CD-Review: Trollech - Skryti V Mlze

Besetzung

Asura - Gesang, Bass
Morbivod - Gesang, Gitarre
Johannes - Gitarre

Gastmusiker:
Butcher - Schlagzeug, Akustikgitarre, Gitarre
Tomáš "Kofi" Kofroň - Chöre

Tracklist

01. Skryti V Mlze (Hidden In The Fog)
02. Volám Do Lesů (I Call Into Forests)
03. Země Obrů (Land Of The Giants)
04. Stromy Jsou V Nás (Trees Are In Us)
05. Zelená Ruka Jara (A Green Hand Of Spring)
06. Mlha Nad Peklovským Potokem (Fog Over Peklov Stream)
07. Lješi
08. Z Kotle Popíjej (Drink From The Cauldron)
09. Když Setká Se Voda S Mrazem (When Water Meets Frost)
10. Všem Bude Skryto Tajemstvi (The Secret Will Be Hidden To All)


TROLLECH sind schon länger kein unbeschriebenes Blatt der Black Metal Szene. Wurde die Band durch ein qualitativ eher minderwertiges Video zu „Ve Stínu Starych Dubu“ vom Vorgängeralbum teilweise erst bekannt, übersahen viele das große Potential, das hinter der Band steckte. Schon das angesprochene Vorgängerwerk „V Rachotu Hromu“ konnte mehr als nur überzeugen und die Band spielte sich definitiv in eine höhere Liga. Zweifellos sind TROLLECH wohl eine der bekanntesten und tschechischen Black Metal Bands, auch wenn es dort von selbigen nicht gerade wimmelt. „Skryti V Mlze“, das aktuelle Langeisen, welches über das deutsche Label Ketzer Records veröffentlicht wurde, bekräftigt diese Aussage nochmals enorm, denn die Platte ist ein Meisterwerk, das seinesgleichen sucht. Geboten wird durchweg großartiger Pagan Black Metal mit einigen Anleihen im Folk und Viking Bereich. Erneut ist das Album komplett in tschechischer Sprache gehalten – was ihm meiner Meinung nach noch einen besonderen „Touch“ gibt – und behandelt vor allem Themen natürlichen Ursprungs. Nicht selten werden TROLLECH in die Kategorie „Forest Black Metal“ gesteckt, was zwar an sich etwas dämlich aussieht und klingt, das hier aber ganz gut trifft.

Was einem natürlich zuerst sehr positiv auffällt, ist das Vorhandensein eines echten Drummers und die insgesamt viel, viel ausgereiftere Produktion. Bereits der Opener und gleichzeitige Titelsong zeigt auf, in wie vielerlei Hinsicht sich die Band verbessern konnten und wie sie dennoch ihrem Stil treu bleiben. Zunächst bekommt man sehr rohen Black Metal mit dem ein oder anderen melodischen Touch auf die Ohren und einem Refrain, der glatt ihm Ohr hängen bleibt. Auch „Volám Do Lesů“ kommt in diesem Stile daher, ist insgesamt aber ein wenig langsamer und auch teils melodischer und harmonischer ausgefallen, beweist dennoch die Flexibilität dieser Gruppe. „Země Obrů“ ist dann der erste Song mit extremem Gänsehautfaktor. Zunächst der klare und unglaublich majestätische Klang der Stahlseiten einer akustischen Gitarre, bis ein schleppendes Riff einen epischen Pagan Metal Song aufbaut, der seinesgleichen sucht. In jeder Hinsicht, denn hier wird einfach alles richtig gemacht; die drückend-melancholische Grundstimmung könnte nicht besser umgesetzt worden sein und das Element der Akustikgitarre wird ebenfalls in einer unvergleichlichen Art und Weise eingesetzt.

Einen weiteren Höhepunkt stellt nun eindeutig „Stromy Jsou V Nás“ dar, dessen sehr stark an Windir erinnernde Leadmelodie jeden mitreißen sollte. Traumhaft wird hier umgesetzt, was den meisten Black Metal Bands heutzutage fehlt, ein dreckiger Sound gepaart mit Melodie und Emotion, ohne jedoch in die Avantgarde abzuschweifen. Wer sich hier nicht überzeugen lässt, der sucht wohl am falschen Ende oder hat kein Gespür für Musik. In eine etwas andere Richtung geht dann wieder „Zelená Ruka Jara“, das eher die Schiene des dritten Songs einschlägt und mit epischer Trägheit überzeugt. Eine so geniale Überleitung wie „Mlha Nad Peklovským Potokem“ hört man wahrlich selten, ich wage wirklich zu behaupten, dass dies akustische Gitarrenkunst auf allerhöchstem Niveau darstellt. Nichtsdestotrotz geht es sehr ungewöhnlich weiter, „Lješi“ überrascht mit einem völlig anderen Grundkonzept. Hier wird nicht auf mystische Atmosphäre gesetzt, sondern mit einem folkloristischen Refrain Feier-, Trink-, ja, fast sogar Tanzstimmung erzeugt, weswegen dieser Titel den wohl eingängigsten darstellt. Auch „Z Kotle Popíjej“ setzt ein klein wenig mehr auf diesen rohen Folk-Stil, schweift jedoch nicht ganz so sehr vom Rest ab, wie der Vorgänger, „Když Setká Se Voda S Mrazem“ holt einen dann wieder auf den Boden zurück, denn nun wird – zum letzten Male auf dieser Scheibe – der Black Metal Hammer wieder ausgepackt. Gekrönt wird das alles dann noch durch das abschließende „Všem Bude Skryto Tajemstvi“, das zum letzten Male das Talent der Tschechen beweist und so den besten Song auf dem Album darstellt. Auf einem epischen Grundkonzept basierend wird hier nochmals alles vereint, was die Band ausmacht und die göttlichen Leadmelodien führen zur finalen musikalischen Erfüllung. Besser kann man ein Album nicht abschließen.

Was TROLLECH mit „Skryti V Mlze“ geschaffen haben, ist beachtenswert. Nein, viel mehr, es ist zu bewundern und zu vergöttern. Hier wurde ein Album kreiert, das das Schaffen der meisten Bands auf dem Sektor in den Schatten stellt. Hiermit sollten sich die Tschechen die eigentlich schon längst verdiente Anerkennung endlich erspielt haben. Vielleicht würde nicht jeder dieses Album in den Himmel loben, wer es jedoch gänzlich verschmäht, dem kann ich leider auch nicht helfen. Hier fehlt nicht mehr viel zur Vollkommenheit, fast perfekt geschrieben, fast perfekt umgesetzt, einfach fast perfekt. Fast.

Bewertung: 9.5 / 10

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