CD-Review: Paradise Lost - Faith Divides Us - Death Unites Us

Besetzung

Nick Holmes - Gesang
Greg Mackintosh - Führungsgitarre
Aeron Aedy - Rhythmusgitarre
Steve Edmondson - Bass
Adrian Erlandsson - Schlagzeug

Tracklist

01. As Horizons End
02. I Remain
03. First Light
04. Frailty
05. Faith Divides Us - Death Unites Us
06. The Rise Of Denial
07. Living With Scars
08. Last Regret
09. Universal Dream
10. In Truth


Beim letzten Album “In Requiem” hörte es sich noch fast so an, als wenn sich die britischen Altmeister PARADISE LOST langsam aber sicher selber zu Grabe tragen würden. Das x-te Durchschnittswerk erinnerte sehr an die Karrieren von „Amorphis“ oder auch „Moonspell“, die nach starken Frühwerken lange Zeit vor sich hin dümpelten, ohne großes Aufsehen erregen zu können.

Wie den Vergleichsbands scheint es nun auch den Mannen um Frontmann Nick Holmes zu gelingen, das jahrelange Tief hinter sich zu lassen. Regierte auf den letzten Veröffentlichungen noch allzu häufig der gähnende Durchschnitt, hat „Faith Divides Us – Death Unites Us“ durchaus einige Songs zu bieten, die in Sachen Qualität in einer der oberen Ligen mitspielen können. Um gleich zu Beginn mit einer möglicherweise aufkommenden falschen Vermutung aufzuräumen, es geht hier nicht darum, PARADISE LOST fehlende Härte nachweisen zu wollen. Sicher möchte man gerne die eine oder andere zackige Nummer hören, aber alleine daran die Güte einer CD festzumachen, ist etwas kurzsichtig. Das hört sich jetzt so an, wie es ist, Geschwindigkeitsrekorde sind auf dieser Platte nicht zu erwarten. Da man diesmal ohnehin die Möglichkeit fein eingesetzter Melodien wieder entdeckt zu haben scheint, fällt dies aber auch keineswegs ins Gewicht, Songs wie „First Light“ oder das hervorragende „Last Regret“ sind dafür als Musterbeispiele zu nennen. Langsam, aber sehr gefühlvoll, ohne einen Funken Kitsch.

Das Spiel mit der Geschwindigkeit hat den Düstermännern scheinbar viel Spaß bereitet, besonders der Titeltrack weist in dieser Hinsicht eine enorme Dynamik auf. Interessant, entgegen dem üblichen Vorgehen ist hier nicht die Strophe, sondern der Refrain sehr langsam gestaltet, womit der Song schon an sich heraussticht. Aufgrund der Texte trifft das erst recht zu, kaum ein anderes Lied hat den typisch britischen Schwarzhumor. Rund herum haben die Briten eine Reihe weiterer sehr hörbarer Songs gestrickt, der Opener „As Horizons End“ sei hier mal exemplarisch genannt. In eine seichtes Chorarrangement bricht eine recht fette Gitarre, das Lied rockt gut nach vorne los und hat daneben einen absolut eingängigen Refrain zu bieten. Der Song steht zwar nicht unbedingt für das ganze Album, wie gesgat, dieses lebt in erster Linie von Dynamik, Melodie und langsameren Parts, in Sachen Qualität kann man ihn allerdings schon als Maßstab nehmen.

Alles gut im United Kingdom? Nicht ganz, zwar wurden eine Menge guter Songs auf die Scheibe gebracht, der Sound stimmt ebenfalls, aber mit „The Rise Of Denial“ und „Living With Scars“ gönnt man sich wieder einmal zwei Ausfälle. Nun, das hört sich hart an und ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber die beiden Songs fallen im Vergleich zum Rest deutlich ab. Dieser Umstand zieht die zweite Hälfte der Platte schon enorm runter und schmälert den insgesamt sehr guten Gesamteindruck. Als knappes Fazit gilt: PARADISE LOST können es noch und beweisen das hier endlich auch wieder, der Weg stimmt wieder und wenn man beim nächsten Mal einfach auf Langweiler wie die genannten verzichtet, dann ist auch nach über 20 Jahren noch einmal eine Menge zu erwarten von Nick Holmes und Co.

Bewertung: 7.5 / 10

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