CD-Review: Trivium - What The Dead Men Say

Besetzung

Matthew Kiichi Heafy – Gesang, Gitarre
Corey Beaulieu – Gitarre
Paolo Gregoletto – Bass
Alex Bent – Schlagzeug

Tracklist

01. IX
02. What The Dead Men Say
03. Catastrophist
04. Amongst The Shadows And The Stones
05. Bleed Into Me
06. The Defiant
07. Sickness Unto You
08. Scattering The Ashes
09. Bending The Arc To Fear
10. The Ones We Leave Behind


TRIVIUM waren schon immer eine Band, die sich das Leben selbst schwer gemacht hat, indem auf brillante Alben leider oft mittelmäßige folgten. So blieb der Gruppe bisher der ganz große Durchbruch verwehrt, auch wenn man sich großen Respekt und riesige Sympathien in der Metalwelt sichern konnte. Dementsprechend groß war die Freude, als die Combo mit „The Sin And The Sentence“ 2017 eine absolute Granate vorlegte – für nicht wenige das beste Album ihrer Karriere. Genauso groß ist nun die Spannung: Können TRIVIUM mit „What The Dead Men Say“ eine ähnlich starke Platte nachlegen?

In diesem Zuge stellte sich zudem die Frage, in welche Richtung die Amerikaner auf ihrem neuen Album gehen würden. Würde man den schnellen, harten und aggressiven Stil des Vorgängers auf „What The Dead Men Say“ weiterverfolgen oder sich doch wieder an ruhigeren und zugleich massenkompatibleren Scheiben wie „Silence In The Snow“ orientieren?

Der als erste Single ausgekoppelte Titeltrack begeisterte mit jeder Menge unfassbar guter Riffs, die von tightem Drumming zusammengehalten werden und in einen starken Chorus münden. Die Härte ist da, die Melodien ebenso. Dem folgte mit „Catastrophist“ ein Song, der dieses Strickmuster fortsetzte, wobei hier die Härte zu Gunsten der Melodien und des Klargesangs ein wenig zurückgenommen wurde. Im ersten Moment bei weitem nicht so begeisternd wie der Titeltrack von „What The Dead Men Say“, jedoch ein Stück, das sich bei wiederholtem Hören immer mehr entfaltet.

Die anderen vorab veröffentlichten Songs markieren quasi die beiden Enden des Spektrums auf „What The Dead Men Say“. „Amongst The Shadows And The Stones“ ist eine lupenreine Abrissbirne, die auch auf „Ascendancy“ Platz gefunden hätte, allerdings weitaus komplexer arrangiert ist, als TRIVIUM es zu dieser Zeit gekonnt hätten. Hier lässt die Band der Nackenmuskulatur der Hörer keine Verschnaufpause – eines der Highlights der Scheibe. „Bleed Into Me“ wiederum ist die melodischste Nummer auf „What The Dead Men Say“. Hier setzen TRIVIUM auf Klargesang, große Melodien und sanftere Klänge, ohne jedoch die Härte komplett vermissen zu lassen. Dass „Amongst The Shadows And The Stones“ und „Bleed Into Me“ direkt aufeinanderfolgen, zeigt die unheimliche dynamische Reichweite, die das Quartett auf seinem neuen Album an den Tag legt.

Wenn man über TRIVIUM spricht, kommt man nie umhin, auf die Instrumentalarbeit einzugehen. Denn diese Band besteht aus unheimlich fähigen Musikern. Dass Heafy und Beaulieu fantastische Gitarristen sind, ist hinlänglich bekannt. Wie sie auf „What The Dead Men Say“ scheinbar telepathisch miteinander interagieren, muss man jedoch unterstreichen. Mal schiebt sich ein melodisches Lead über ein sattes Riff, mal drückt ein massives Riff ein filigranes Lead weg – die Gitarrenarbeit ist bei TRIVIUM einmal mehr überragend.

Mindestens ebenso wichtig ist jedoch Drummer Alex Bent. Der Mann legt auf seiner zweiten Platte mit der Combo einen grandiosen Job hin. Er kann jederzeit Akzente setzen und technisch filigrane Fills einstreuen, versteht es aber ebenso, sich zurückzuhalten und mit einem ordentlichen Groove den Gitarren Raum zur Entfaltung zu bieten. „What The Dead Men Say“ profitiert unheimlich von den technischen Fähigkeiten der Musiker, ohne sich in jenen zu verirren und Technik über Songwriting zu stellen – eine Falle, in die nicht wenige Bands tappen.

So ist TRIVIUM mit ihrem neunten Album der Versuch gelungen, alle Fanlager zu befrieden. Majestätische Melodien und tollen Klargesang findet man ebenso wie brachiales Riffing, monströse Grooves und Passagen, in denen die Truppe einfach alles wegknüppelt. „What The Dead Men Say“ ist eine Scheibe, die auch beim zehnten und fünfzehnten Durchlauf noch unbändige Freude im Hörer auslöst und zu ungezügeltem Headbanging animiert. TRIVIUM haben mit ihrem neuen Longplayer den Stil des Vorgängers fortgesetzt und verfeinert, sodass Härte und Melodien Hand in Hand gehen und „What The Dead Men Say“ wie aus einem Guss wirkt.

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Bewertung: 9 / 10

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