CD-Review: The Black Dahlia Murder - Everblack

Besetzung

Trevor Strnad – Gesang
Ryan Knight – Gitarre
Brian Eschbach – Gitarre
Max Lavelle – Bass
Shannon Lucas - Schlagzeug

Tracklist

01. In Hell Is Where She Waits For Me
02. Goat Of Departure
03. Into The Everblack
04. Raped In Hatred By Vines Of Thorn
05. Phantom Limb Masturbation
06. Control
07. Blood Mine
08. Every Rope A Noose
09. Their Beloved Absentee
10. Map Of Scars


Wie schnell die Zeit doch vergeht.  Man hat das Gefühl, „Ritual“ wäre erst gestern erschienen, tatsächlich sind es aber schon wieder ziemlich genau zwei Jahre, seit das letzte Release von THE BLACK DAHLIA MURDER erschienen ist. Jetzt liegt der Nachfolger „Everblack“ auf dem Tisch:

In „In Hell Is Where She Waits For Me“ eröffnet ein knalliger Trommelwirbel den Reigen, bevor Frontmann Trevor Strnad seinen Vokal-Angriff auf die Boxen startet und sich eine geniale Hookline offenbart. Generell gehen THE BLACK DAHLIA MURDER in Sachen Melodieführung und Rhythmik den üblichen Weg einer Mischung aus Death- und Thrash-Metal – wer jedoch die Ansicht vertrat, die Musik der Band sei seit „Nocturnal“ sehr Black-Metal-lastig, wird dafür nun endgültig keine Argumente mehr finden. Wo es in „Goat Of Departure“ zwischenzeitlich in den gewohnten High-Speed-Regionen zur Sache geht, wird ansonsten öfter mal das Tempo gedrosselt. THE BLACK DAHLIA MURDER musizieren etwas abwechslungsreicher als zuletzt: Die Lieder wirken stringenter aufgebaut, ohne dabei an Qualität zu verlieren, auch weil die Band öfter den Mittelweg zwischen „rasend schnell“ und „ganz langsam“ wählt: Das kommt im melodischen „Raped In Hatred By Vines Of Thorn“ gut zur Geltung, „Phantom Limb Masturbation“ bleibt dann doch meist recht gemäßigt im Tempo, wird im Refrain aber absolut hymnisch. Darüber hinaus wirken die von Gitarrist Ryan Knight gespielten Soli besser platziert und abwechslungsreicher denn je, fügen sich perfekt ein, sind stets richtig dosiert und nie zu lang.

Besonders positiv sticht auf „Everblack“ hervor, dass THE BLACK DAHLIA MURDER ihre Fühler in alle Richtungen strecken und dabei immer den richtigen Nerv treffen: Seien das symphonische Elemente, die punktuell eingesetzt werden, rockige Riffs wie in „Every Rope A Noose“, oder die rumpelnden Core-Passagen zu Beginn des Rausschmeißers „Map Of Scars“, der in der Folge ein Donnerwetter auslöst, dem man einen schwärzlichen Touch dann doch nicht ganz absprechen kann. Die Amis überzeugen in jeder Disziplin.

Das führt letztendlich dazu, dass man nach den zehn „Everblack“-Songs sagen kann: „Dieses Album gehört gekauft.“ Hier stimmt einfach alles. Durch die angesprochenen minimalen Veränderungen wird auf „Everblack“ auch das einzige Manko der Vorgänger, nämlich, dass sie bei ihrer Intensität und Härte manchmal anstrengend durchzuhören waren, ausgemerzt.

Bewertung: 9.5 / 10

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