Review Sonata Arctica – The Days Of Grays

Mit „Unia“ haben SONATA ARCTICA nicht gerade die breite Masse erwischt. Vielen war das zu vertrackt, zu kompliziert, zu überladen, zu weit vom ursprünglichen melodischen Speed Metal weg. Der Schritt aber war sehr richtig, die Finnen sind eben erwachsen geworden und das beweisen sie erst recht mit dem Nachfolger „The Days Of Grays“. Nichts ist mehr übrig von der kindlichen Naivität, die noch das dritte Album „Winterheart’s Guild“ ausgestrahlt hat.

Dass der einfache, schnelle Power Metal im Hause SONATA ARCTICA Geschichte ist, beweist nach einem instrumentalen Intro das erste Stück „Deathaura“ in beeindruckenden acht Minuten. Ein langsamer Beginn mit bedächtiger Frauenstimme leitet ein bombastisch-episches Lied ein und damit schon ziemlich in Richtung späterer Nightwish-Outputs geht, was absolut positiv gemeint ist! Chöre, Orchester, ein auf den ersten Hörgang wilder Mix zwischen getragenen und rockigen Elementen und einfach wahnsinnig viel von Allem. Die alten Fans, die jetzt vielleicht schon wieder die Nase rümpfen, werden spätestens bei „Flag In The Ground“ leuchtende Augen bekommen, hier nämlich präsentieren sie ein für ihre Verhältnisse recht altmodisches Stück mit schnellen Gitarren und einem eingängigem Refrain. Da die Finnen inzwischen aber genau wissen, was sie machen, natürlich – wie vorhin bereits erwähnt – gänzlich ohne die altmodische Naivität, sondern auch hier mit immerhin noch leicht variablem Schlagzeugspiel und der stets vorhandenen Melancholie, die das musikalische Konstrukt spätestens seit „Unia“ umspielt. Etwas ruhiger angegangen wird die ganze Sache im Anschluss daran bei „Breathing“, wie „As If The World Wasn’t Ending“ eine recht typische Power Ballade, wie sie praktisch auf jedem Album zu finden ist.

Die Gründe, warum das Album aber nicht nur „sehr gut“, sondern ein Meisterwerk ist, welches SONATA ARCTICA spätestens jetzt in den Olymp der symphonischen Metal-Bands katapultieren muss, hört ihr wenn euer CD-, MP3- oder Mediaplayer die Tracknummeren 6 bis 9 anzeigt. Hier werden in knapp 22 Minuten dermaßen viele geniale Melodien, Gesangslinien und Arrangements untergebracht, das erreichen andere auch nicht unbedingt schlechte Bands in drei Lebzeiten nicht. Allein „No Dream Can Heal A Broken Heart“ vereint alle Stärken der aktuellen SONATA ARCTICA. Bombast, Chöre, Schwere und Leichtigkeit zugleich, sanfte Melancholie, ein sich hart ins Gehirn fressender Refrain, zahlreiche zu entdeckende Details, Abwechslung en masse… Dazu noch dezent und songdienlich eingesetzter, lieblicher Frauengesang. Allein diese vier Lieder könnte und kann ich immer wieder in Dauerschleife hören, und das ist gerade bei mir mehr als selten.

Bevor ich aber in endlose Schwärmereien verfalle, will ich „The Days Of Grays“ auch denen ans Herz legen, die mit „Unia“ nicht sehr warm geworden sind, habe nun schon öfter die Meinung vernommen, dass die neue Scheibe dann trotzdem gefallen kann. Auch wenn man der Frühphase mit „Ecliptica“, „Silence“ und „Winterheart’s Guild“ nicht viel abgewinnen kann: Ebenfalls reinhören. Wenn dann das Gefühl da ist, dass es zumindest Klick machen könnte: Weiterhören. Ganz so einfach erschließt sich dieses Monstrum von einem Album nämlich nicht, auch wenns auf den ersten Blick so wirken könnte.

SONATA ARCTICA ist mit „The Days Og Grays“ also ein Meisterwerk gelungen, mit dem sie qualitativ ganz oben angekommen sind. Aber wo genau eigentlich? Aber völlig egal, ob nun Power / Symphonic / Melodic / Progressive oder Wasweißich-Metal, das Album ist genial, der beste Langspieler der Bandgeschichte und eines der ganz großen Highlights des Jahres 2009 und auch der letzte Jahre überhaupt.

Wer die limitierte Version der CD im Digibook bekommt, darf sich übrigens nicht nur über den Bonustrack „In The Dark“ freuen, sondern auch über eine zusätzliche CD mit sieben orchestral arrangierten Versionen des Albums, die auch sehr gut gelungen sind.

Wertung: 10 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

Ein Kommentar zu “Sonata Arctica – The Days Of Grays

  1. Ich bin mit diesem Review nicht zurieden.

    Ich selber liebe die ersten 3 Alben von Sonata Arctica. Alle Alben danach habe ich 1-2 mal gehört und dann nie wieder. Das ist aber glaube ich auch Geschmackssache.

    Genau so wie ich die Stratovarius Alben „Stratovarius“, „Polaris“ und „Elysium“ total schrecklich fand. Das neuste von denen ist aber wieder mehr mein Geschmack.

    Ich mag halt die „kindliche Naivität, die noch das dritte Album „Winterheart’s Guild“ ausgestrahlt hat.“

    Ich finds schade, wenn sich eine Band mit guter Musik eine Fangemeinde aufbaut und dann den Stil komplett verändert. Das hat man beispielsweise auch bei Linkin Park gesehen. Erst mit „Hybrid Theory“ und „Meteora“ eine gruße Fangemeinde aufbauen und danach nur noch Weichspüler-Pop-Musik machen -.-

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