CD-Review: The Black Dahlia Murder - Nocturnal

Besetzung

Trevor Strnad - Gesang
Brian Eschbach - Gitarre
John Kempainen - Gitarre
Bart - Bass
Shannon Lucas - Schlagzeug

Tracklist

01. Everything Went Black
02. What A Horrible Night To Have A Curse
03. Virally Yours
04. I Worship Only What You Bleed
05. Nocturnal
06. Deathmask Divine
07. Of Darkness Spawned
08. Climactic Degradation
09. To A Breathless Oblivion
10. Warborn


Mir kommt es vor, als wäre es erst gestern gewesen, als ich mir „Miasma“ von THE BLACK DAHLIA MURDER im Laden gekauft habe. Doch eigentlich ist es schon fast 2 Jahre her. In diesen 2 Jahren ist diese erworbene CD so oft durch meinen Player gedreht wie kaum eine andere in meiner doch recht großen Sammlung. Das liegt an der Genialität, und der Vielfalt dieser Band, und der Musik die sie erschaffen. Man weiss nicht wo man diese Musik einordnen soll. Death Metal? Black Metal? Vielleicht wollen sie einfach nicht nur in eine bestimmte „Genre-Schublade“ gesteckt werden, sondern wollen den Hörern einen einmaligen Sound vermitteln. Das schaffen sie zumindest bei mir immer wieder! Und als ich die neue CD der Jungs aus den Staaten zum ersten Mal in den Player legte, hatte ich wirklich Angst enttäuscht zu werden. Doch dem war nicht so. Ganz und gar nicht; doch dazu später mehr.

„Nocturnal“ haben sie den Silberling getauft! Dunkel wie die Nacht und böse ist somit auch der Inhalt dieser CD. In Blogs und und Statements hat die Band damit gepriesen, sich für das kommende Album sehr an Black Metal Bands wie Dissection zu orientieren. So ist es auch gekommen, und genau das macht dieses Album aus! Der Unterschied zu den Vorgängern „Unhallowed“ und „Miasma“ ist deutlich zu hören. Es vermittelt eine ganz andere Athmosphäre, und wenn man sich das Cover der Scheibe anschaut, und dabei einige Lieder hört, bekommt man sehr leicht das Gefühl, dass die Musik perfekt zum Konzept des Album passt. „Everything Went Black“, der erste Song, ist ein Paradebeispiel hierfür. Nach einem kurzen Intro ertönen die Instrumente, und es gibt schön was auf die Ohren. Das Erste was ich dachte, als ich es zum ersten Mal hörte ist „Wie kann man sowas live spielen?“ Die Riffs sind wirklich sehr melodisch und finster, und das Drumming von „Shannon Lucas“ lässt keine Wünsche offen. Warum sollte mich jetzt noch die Stimme von „Trevor Strnad“ überraschen? Weil er eine um Weiten bessere Stimme hat als auf den früheren Erscheinungen der Death-Metal Kapelle. Genau darum! Er kreischt sich die Seele aus seinem Leib, und kurz darauf Growlt er besser als viele Death-Metal-Sänger/Growler! Dass der Arme Kerl noch eine Stimme hat, ist wirklich ein Wunder. Immer wieder ertönen Parts, die einem nicht wieder aus dem Kopf gehen wollten. Das ist in dem Genre eigentlich recht ungewöhnlich, doch zusammen mit den eingesetzten, wirklich düsteren Melodien schaffen es THE BLACK DAHLIA MURDER, sich im Hirn des aufmerksamen Hörers einzunisten wie ein Floh im rauen Fell eines Hundes. Im positivem Sinne, versteht sich. Auch die Gitarrensoli sind wie auch schon auf den Vörgänger-Alben extrem gut eingespielt und passen fast immer zum Lied. Daran sieht man dass die Band auch musikalisch richtig was auf den Kasten hat.Meiner Meinung nacht ist „What A Horrible Night To Have A Curse“ der beste Track auf dem Album. Hier passt einfach alles. Von den Tempowechseln, und von der Abwechslung bis hin zum Songwriting. Einfach toll. Nach einem wunderschönen und langsamen Outro von „To A Breathless Oblivion“ geht es auf zum Endspurt! In „Warborn“, dem letzten Song auf dem Album, zeigen die Jungs nochmal was geht, und man kommt ums Headbangen nicht herum.

So endet eine wirklich angenehme Reise in die Welt von „Nocturnal“. Aber nach einem Blick aufs Album-Cover verspürt man den Drang das ganze noch einmal zu durchzuhören, und wieder, und wieder. Es ist wirklich sehr eindrucksvoll wie sich diese Band entwickelt hat. Vor 4 Jahren, als „Unhallowed“ erschienen ist, waren sie noch eine Art Geheimtip im Metal, und heute füllen sie große Clubs, und sind auf den ganz großen Metal-Festivals vertreten. Auch musikalisch ging es immer Bergauf! Das merkt und hört man vor allem auch beim neuen Album „Nocturnal“.Nachdem ich nach dem ganzen Hin und Her mit dem Drummer, und der Band an sich, mit Clear-Vocals und eher langsamen Drumming gerechnet habe, hat man mich eines besseren belehrt.

Das, was THE BLACK DAHLIA MURDER hier bieten, ist Metal, der sich gewaschen hat, und extremer kaum sein kann! Peitscht mich aus, steinigt mich, aber ich gebe der Scheibe nicht die volle Punktzahl weil der ganze Spaß „nur“ knapp 35 Minuten anhält. Trotzdem schaffen THE BLACK DAHLIA MURDER mit „Nocturnal“ eines der Top Alben für 2007, und mich würde es nicht wundern, wenn es alle Verkaufsrekorde der Band bricht.

Redakteur: Maurice Gatz

Bewertung: 9 / 10

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