CD-Review: Six Feet Under - Haunted

Besetzung

Chris Barnes - Gesang
Allen West - Gitarre
Terry Butler - Bass
Greg Gall - Schlagzeug

Tracklist

01. The Enemy Inside
02. Silent Violence
03. Lycanthropy
04. Still Alive
05. Beneath A Black Sky
06. Human Target
07. Remains Of You
08. Suffering In Ecstasy
09. Tomorrows Victim
10. Torn To The Bone
11. Haunted


Zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung von Six Feet Under, stand Shouter Chris Barnes noch hauptberuflich bei den Kollegen von Cannibal Corpse am Mikrofon. Six Feet Under war derzeit aber schon länger ein Nebenprojekt des sympathischen Marihuana-Gurus. 1995 veröffentlichten sie dann bei Metal Blade Records die erste Langrille „Haunted“. In dieser CD steckt die volle Ladung Death Metal.

Los geht es mit dem gewaltigen Tieftöner von Terry Butler, der seinen Bass unverkennbar tief spielt. Das einsetzende Riff ist ziemlich schnell und wird den ganzen Song über gehalten. Der Gesang ist zu dem Zeitpunkt nichts neues in der Szene, da man selbigen ja schon vier Cannibal Corpse Scheiben kannte. „The Enemy Within“ besticht durch präzises Double Base Geholze und hat eine wunderbare Struktur.
„Silent Violence“ beginnt mit einem tötenden Riff, welches sich über das gesamte Lied erstreckt und sich dabei ziemlich genial anhört. Um schon jetzt einmal kurz den Vergleich zu Corpse zu ziehen: Während die Musik von Barnes derzeitiger Hauptband nach etwas geradlingerem Todmetall tönt, geht es bei Six Feet Under mehr groovy und etwas melodischer zu.

Weiter geht es mit einem starken Intro zum Song „Lycanthropy“. Wests Gitarre spielt im gleichen Takt mit dem Schlagzeug und wird dann vom Bass unterstützt. Das hört sich schonmal sehr gut an. Das gesamte Lied ist unheimlich melodisch und hat eine klasse Rhytmik. „Still Alive“ beginnt für Six Feet Under äußerst ungewöhnlich, da das anfängliche Solo so hoch gespielt ist, wie es selten der Fall ist. Das Lied wird zusehens ruhiger und unauffälliger und hat bis auf die angesprochenen hohen Soli, die immer mal wieder kommen, kaum Höhepunkte. Auch „Beneath a Black Sky“ kann mich nicht wirklich vom Hocker reißen. Es ist mir etwas zu langsam, hat aber ein cooles Riffing. Interessanter wird es da schon mit „Human Target“. Allein vom Titel her klingt es schonmal interessant. Es beginnt mit einem Drum-Intro und geht mit lässigen Gitarrensounds weiter. Der Song ist wieder schneller, als die letzten beiden und hört sich stark an. Gut gemacht sind auch die Stopps, denen rhytmische Akkorde folgen.

„Remains of You“ ist wieder einer der eher aussageschwächeren Songs des Albums und hat keine mir auffallenden Highlights. Aber „Suffering in Ecstasy“! Es geht los wie ein Schlag mit dem Vorschlaghammer. Endlich befinden wir uns wieder im höheren Tempobereich. Das Drumming fällt mir hierbei sehr positiv auf und die schnellen Riffs machen einen ebenso guten Eindruck. Der Gesang von Barnes hört sich wie immer super an und dann legt Allen West sogar noch eines dieser hohen Soli ab. Sehr guter, eingängiger Song, der leider etwas kurz geraten ist. Ein böser Song erwartet uns mit „Tomorrow’s Victim“. Unheimliche Akkorde und extrem tiefer Gesang machen diesen Song zum wohl brutalsten auf dem SFU-Erstling. Dennoch kommt hier der Groove nicht zu kurz. Ein wirklich einwandfreier Song, der sich schon etwas von den anderen absetzt.

Kommen wir zu den letzten beiden Songs der Haunted. „Torn to the Bone“ fängt beeindruckend an. Coole Chords und tiefes Gegrowle bilden einen der besseren Songs des Albums. Nach dem abrupten Ende des vorletzten Tracks geht es mit dem Titeltrack „Haunted“ der sinnbildlichen Zielfahne entgegen. „Haunted“ ist ein Song, der mir sehr gut gefällt. Starkes Riffing kommt zum Vorschein, auch wenn es nicht wirklich technisches Gefrickel ist. Das hat aber bei Six Feet Under auch nichts verloren. „Haunted“ haut ganz schön ins Gesicht und hat abermals eine starke Rhytmik.

Ich muss sagen, dass mir die Debütscheibe der amerikanischen Deather wirklich gut gefällt, wenn sie auch einige Schwachpunkte hat. Aber was die Band an Groove und einladenem Geknüppel drauf hat, beeindruckt mich. Als besten Song würde ich „Lycanthropy“ hervorheben.

Bewertung: 8 / 10

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