CD-Review: The Devil's Trade - The Call Of The Iron Peak

Besetzung

Dávid Makó – Gesang, Gitarre, Banjo

Tracklist

01. The Iron Peak
02. Dead Sister
03. III
04. No Arrival
05. Expelling Of The Crafty Ape
06. IIIIIIIIIIII
07. Három Árva
08. Eyes in the Fire
09. IIIIII
10. Dreams From The Rot
11. The Call Of The Iron Peak


(Singer/Songwriter, Post-Metal) Erst 2018 hatte der ungarische Singer/Songwriter Dávid Makó mit seinem Projekt THE DEVIL’S TRADE über das kleine, aber exquisite Label Golden Antenna Records einen Fuß in die Tür des internationalen Marktes gebracht – und schon geht es Schlag auf Schlag: Season Of Mist nahm den krähenbegeisterten Künstler unter seine Fittiche, das Roadburn hätte den Solokünstler mit seinem Banjo 2020 gerne aufspielen lassen und auch eine Tour war geplant. Während die Livepläne von der Corona-Pandemie durchkreuzt wurden, hat zumindest ein Plan Bestand: der Releaseplan von Season Of Mist. Für den 28. August dieses krisengeschüttelten Jahres hält dieser ein neues Album von THE DEVIL’S TRADE bereit: „The Call Of The Iron Peak“.

War der Vorgänger „What Happened To The Little Blind Crow“ in Sachen Sound etwas kantiger, ist der Sound das Erste, was an Dávid Makós neuem Werk auffällt: Alles wirkt etwas besser aufeinander abgestimmt. Allerdings verliert das Banjo bei generell reduziertem Spielanteil auch seine Prägnanz: Der scheppernde, blecherne Klang, der das letzte Album ausgemacht hat, ist einem weichen, dichteren und vor allem von Gitarre und Bassgitarre geprägten Gesamtsound gewichen. Auch das andere Extrem – die doomigen Riffs – und die sich aus der Kombination ergebenden Kontraste finden sich auf „The Call Of The Iron Peak“ so nicht mehr: Zwar unterstützen auch noch gelegentlich Overdrive-Gitarren das Gesamtklangbild („Eyes In The Fire“), jedoch zu keiner Zeit als prägendes Element.

Hat man die Überraschung über diesen Wandel erst überwunden, findet man auf „The Call Of The Iron Peak“ nach wie vor viele Trademarks von THE DEVIL’S TRADE wieder – gedankenverloren wirkende Zupfmuster, den so kraftvollen wie melancholischen Gesang von Makó und natürlich auch das Banjo –, jedoch mehr auf stimmiges Zusammenwirken getrimmt: Von drei Interludes abgesehen, die sich recht unauffällig, aber angenehm „entzerrend“ in den Albumfluss einfügen, unterscheidet sich der Charakter der einzelnen Songs nicht mehr so deutlich. Einzelne Momente stechen dadurch seltener heraus, das große Ganze wirkt hingegen umso schlüssiger.

Wie schon „What Happened To The Little Blind Crow“ ist auch „The Call Of The Iron Peak“ ein Album zum Seele-baumeln- und Gedanken-schweifen-lassen. Das funktioniert umso besser, als das Werk klanglich wie musikalisch kohärenter und runder klingt als der Vorgänger. Kritisch gesehen ist die Musik von THE DEVIL’S TRADE durch diesen Feinschliff aber auch etwas alltäglicher geworden. Wenngleich definitiv beide Alben ihren Platz im Schrank verdient haben, war der Vorgänger mit all seinen Ecken und Kanten fraglos das vielseitigere Album.

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Bewertung: 8 / 10

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