CD-Review: Powerwolf - Blood Of The Saints

Besetzung

Attila Dorn – Gesang
Charles Greywolf - Bass, Gitarre
Matthew Greywolf - Gitarre
Thomas Diener – Schlagzeug
Falk Maria Schlegel – Keyboard, Orgel

Tracklist

01. Agnus Dei (Intro)
02. Sanctified With Dynamite
03. We Drink Your Blood
04. Murder At Midnight
05. All We Need Is Blood
06. Dead Boys Don't Cry
07. Son Of A Wolf
08. Night Of The Werewolves
09. Phantom Of The Funeral
10. Die, Die, Crucified
11. Ira Sancti (When The Saints Are Going Wild)


“All we need is blood / In the name of God!
Army of the night / Raised and born to fight!
All we need is, all we need is, all we need is
Blood, blood, blood!!!
Haleluja / All we need is blood!”

Sind es Lyriker vom Grund der Hölle? Ist es die neue Superrasse der Vampirchristen? Nein, es ist POWERWOLF und seid euch gewiss: Diese Wölfe wollen nicht nur euer Blut, sondern fressen sich auch genüsslich in eure Hirnwindungen hinein, ganz tief!

Das okkulte Image, die Orgelspielereien und die hostienflachen Texte kann man noch so doof finden, wenn sich dieser musikalische Piranha erst mal in deinem Gehörgang festgebissen hat, dann kriegst du den mit keiner Bemühung der Welt wieder da raus. „Sanctified With Dynamite” legt dann auch von Sekunde eins an direkt los, „Satani, Satani“ wird geschmettert und keine Gefangenen werden gemacht, im gehobenen Midtempo und mit stets voranpreschenden Drums steigt die Party. Von nun an ist man in einem gnadenlosen Ohrwurmtornado gefangen, der einen pausenlos von schlicht-genialen Zeilen wie „Die, die, die tonight / Sanctified with dynamite / Die, die, dynamite / Halleluja!“ über „We drink your blood / When the midnight sky is red / We drink your blood / And we open your veins!“ bis zu Weisheiten wie „When the saints are going wild / Then the saints are going wild“ scheucht. Sakrament! Hymne um Hymne wird geschmettert, ein gnadenloses Ohrwurmschlachtfest gefeiert, Mitgrölen und Bewegen geht wie von alleine.
POWERWOLF spielen ihren melodischen Power Metal passenderweise auch sehr energiegeladen und straight, achten dabei aber immer darauf, nie zu simpel zu klingen und so langweilig zu werden. Den Schnittpunkt scheinen gefunden zu haben und hier nahezu zur Perfektion treiben zu können, und das in jedem einzelnen Song, nichts fällt hier ab. Dazu noch ist der Sound unbeschreiblich dick, so dass durch eine entsprechende Anlage auch das heimischen -Wohnzimmer zum Partyzelt mutieren kann. An vorderster Front steht mit Attila Dorn außerdem noch ein mit seiner warmen, tiefen und kraftvollen Stimme ein perfekt passender Sänger, ich kann mir keinen besseren für diese Musik vorstellen.

„Blood Of The Saints“ ist kein Album für den bierernsten Metaller, POWERWOLF wollen Spaß machen und dafür muss man halt auch offen sein. Wenn man mit dem bis aufs Extremste überzeichneten Werwolf-/Vampir-/Horror-Image der Band leben kann, sich nicht an hoffnungslos übertriebenem Bombast stört und Orgelklänge nicht verschmäht, dem zaubert diese Musik ein Lächeln ins Gesicht. Das ist manchmal kitschig und pathetisch, immer bombastisch und höchst eingängig, Klischees wird wohlwissend nicht ausgewichen.Spaß und Freude, dafür stehen POWERWOLF und das sind Werte, die mir heutzutage im Heavy Metal viel zu sehr fehlen. Auch deswegen ist das eine absolute Empfehlung!

Bewertung: 9 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: