Seit Mai 2025 veröffentlichen THE BUTCHER SISTERS immer wieder Singles, die Anfang 2026 mit weiteren neuen Songs auf „Das Schwarze Album“ gepresst wurden. Was die fünf Jungs aus Mannheim über ihr neues Album zu sagen haben, wer wen gern küsst und welche Einstellung sie zu ihrem Tourleben haben, beschreiben Alex, Storpo und David von der „Great Music Band“ THE BUTCHER SISTERS.

Eure Texte sind durchweg humorgetränkt. Was ist eure persönliche Motivation hinter dem Konzept des „professionellen Blödsinns“?
Alex: Also ich persönlich finde zum Beispiel Lachen besser als zum Beispiel Weinen. Deshalb lache ich lieber, als dass ich weine. Und so ist das auch mit der Musik.
Storpo: David bedroht mich mit einer Waffe.
David: Der Absatzmarkt ist groß.

Seht ihr euch da in der gleichen Riege oder gar als Nachfolger von Bands wie J.B.O., KNORKATOR oder NANAOWAR OF STEEL?
Storpo: David untersagte mir, diese Bands anzuhören.
Alex: Was ist „Riege“? Aber von den Bands habe ich schon gehört. Nachfolger sind wir aber nicht. Die sind eher Nachfolger von uns, wenn überhaupt #zitatende
David: Ich sehe mich als Nachfolger von Gunter Sachs. Kennt ihr Gunters Sachs? Er war Industriellenerbe und das, was man gemeinhin als Lebemann bezeichnet – genussorientiert, wohlhabend, macht viele Bekanntschaften im Nachtleben der High Society, Bootseigner – Gunter Sachs hatte damals in St. Tropez eine gute Zeit mit Brigitte Bardot – dem eifere ich nach.
Nach dem weißen Album kommt nun das schwarze Album. War das von Anfang an der Plan, oder kam euch die Idee erst später, dass ihr dem Weißen noch ein Schwarzes nachschieben könntet?
Storpo: David schrie mich an, „Das Weiße Album“ sei nicht gut genug. Dann holte er eine Peitsche.
Alex: Stroppo ist farbenblind und sieht nur Schwarz und Weiß. Wir wollten es ihm leicht machen, damit er nicht immer die Alben vertauscht (zum Beispiel, wenn es rot und grün wäre).
David: Ich persönlich wollte nie wieder ein Album machen. Doch dann, als das Album geschrieben wurde, kam mir die Idee, doch noch ein Album zu machen. Als „Das Schwarze Album“ dann fertig war, dachte ich, man könnte es „Das Schwarze Album“ nennen, da es ja schwarz ist. So ist es dann auch gekommen.
In welchem Kontext stehen die beiden Alben zueinander? Die Titel deuten ja einen starken Kontrast an – aber eben auch eine Zusammengehörigkeit?
Storpo: Jin und Jan oder so.
David: Auf der einen Seite sind sie stark kontrastiert, da „Das Weiße Album“ ja weiß, „Das Schwarze Album“ hingegen schwarz ist. Auf der anderen Seite sind beide Alben durch ihre Zusammengehörigkeit desselben Interpreten, THE BUTCHER SISTERS, geprägt. Somit stehen beide Alben in einem zwielichtigen Kontext zueinander.
Alex: Das checkt man erst, wenn man beide Alben in doppelter Geschwindigkeit und rückwärts hört. Geht aber nur, wenn man das Album gekauft hat.
Wo siehst du die Stärken des schwarzen Albums, worin ist es besser als eure bisherigen?
Alex: Es ist ein interaktives Album. Im Booklet verstecken sich einige knifflige Rätsel. Sag mir eine Band, wo auch im Booklet ein Spiel ist.
Storpo: Es enthält generell mehr Töne. Das mag ich sehr, dadurch ist es nämlich lauter auch.
David: Wenn man sich vor Augen führt, dass es „Das Schwarze Album“ im Kontrast zu den anderen Alben als einziges geschafft hat, komplett schwarz zu sein, muss ich sagen, dass es in diesem Kontext definitiv besser ist.
Oft nehmt ihr in euren Songs Bezug auf Alltagssituationen („Cityroller“, „Scheiss für mich“, „Ü30“, „Herr Doktor“). Was macht ein gutes Thema für einen THE-BUTCHER-SISTERS-Song aus?
Storpo: Das habe ich David auch gefragt. Er sagte: „Hör auf zu labern, du verweichlichter Poet. Schreib irgendwas, wozu man gut saufen kann. Und vor allem schreib schneller, meine Jacht zahlt sich nicht von allein.“
Alex: Am besten ist, wenn der Titel direkt verrät, um was es geht. Dann muss man das Lied nicht mehr hören, weiß Bescheid und spart Zeit. Zeit ist wichtig heutzutage.
David: Alltagsbezogenheit

