CD-Review: The Ocean - Pelagial

Besetzung

Loïc Rossetti – Gesang
Robin Staps – Gitarre
Jona Nido – Gitarre
Louis Jucker – Bass
Luc Hess – Schlagzeug

Tracklist

01. Epipelagic
02. Mesopelagic: Into The Uncanny
03. Bathyalpelagic I: Impasses
04. Bathyalpelagic II: The Wish In Dreams
05. Bathyalpelagic III: Disequilibrated
06. Abyssopelagic I: Boundless Vasts
07. Abyssopelagic II: Signals Of Anxiety
08. Hadopelagic I: Omen Of The Deep
09. Hadopelagic II: Let Them Believe
10. Demersal Cognitive Dissonance
11. Benthic: The Origin Of Our Wishes

Instrumental-CD:
01. Epipelagic (Instrumental)
02. Mesopelagic (Instrumental)
03. Bathyalpelagic I (Instrumental)
04. Bathyalpelagic II (Instrumental)
05. Bathyalpelagic III (Instrumental)
06. Abyssopelagic I (Instrumental)
07. Abyssopelagic II (Instrumental)
08. Hadopelagic I (Instrumental)
09. Hadopelagic II (Instrumental)
10. Demersal (Instrumental)
11. Benthic (Instrumental)


(Progressive Rock / Post Hardcore) THE OCEAN ist eine dieser Bands, bei der man sich über Qualität wirklich keine Sorgen machen muss. Von „Fluxion“ bis „Anthropocentric“ hat man Alben mit durchaus verschiedenen musikalischen Schwerpunkten veröffentlicht, dabei aber immer unverkennbar geklungen und keinen einzigen Durchhänger verzeichnet. Für Fans der Sphären, wo sich Progressive Rock und Post Hardcore treffen, ist die Band jedenfalls spätestens mit „Precambrian“ unverzichtbar geworden.

Insofern musste man sich im Vorfeld auch keine Sorgen über „Pelagial“ machen, dass es dann aber gleich so gut geworden ist, war doch nicht abzusehen. THE OCEAN ist musikalisch vielleicht vielfältiger denn je: Fiese Tech-Metal-Ausflüge stehen ebenso auf der Tagesordnung wie grollender Post Hardcore, richtig spannend wird das Ganze aber durch die Kombination dieser Elemente mit federleichten Clean-Gitarren, melancholischen Geigen oder introvertiertem Klavierspiel. Wo viele Bands angesichts einer solchen Vielzahl an Einflüssen schnell vergessen, wo sie eigentlich hin wollten, klingt „Pelagial“ zu jeder Zeit verblüffend logisch. Die gesamten 53 Minuten über weiß die Band ganz genau, wo sie hin will. Musikalisch ist die Fusion perfekt: Die Brachialität und Technik des Metals trifft auf die Verspieltheit und den Sinn fürs Harmonische im Post Rock und Progressive Rock. Dass hier jeder Musiker sein Instrument im Schlaf beherrscht, sollte angesichts dessen nicht mehr überraschen, dennoch zeigt die Instrumental-Version, die dem Album beiliegt, noch einmal deutlicher, wie ambitioniert man hier ans Werk gegangen ist. Nebenbei: Hier hört man auch, wie das Album ursprünglich gedacht war, nämlich als rein instrumental – in diesem Fall wurde die Version mit Gesang erst im Nachhinein hinzugefügt.
Einzig das Konzept selbst bleibt vielleicht Geschmackssache: Wie Album- und Songtitel bereits andeuten, geht es um eine Reise in die Tiefsee. Prinzipiell ein interessanter Ansatz, der musikalisch auch stark umgesetzt wird, nur fehlt der Scheibe durch diesen linearen Ansatz der Spannungsbogen. Denn wie sich „Pelagial“ in den großen Linien entwickelt, das ist bei diesem Konzept natürlich kein Geheimnis.

Stattdessen ist das Album eben vorbei, wenn es vorbei ist, ohne das ganz große Finale. Was in diesem Fall aber auch nicht weiter schlimm ist, gibt es auf „Pelagial“ doch mehr als genug zu entdecken. THE OCEAN kann in ihrem Sektor gut und gerne als das Maß aller Dinge gelten, technisch wie musikalisch ist genau das der Sound, der dem Genre eine Zukunft verspricht. Weder in Experimenten noch in Gefrickel verliert man sich hier, stattdessen ist alles einwandfrei dosiert und sinnvoll in den Kontext des Albums eingebunden. THE OCEAN ist eine Band, bei der man sich wirklich mehr Nachahmer wünschen würde.

Bewertung: 9.5 / 10

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