. Message In Blood
11. The Sleep
12. The Art Of Shredding


„Cowboys From Hell“ kann man wohl als astreinen Stilbruch bezeichnen, zockten PANTERA in den 80ern doch melodischen Heavy Metal mit allen nur denkbaren Kitsch und Gepose bei Live-Auftritten.
Viel aus der Zeit scheint nach dem radikalen Imagewechsel Anfang der 90er wohl nicht mehr übrig geblieben zu sein, denn 1990 kommt mit „Cowboys From Hell“ etwas, das von dieser Band wohl niemand erwartet hätte, quasi eine Neugeburt.

Angefangen wird die Runderneuerung des Sounds mit dem Titeltrack „Cowboys From Hell“, der mit seinen thrashigen Power-Riffs und der tiefen und Hardcore-lastigen Stimme von Phil Anselmo schon richtig zu überzeugen weiß. Das Tempo angezogen wird bei „Primal Concrete Sledge“, wo sich vor allem die Drums, wie präzise wie ein Maschinengewehr aus den Boxen feuern, eine wichtige Rolle erspielen.
Nach diesen beiden Knallern folgen noch zehn weitere Topsongs, die allesamt sehr gut sind und ohne einen Füller auskommen.

„Cemetery Gates“ ist eine Halbballade, und damit der ruhigste Track auf der Platte. Und eine der wohl besten und legendärsten Halbballaden des Metalgenres dazu, so ein Stück kann beileibe nicht jede Band schreiben. Als astreine Ballade kanns aber natürlich auch nicht durchgehen, da neben den akustischen Gitarren auch ne sehr rockige Schlagseite mit Powerriffs vorhanden ist.
Mein persönlicher Lieblingssong hier ist aber ganz klar „Domination“. Die Riffs sind einfach genial, die Tempowechsel stehen an genau den richtigen Stellen und vor allem die letzten zwei Minuten sind hammermäßig. Nach einem überaus beeindruckendem Solo folgt zum Abschluss einer der wohl genialsten Moshparts aller Zeiten, und darüber wird noch mal ein Solo im Stile des letzten gelegt – wer hier nicht sein wallendes Haupthaar ganz automatisch kreisen lässt, dem sägen die Gitarren jede noch so sorgfältig gepflegte Locke vom Schädel!

Jeden einzelnen Song einzeln zu besprechen, ist hier wie ich finde gar nicht nötig, da wirklich alles passt. Wenn man sich nur mal mit „Cowboys From Hell“ oder „Domination“ angefreundet hat, kann man auch bedenkenlos zur gesamten Scheibe greifen. Es lohnt sich definitiv, und ein richtiger Thrash-Metaller, ach was, ein richtiger Metaller sollte das Ding eh zu hause im Regal stehen haben oder es zumindest mal durchgehört haben.
Nicht zu vergessen, dass es eine der wohl einflussreichsten Alben der Metal-Geschichte ist. Was wären all die Neo-Thrash-Bands ohne diesen Einfluss? Wer hätte Melodie und Thrash sonst so geschickt verbunden, wenn nicht Pantera mit diesem Album?

Bewertung: 9 / 10

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