Bei „Scheiss für mich“ zeigt ihr, dass ihr auch mit expliziteren Beschreibungen tief blicken lasst. Wie weit geht ihr bei solchen Themen in euren Songs, habt ihr da Grenzen, und wenn ja, wie werden diese bei euch ausgelotet?
Alex: Also meine Grenze ist, wenn es albern wird.
Storpo: David hat einen sehr strengen Blick. Ich wollte mal „tschagga“ schreiben, da hat er mich 1 Stunde lang böse angeschaut. Ich werde nie wieder „tschagga“ sagen, ich verspreche es.
David: Meist hören wir auf, wenn es nicht mehr weitergeht, also rein physisch. Als wir zum Beispiel den Enddarm des besungenen Hundes massierten, um seinen Stuhlgang zu erleichtern, stoppte uns eine enge Darmwindung.
Auffällig auf dem neuen Album ist, dass ihr gleich drei prominente Features dabei habt – DORO, HÄMATOM und CALLEJON. Wann im Entstehungsprozess des Albums überlegt ihr euch mögliche Features? Ist das etwas, das schon das Songwriting beeinflusst, oder quasi erst als Topping zum Schluss?
Storpo: Das darf ich nicht sagen, TML (Thank Me Later).
David: Meist ergibt sich das aus den Songtiteln, als Beispiel: „Ü30 feat. HÄMATOM“
Da wäre es komisch gewesen, kein HÄMATOM-Feature zu machen, wenn wir den Song schon so nennen.
Wie kommt so was dann zustande, sind das alles Freundschaftsdienste, wird das vom Label vermittelt oder habt ihr dafür bezahlt?
Storpo: David hat eine Waffe.
David: Wir haben bei den Leuten meistens noch was gut. Ich erinnere mich nur zu oft daran, wie wir beispielsweise DORO regelmäßig aus der Klemme geholt haben. Sie versucht sich aber auch immer wieder durch sehr enge Türspalten oder Zaunpfähle hindurchzuquetschen. Sie ist schon immer Katzen-Fan und möchte mit den Schmusetigern mithalten.
Alex: David hat eine Waffe.
Der Song mit DORO ist zugleich „WACKEN-Hymne“. Da ist quasi noch ein dritter Player im Spiel – war das eine Auftragsarbeit für das WACKEN oder kam die Idee von euch und wurde dann vom WACKEN aufgegriffen?
Storpo: Ja!
David: Tatsächlich war es eine Auftragsarbeit, allerdings nicht vom WACKEN-Team, sondern vom Metal-Gott. Er sprach zu mir, dass sich die WACKEN-Gänger immer mehr vom wahren Metal abwenden würden, und befahl uns, die Gemeinde wieder zur „True-heit“ zu führen. Ich denke, das ist uns mehr als gelungen.
Alex: Ich mag WACKEN :-)

Der Song hatte entsprechend viel Reichweite. Habt ihr das direkt zu spüren bekommen, etwa in Sachen Followerzahlen?
Storpo: Ich denke, WACKEN hat durch uns Follower verloren. LOL, YOLO^^.
David: Nein, wir haben tatsächlich keine Veränderung gemerkt. Wie auch, wenn schon alle TBS-Fans sind.
Alex: Also ich wurde dafür mehrfach von Metallern verprügelt. David lügt. Oder ist sehr stark.
Sieben der zwölf Album-Songs waren zuvor schon als Singles zu hören. Ging es dabei darum, ein bestehendes Albumkonzept schrittweise zu öffnen, oder ist das Album eher als „Compilation“ eigenständig entstandener Tracks zu verstehen?
Alex: Complikationen gab es keine. :-)
Storpo: Es ist auf jeden Fall eine tiefere Message darin verwoben. Hör das Album auf jeden Fall mal rückwärts und im Handstand. Vertrau mir.
David: Wir wussten ja gar nicht, dass wir ein Album schreiben. Wir machen meistens einfach Lieder, die uns gefallen, und nach einer Weile – „hups“ – ist es doch ein Album geworden. Manche vermuten hinter dieser Vorgehensweise einen Werbetrick – aber eigentlich denken wir einfach nicht viel nach.
Der Song „Klettergerüst“ passt stilistisch nicht wirklich zum Rest. Was war die Idee dahinter, diesen Song mit auf die Platte zu nehmen?
Alex: Das war das letzte Lied, das wir aufgenommen haben. Da war die Gitarrenverzerrung schon aufgebraucht. Müssen nächstes Mal mehr kaufen.
Storpo: Damals im Ferienlager habe ich David geküsst. Er sagte mir, ich solle mich als Frau verkleiden. Dann hat er mich ausgezogen und wir haben uns halt geküsst. Das war schon irgendwie lustig. Deswegen haben wir ein Lied darüber geschrieben.
David: Ich liebe Country und ich liebe Küssen. Ich kann auch voller Stolz von mir behaupten, bereits DIVERSE nackte Frauen geküsst zu haben. Es ist quasi die Zusammenführung der Eigenschaften eines Lebemanns.

