The Butcher Sisters -Das scharze Album

Review The Butcher Sisters – Das schwarze Album

Mischt man eingängige elektronische Rhythmen, harte Riffs und Dorfdisko-Attitüde miteinander, dann bekommt man den wilden Mix von THE BUTCHER SISTERS. Mit ihrem „schwarzen Album“ lassen die sechs Wahnsinnigen aus Mannheim ihr inzwischen drittes Studiowerk auf die Hörerschaft los – und wie bereits die Vorab-Singles vermuten ließen, verlassen sich THE BUTCHER SISTERS dabei auf das bewährte Rezept.

Möchte die Platte mit dem Opener „Piep Piep Piep“ noch nicht so richtig zünden, so macht das punkige „Scheiss für mich“ durchaus Laune – wenn man einen starken Einschlag von amerikanischem Highschool-Rock mag und eine humoristische Vertonung des Gassigehens zu schätzen weiß. Was man für den Genuss von THE BUTCHER SISTERS sonst noch mitbringen sollte: ein Faible für brachialen Crossover-Sound aus elektronischen Beats und eingängigem Metal, den Mix aus markanten Rap-Passagen von Amazing Alex und den Shouts von Stroppo – und natürlich eine Liebe für Breakdowns. In „Herr Doktor“ kommt all das perfekt zusammen – dass der Song als Vorab-Single ausgewählt wurde, überrascht darum wenig. Relativiert wird diese gute Wahl jedoch dadurch, dass von den insgesamt zwölf Songs ganze sieben schon vorab gezeigt wurden. Eventuell hätte sich für die älteren da eher eine Veröffentlichung als EP vor dem Album angeboten.

Noch eine Grundvoraussetzung, um THE BUTCHER SISTERS feiern zu können: der „richtige“ Humor. Die Aneinanderreihung von schlechten Wortwitzen in „Lachen“ wirkt auf den ersten Blick wie der feuchte Traum jedes Boomers. Mit ihrem bewusst beigemischten ironischen Unterton schaffen es THE BUTCHER SISTERS aber doch, ein Schmunzeln zu provozieren. Inhaltlich gibt es im Verlauf des Albums wenig Änderungen – was unter anderem der Grund ist, dass „Das schwarze Album“ kaum Überraschungen birgt. Songs wie „Great Music Band“ oder „Detlef D Soost“ (mit CALLEJON) sind klassisches Füllmaterial. Features sind bei THE BUTCHER SISTERS generell hoch im Kurs: Leider wirkt der markante Gesang von HÄMATOM-Frontmann Nord bei „Ü30“ passagenweise eher gewollt als gekonnt. Aber vielleicht soll das ja so, und verdeutlicht unüberhörbar, dass beim Überschreiten des dreißigsten Lebensjahres nicht nur der Körper kaputtgeht. Später gibt sich auch noch DORO die Ehre – in der offiziellen Wacken-Hymne, deren Text so kreativ ist wie der Titel („Wacken“). Immerhin ein Metal-Song, muss man an dieser Stelle sagen: Über die mit Westernstiefeln zertretene Popnummer „Klettergerüst“ als schwaches Album-Schlusslicht kann man das nämlich nicht behaupten.

Dass das Textwerk von THE BUTCHER SISTERS keinen allzu hohen Ansprüchen genügt, ist wohlbekannt. Somit schwanken die einzelnen Songs zwischen humorvoller Belanglosigkeit („Bierosaufus Ex“) und kleinen kritischen Themen („Cityroller“). Immerhin: THE BUTCHER SISTERS bringen stets eine Leichtigkeit mit, die zum Abschalten oder Feiern einlädt. Wirklich begeistern kann von dem neuen Material aber wenig. So bleibt „Das schwarze Album“ in der Summe deutlich hinter den Erwartungen zurück, die THE BUTCHER SISTERS mit ihrem bisherigen Werk geweckt haben.

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Wertung: 6.5 / 10

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2 Kommentare zu “The Butcher Sisters – Das schwarze Album

  1. Ich kann mich da mehr oder weniger anschließen.
    Bin selber ein begeisterter TBS Zuhörer. Aber soooo extrem hat mich das Album nicht umgehauen. Piep piep piep finde ich da sogar echt….komisch. Nicht im klassischen TBS sinne komisch sondern eher „langweilig nervig komisch“. Gefolgt von ü-30. Und dann….“lachen“. Ja, ein recht witziger Song aber….haut mich nicht so um.
    Der Rest ist aber echt gut. Insbesondere scheiß für mich. Natürlich auch die vorher veröffentlichten Songs.
    Auch klettergerüst. Das war ein mutiger und für mich persönlich durchaus gekonnter Schritt. Macht schon echt Spaß beim zuhören.

    Im allgemeinen muss ich aber durchaus loben das man etwas mehr experimentiert hat.

    Ich würde dem Album solide 6/10 Sterne geben. \m/

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