CD-Review: Trollech - V Rachotu Hromu

Besetzung

Asura Godwar Gorgon´s Ray - Gesang, Bass
Lord Morbivod - Gitarre, Hintergrundgesang, Schlagzeugprogrammierung
Johannes - Gitarre, Hintergrundgesang

Tracklist

01. Duj, Vetre, Duj
02. Boure Navzdy Zuri
03. V Rachotu Hromu
04. Narod Ohne, Zeleza a Pokladu
05. Kolobeh Vod
06. Paganus
07. Vzacne Setkani
08. V Kodskem Polesi
09. Znovu Citim Pravdu
10. Ve Stínu Starych Dubu


2003 veröffentlichten die Tschechen TROLLECH ihr letztes Album bei dem Label Eclipse Productions (heute Long Ago Records). Es ist das bis dato wohl ausgereifteste, erhabenste Werk des Trios. Doch dazu im Hauptteil mehr. Da die Jungs die Vertonung der Natur anstreben, ist es natürlich kein verwunderlicher Umstand, dass man im Booklet Wälder erblickt, in denen TROLLECH posieren, sich mit der Natur im Einklang bringen.

TROLLECH verbinden Black Metal mit osteuropäisch-klingenden Gitarrenintermezzi und nutzen ab und an majestätischere, melodiöse Riffs und klaren Gesang. Die zehn Lieder sind nicht vertrackt, man findet leicht Zugang und hat seine Freude an „V Rachotu Hromu“, da es vor Spielwitz geradezu sprüht. Vergleicht man dieses Album mit den vorherigen Outputs der Tschechen, so stellt man fest, dass man hier vielmehr Wert auf melodischere Parts legte, ihr Stil ist nicht mehr ganz so rauh. Das tut der Musik jedoch gut. Nicht, dass TROLLECH vorher schlecht waren, hier scheinen sie aber ihren eigenen Stil gefunden zu haben. Das belegt die hörbare Spiellust, welche der Scheibe impliziert worden ist.
Asuras Gesang ist sehr reizvoll, was natürlich auch von der tschechischen Sprache herrührt, da sie kaum Vokale kennt und kehlig ist. Also optimal für eine markante Stimme und eben hier genau so umgesetzt. Das Gitarrenspiel ist oftmals sehr dominierend, da es ausschweifend und über den Dingen thronend daherkommt. Generell hat man hier gute Arbeit verrichtet, Variabilität und Wiedererkennungswert zeichnen diesen Baustein aus. Der Bass versinkt leider mehr oder weniger, der Drumcomputer scheint aber gut programmiert zu sein. Im Klartext: der Unterschied zwischen ihm und einem richtigen Drummer ist marginal. Der einzige Kritikpunkt wäre, dass der Klargesang manchmal etwas zu schwachbrüstig erklingt. Hinzu kommt, dass er etwas eigen ist, daran gewöhnt man sich jedoch zügig.Anspieltipps gibt es viele, so ziemlich jeder Track weiss zu überzeugen und dem Hörer einen zufriedenen Gesichtsausdruck zu verleihen, aber ich möchte dennoch mal einige wenige Lieder hervorheben. Das Titelstück ist hier sicherlich zu nennen, wartet es doch mit einem grandiosen Riff auf, welches richtig fesselt. Hinzu kommt die kurze Akustikpassage, die für eine nette Abwechslung sorgt. „Kolobeh Vod“ bezaubert durch eine wunderschöne Melodie direkt zu Beginn und durch eine Dynamik die dem speziellen Stil TROLLECHs entspricht. „Znovu Citim Pravdu“ ist ein weiteres Paradebeispiel, das Zuhören bereitet schlicht Freude.

Ein sehr empfehlenswertes Album, vor allem durch die hörbare osteuropäische Zugehörigkeit gewinnt es an Charme. Wer einen nicht allzu großen, also dezenten Einfluss von eben dieser Ingredienz bevorzugt, dem sei zu „V Rachotu Hromu“ geraten. Ob sie damit wirklich die Natur vertont haben, nunja, auf ihre Art und Weise vielleicht, aber ich würde es einfach als Verwirklichung eines guten Stücks Black Metal sehen wollen.

Bewertung: 8 / 10

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