CD-Review: Sigh - Hangman’s Hymn / Musikalische Exequiem

Besetzung

Mirai Kawashima – Gesang, Keyboard
Satoshi Fujinami – Bass
Shinichi Ishikawa – Gitarre
Junichi Harashima – Schlagzeug
Mikannibal – Saxophon

Tracklist

Act I:
01. Introitus / Kyrie
02. Inked In Blood
03. Me-Devil

Act II:
04. Dies Irae / The Master Malice
05. The Memories As A Sinner
06. Death With Dishonor
07. In Devil's Arms

Act III:
08. Overture / Rex Tremendae / I Saw The World's End
09. Salvation In Flame / Confutatis
10. Hangman's Hymn / In Paradisum / Das Ende


SIGH sind vor allem eins: Absolut unberechenbar. Kein Album ist wie das andere, jedes Mal aufs Neue überraschen und variieren die Japaner. Der inzwischen siebte Langspieler namens „Hangman’s Hymn / Musikalische Exequiem“ lässt schon am Coverartwork mit den drei vermummten Gestalten erahnen, dass es diesmal wieder anders zugeht als auf dem quietschbunten Koboldzirkus des Vorgängers „Gallows Gallery“.

Und lange halten SIGH mit ihrer Veränderung nicht hinterm Berg. Denn auch wenn im ersten Stücknamen das Wort „Intro“ enthalten ist, sollte man ein selbiges nicht erwarten, vom ersten Takt an wird geholzt und geknüppelt, als gäbe es kein Morgen mehr. Auf eine ähnliche Ausrichtung darf man sich nun für die weiteren 44 Minuten einstellen; eine Mischung aus Thrash und (modernem) Black Metal mit symphonischer Untermalung und vielen heavy-/powermetallischen Soli und Leads. Häufig eingesetzt werden auch heldenhafte Chöre, wie sie ansonsten diverse Pagan Metal-Gruppen verwenden, hätte man hier eher weniger erwartet, fügt sich aber bestens in den Sound ein.

Was auch nach wenigen Sekunden schon klar ist, ist die neue Ausrichtung des Gesangs. Wurde auf „Gallows Gallery“ noch ausschließlich klar und stark verzerrt geträllert, kann man nun abgesehen von den Chören keinerlei klare Gesänge mehr vernehmen. Frontmann Mirai Kawashima krächzt und schreit aggressiv und wütend aus den Boxen, das verleiht der oft sehr pompösen Musik die nötig aggressive Seite. Abwechslung gibt es hier auch noch einige, zum Beispiel kann man hier und da mal hohes Gekreische oder ein fieses schallendes Lachen vernehmen.

„Thrash-metal-meets-German symphonies! Fast, heavy, bombastic and majestic!”, sagt Mirai selbst über “Hangman’s Hymn”, und selten war die Musiker-Selbstbeschreibung dermaßen präzise und zutreffend. Die Scheibe knallt an allen Ecken und Enden, nicht zuletzt wegen dem tollen Sound, und macht mächtig Spaß und bietet einiges zu entdecken und, wie ich vermute, eine gehörige Haltbarkeitsdauer. Nur sollte man nicht den Fehler machen, und ein Black Metal-Album erwarten, damit würde man SIGH nur Unrecht tun, stilistisch schränken sie sich zu keiner Sekunde ein.
„Hangman’s Hymn / Musikalische Exequiem“ könnte in den Ranglisten des Jahres 2007 eine wichtige Rolle spielen und sollte alle abwechslungsfreudigen Hörer extremen Metals gefallen können.

Bewertung: 9 / 10

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