CD-Review: Suffocation - Suffocation

Besetzung

Frank Mullen - Gesang
Terrance Hobbs - Gitarre
Guy Marchais - Gitarre
Derek Boyer - Bass
Mike Smith - Schlagzeug

Tracklist

01. Oblivion
02. Abomination Reborn
03. Redemption
04. Bind Torture Kill
05. Misconceived
06. Translucent Patterns Of Delirium
07. Creed Of The Infidel
08. Regret
09. Entrails Of You
10. The End Of Ends
11. Prelude To Repulsion


Da ist es nun, das selbstbetitelte Album der amerikanischen Death Metal Legende SUFFOCATION. Angesichts der Tatsache, dass die Band ihren Kultstatus schon vor dem Split-Up in den späten Neunzigern erhielt, mit „Souls To Deny“ aber in Hochform wieder zurückkehrte, könnte man die Betitelung des neuen Albums fast gar als einen Akt Selbstbeweihräucherung abtun. Doch das wäre hier völlig fehl am Platze, denn der Fünfer ist keinesfalls eine selbstgefällige Truppe und macht auch keine leeren Versprechungen. Kenner wissen: Wo SUFFOCATION draufsteht, ist auch SUFFOCATION drin. Im Gegensatz zu den Vorgängern ist das 2006er Eisen aber auch für Neueinsteiger sehr zugänglich, was bei „Souls To Deny“ trotz der Eingängigkeit aufgrund der etwas gedämpften Produktion ein wenig auf der Strecke blieb. Was also kann man noch besser machen, wenn die Produktion stimmt und die Songs Vielfältigkeit aufweisen? Im Grunde nicht viel, steht dem Titel „bestes Album der Karriere“ nun noch etwas im Wege?

Ein Intro auf einem SUFFOCATION-Album, das ist gar ungewöhnlich, „Oblivion“ leitet das Album kurz mit atmosphärischen Klängen ein, bevor ein Gewitter der Brutalität auf den Hörer niederprasselt. „Abomination Reborn“, so heißt der Totschläger, welcher schon im Vorfeld offenbarte, dass dieses Album garantiert keine Weichflöte werden würde. Gewohnt brutal, dennoch aber groovend und großartig produziert poliert der Opener dem Hörer zunächst derartig die Fresse und geht dann auch noch in eine eingängige Melodie- und Groovorgie über, sodass der Kinnladen hinunterklappt und die Zunge hinausrollt. Für mich persönlich der Spitzenkandidat für den besten SUFFOCATION-Song aller Zeiten, hier stimmt eigentlich alles. Oder etwa nicht? Anschließend scheint die Kapelle noch einmal den Experimentierprügel auszupacken, „Redemption“ beginnt mit einem klaren, melodischen Gitarrenintro, nutzt dann aber Dissonanzen und Tempowechsel um den Hörer scheinbar ein wenig auf die Folter zu spannen. Später wird die Intromelodie allerdings aufgegriffen und macht diesen Titel ungewöhnlich melodisch und eingängig. Ebenfalls sehr genial, „Bind Torture Kill“ schlägt dann aber wieder die typischere Schiene ein und tritt ordentlich Arsch, wie es sich gehört.

So reisst der Faden nie ab. Brutalität, Groove und eine gewisse Eingängigkeit gehen stets Hand in Hand, wie auch das anschließende „Misconceived“ ein weiteres Mal beweist. Als wäre das nicht genug, folgt eine von Soli durchtränkte Demonstration, namentlich „Translucent Patterns Of Delirium“, der wohl zweitbeste Song der Scheibe. Auch auf restlichem Wege bleiben die typischen Elemente nicht auf der Strecke, lediglich der Ohrwurmfaktor lässt ein wenig nach, was aber nichts schlechtes heißen muss. „Entrails Of You“ lässt dann richtig schön an die guten alten Zeiten denken und macht ein weiteres Mal klar, dass SUFFOCATION im Grunde nie von ihren Pfaden abgewichen sind. Trotzdem wird deutlich, inwiefern sie sich über die Jahre musikalisch gewandelt haben, sobald das abschließende Re-Recording von „Prelude To Repulsion“ durch die Boxen tönt. Die Produktion war niemals besser, denn die als Kultscheiben geltenden ersten Alben hatten, wie fast immer in dieser Sparte, mit dem sehr schlechten Sound zu kämpfen. Doch nun kommt man einmal in den Genuss, dieses Stück in neuem Gewand zu hören, klar wird dann auch, dass der Technikanteil über die Jahre hinweg um ein gewisses Maß gestiegen ist.

Was bleibt abschließend zu sagen? Eigentlich sollten die Fans der alten Scheiben auch hiermit ihren Spaß haben, Vorwürfe von wegen „nicht brutal genug“ oder „zu deutlicher Gesang“ sind im Grunde kaum ernst zu nehmen, denn im Großen und Ganzen stimmt an diesem Album alles, weswegen man es auch durchaus als Höhepunkt ihrer Karriere bezeichnen darf, besonders aufgrund der genialen Produktion. Darf man, muss man aber nicht, es ist nachzuvollziehen, wenn einem das alte Material mehr zusagt, auch ich lege mich da nicht fest, sondern urteile darüber frühestens, wenn SUFFOCATION keine Scheiben mehr auf den Markt bringen. Und bis dahin vergeht hoffentlich noch eine Weile, denn wenn sie so weitermachen wie bisher erwarten uns noch einige großartige Death Metal-Alben wie dieses… Und es trägt den Namen mit Würde.

Bewertung: 9 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: