CD-Review: Soilwork - Natural Born Chaos

Besetzung

Björn "Speed" Strid - Gesang
Peter Wichers - Gitarre
Ola Frenning - Gitarre
Ola Flink - Bass
Henry Ranta - Schlagzeug
Sven Karlsson - Keyboards

Tracklist

01. Follow the Hollow
02. As We Speak
03. The Flameout
04. Natural Born Chaos
05. Mindfields
06. The Bringer
07. Black Star Deciver
08. Mercury Shadow
09. No More Angels
10. Soilworker's Song of the Damned


Im Jahre 2002 brachten die schwedischen Melodic Death Metaller von Soilwork ihr bis dato wohl heißestes Eisen über Nuclear Blast an den Mann. Mit Natural Born Chaos erwartet den Hörer eine abwechselungsreiche CD, die es in sich hat.

Los geht es mit dem actiongeladenen „Follow The Hollow“, welches durch eine elektronische Stimme eingeleitet wird. Das Lied geht gleich gut los und bietet tolle Riffs sowie den durchaus melodischen Gesang von Fronter Björn „Speed“ Strid. Der Chorus ist sehr eingängig und vermittelt gleich das Gefühl, ein starkes Album vor sich, bzw. um sich zu haben. Ein tolles Eröffnungsstück, welches viel Abwechselung durch viele verschiedene Stimmlagen und Geschwindigkeiten bietet.

Das vierte Album der Bandgeschichte geht weiter mit „As we Speak“, einem eher ruhigen Lied, welches die Brüder aus Schweden gerne auch mal live präsentieren. Typischer kann ein Song von Soilwork kaum sein, dieses Lied spiegelt im Grunde genommen genau die Qualitäten der Band, und das sind durchaus keine geringen, wieder. Zu Beginn ist es zwar recht schnell, fällt dann in der Geschwindigkeit aber gekonnt etwas ab. Leadgitarrist Peter Wichers leistet an der Gitarre ganze Arbeit und hat keine Hemmung seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Der Refrain glänzt vor allem auch durch den tollen Keyboard-Einsatz von Sven Karlsson.

„The Flameout“ fängt äußerst interessant an, das Drumspiel ist abwechselungsreich, was man beim Gesang eigentlich gar nicht bei jedem Lied erwähnen muss. Das ist das schöne an Soilwork: Strid singt viel in tieferen Ebenen hat aber auch den normalen Rhytmusgesang wunderbar drauf. Und auch die Gitarrenparts dieses Stücks machen Lust auf mehr. Nach zweieinhalb Minuten wird der Song von einer ruhigeren Passage eingeholt, welche dann aber auch wieder vergeht um erneut zur härteren Gangart überzugehen.

Als viertes ist der Titeltrack „Natural Born Chaos“ angesetzt. Er beginnt verhalten, entwickelt sich aber zu einem der Aushängeschilder des Albums, wie so oft bei Titelsongs. Schnelles Gitarrenspiel gepaart mit guten Keyboard-Einsätzen findet man auch in diesem Lied wieder. Es dauert recht lange, bis der Refrain erstmalig einsetzt, aber dieser hört sich stark an. Der Chorus wird weitesgehend normal gesungen, hat aber auch emotionsgeladenere Passagen, in denen die Stimme etwas gesenkt wird.

„Mindfields“ startet mit einem wirren, gekonnten Kreischgesang und bietet einen Refrain, der sich ohne Verzögerung fest im Gehörgang absetzt. Außerhalb des Refrains ist das Lied aber wohl eher bei einem der eher schwächeren anzusiedeln.

Nun kommt mein absoluter Lieblingssong der Gruppe. „The Bringer“ ist fast schon ein trauriges Lied, welches durch eine grandiose Melodie besticht und über einen Chorus verfügt, der unter die Haut geht. Aber auch schon die insrumentalen Anteile zu Beginn des Songs sind sehr packend. Bei „The Bringer“ freut mich sich jedesmal aufs neue, wenn die Hauptstelle eingeleitet wird. Bestes Lied des Albums.

Kommen wir nun zu „Black Star Deciver“. Dies ist ein Song der brachial beginnt und wilden Gesang ins Haus bringt. Jedoch ist der Refrain dann sehr emotional und krallt sich schnell fest. Nach einer ruhigen Phase mitten im Song könnte man annehmen, in diesem Lied wären zwei Songs zusammengesetzt worden, da man von den hohen Gitarren im „ersten Teil“ nichts mitbekommt und das Lied insgesamt etwas ruhiger wird und einen koordinierteren Eindruck macht.

„Mercury Shadow“ lautet der nächste Titel. Meiner Meinung nach zündet dieses Lied nicht so. Es ist geradezu langweilig und der Hintergrundsound der Keyboards hört sich an, wie in einem altem Amiga500 Spiel, bei dem man vor feindlichen Laserstrahlangriffen aufpassen muss. Das mag aber gerne an meiner Fantasie liegen…

Mit „No More Angels“ kommt ein Werk aus den Boxern, wie man es überhaupt nicht erwartet hat. Zu Beginn tönt das Lied sehr ungewöhnlich. Und auch dieses Lied kommt nicht an vorige Songs der Platte heran. Teilweise äußerst komische Melodien beherrschen das Lied.

Mit dem letzten Stück, „Soilworker’s Song of the Damned“, kommt einem dann instrumental eine Art Hymne um die Ohren geflogen. Mit dem Song wird schon beim Hören deutlich, dass dies der Abschluss der Scheibe sein muss. Wenn dies bewusst so gedacht war, haben Soilwork das perfekt umsetzen können. Insgesamt endet hiermit ein starkes Album, welches aber leider zum Ende hin etwas abflacht. Hätte man die vorderen Songs, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur ich wesentlich besser finde, etwas geschickter verteilt, hätte man das ganze Album etwas interessanter gestalten können. So aber wurde nach dem zweiten schwächeren Lied fast schon klar, dass dort jetzt keine Heldentaten mehr folgen werden. Dennoch ist dies ein super Album, womit sich Soilwork endgültig in die erste Liga des Melodic Death Metals spielten.

Bewertung: 8 / 10

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