Die Tour zu eurem neuen Album beginnt Ende Januar. Worauf freut ihr euch am meisten – und was sind die Dinge, die euch am Tourleben am ehesten stören?
Alex: Es ist unsere DRITTE Tour und wir haben IMMER NOCH KEINEN privaten Whirlpool.
Wie soll ich mich dann noch auf irgendwas freuen?
Storpo: Ich freue mich am meisten darauf, mir morgens immer fast Kaka in die Hose zu machen, weil man im Tourbus nicht ins Klo Kaka machen darf. Das kitzelt immer so lustig, wenn man es fast nicht mehr halten kann und die Kakawurst schon zum Popo rauskuckt. Haha. Am wenigsten Lust habe ich auf die geizigen Fans, die nicht mindestens fünf T-Shirts kaufen. Ich will, dass es David gut geht. Letzten Monat konnte er sich zum Beispiel gar keinen Beluga-Kaviar kaufen. Das machte mich sehr traurig.
David: Am meisten freut mich das viele Geld aus den Verkäufen von Tickets und Merchandise. Am meisten stört mich, dass wir das ganze Geld ja gar nicht bekommen, sondern alle anderen Parteien, insbesondere der Großhandel.
Zum Abschluss noch unser traditionelles Metal1.info-Brainstorming. Was fällt dir zu folgenden Begriffen als Erstes ein:
Künstliche Intelligenz:
Alex: Automatisierte Mustererkennung. Statistik mit Rechenleistung. Optimierung ohne Verständnis. Datenabhängige Verzerrung. Blackbox-Entscheidungen. Skalierte Mittelmäßigkeit. Effizienzgewinn bei Kontrollverlust. Simulation von Denken ohne Bewusstsein. Werkzeug, kein Subjekt. Machtverschiebung durch Infrastruktur.
Storpo: Schreibt hervorragende TBS-Songs.
David: Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet im weitesten Sinne computerbasierte Systeme, die ihre (virtuelle oder reale) Umgebung analysieren können, um daraus relevante Informationen zu abstrahieren, welche sie nutzen, um Entscheidungen zu treffen, die ihre Chance erhöhen, definierte Ziele zu erreichen.
Trainingsanzüge:
Storpo: Das Thema ist mir zu politisch, sry.
Alex: Ich hasse Anzüge.
David: Trainingsanzug DMC – Team Germany €119,99 EUR (statt €129,99 EUR) du sparst 8 % (€10,00 EUR)
USA:
Storpo: Ist das die Stadt mit dem Eiffelturm? Ich checke nicht, wie der so viele Jahre schräg stehen kann, ohne umzufallen. Haha, einfach bewundernswert, die Griechen.
Alex: Ich kenne einen Amerikaner. Er ist nett.
David: Cowboys und Country kommen aus den USA, und Pickup-Trucks. Wenn ich endlich reich werde, hätte ich gerne einen Hut, einen Truck und ein Radio, was Country spielt.
Castingshows:
Storpo: Ich wollte mal zu „Germany’s Next Topmodel“. Sie sagten: „Wow, du bist sehr, sehr hässlich“
Alex: Wir sind eigentlich NU PAGADI. Das weiß nur niemand.
David: Ich würde so gerne mal vor Dieter Bohlen auftreten. Der Mann ist eine Inspiration.
J.B.O.:
Storpo: Ich darf mich nicht äußern.
Alex: Hierzu äußere ich mich nicht.
David: Ich möchte mich nicht äußern.
Hunde:
Stropo: Todesnervig!
David: Ich habe keinen Hund.
Alex: Ich habe einen Hund.
THE BUTCHER SISTERS in zehn Jahren:
Stropo: Tot!
Alex: Hoffentlich endlich gut.
David: THE BUTCHER GRANNYS!
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Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
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Bestes Interview!
Sehr coole Fragen und noch coolere Antworten. Darauf erstmal ein White Monster. Prost.
Danke für dein Feedback, auch uns hat es sehr viel Heiterkeit gebracht.