Review Trivium – Ember To Inferno: Ab Initio (Re-Release)

  • Label: Eigenproduktion
  • Veröffentlicht: 2016
  • Spielart: Thrash Metal

„Ember To Inferno“ – Mit diesem geradezu prophetisch betitelten Album hatte die amerikanische Formation TRIVIUM um den charismatischen Frontmann Matt Heafy 2003 den Grundstein für ihre spätere Karriere als eine der größten Metal-Bands unserer Zeit gelegt. 13 Jahre später gedenken die inzwischen anders besetzten, weithin bekannten Metaller dieses ersten Meilensteins mit einem umfangreichen Re-Release: „Ember To Inferno: Ab Initio“ enthält neben dem bereits vergriffenen Debüt nämlich auch noch die Demos, die TRIVIUM ihre erste Platte überhaupt erst ermöglichten. Sogar für die Glücklichen, die „Ember To Inferno“ bereits ihr Eigen nennen, hält die Wiederveröffentlichung somit noch die eine oder andere Überraschung bereit.

Wer TRIVIUM bisher nur über neuere Alben wie „In Waves“ oder „Silence In The Snow“ kennt, wird beim Hören von „Ember To Inferno“ erst mal verwundert dreinschauen, denn abgesehen davon, dass die Amerikaner damals in Sachen spielerische Performance und Produktion noch einiges zu lernen hatten, hebt sich das Debüt von den späteren Platten vor allem durch seinen rohen Oldschool-Thrash-Einschlag ab. Tracks wie das knallharte „Pillars Of Serpents“, der kraftvolle Titeltrack mit seinem hymnischen Refrain oder das äußerst dynamische „To Burn The Eye“ zeigten jedoch schon damals das große Potential, das TRIVIUM zwei Jahre später auf „Ascendancy“ vollends ausschöpfen sollten, und gelten völlig zu Recht auch heute noch als Fan-Favorites.
Während „Ember To Inferno“ von einigen wohl bis heute übersehen wurde – schließlich hatten TRIVIUM ihren echten Durchbruch erst mit dem Nachfolgealbum – und damit für manche Ersthörer untypisch erscheinen mag, sind jedoch vor allem die Demo-Tracks die wahre Überraschung des Re-Releases. „Pain“ und „Lake Of Fire“ kommen beispielsweise mit stimmungsvollen Clean-Gitarren daher, die man von TRIVIUM so überhaupt nicht gewohnt ist. Auch die melodischen Leadgitarren und die damals noch nicht klar zwischen Cleans und Screams abgrenzbaren, merklich an Hetfield orientierten Vocals von Heafy unterscheiden sich stark vom später etablierten TRIVIUM-Sound.
Einen Stampfer wie „Thrust“ oder einen so unheilvollen Song wie das böse „Demon“ sucht man auf nachfolgenden Alben ebenfalls vergeblich, das spannend aufgebaute „The Storm“ weist mit seinen technischen Riffs und Soli hingegen schon in die Richtung, die TRIVIUM auf „Shogun“ einschlagen würden. Auch der Qualitätssprung, den die Thrash-Metalcoreler mit den Tracks vollzogen haben, die sie in überarbeiteter Form von der „Caeruleus“ Demo auf „Ember To Inferno“ übernommen haben, ist durchaus interessant anzuhören.

Wer das erste Album von TRIVIUM noch nicht in seiner Sammlung hat, sollte hier ohnehin auf jeden Fall zuschlagen, denn trotz einiger Schwächen ist „Ember To Inferno“ ein Album, das sich Fans der Band nicht entgehen lassen sollten. Doch auch Fans, denen das neuere Material von TRIVIUM zu massentauglich ist, sei „Ember To Inferno: Ab Initio“ ans Herz gelegt, während für Kenner wohl vor allem die Demo-Tracks von Interesse sein werden. Bei dem Re-Release ist somit wirklich für jeden etwas dabei, ein Kauf lohnt sich auf alle Fälle.

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Wertung: 7.5 / 10

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