CD-Review: Unleashed - The Hunt For White Christ

Besetzung

Johnny Hedlund - Gesang, Bass
Fredrik Folkare - Gitarre
Tomas Olsson - Gitarre
Anders Schultz - Schlagzeug

Tracklist

01. Lead Us Into War
02. You Will Fall
03. Stand Your Ground
04. Gram
05. Terror Christ
06. They Rape The Land
07. The City Of Jorsala Shall Fall
08. The Hunt For White Christ
09. Vidaurgelmthul
10. By The Western Wall
11. Open To All The World


Wer Death Metal in seiner Reinform zu schätzen weiß, hat sicher schon mit den Schweden von UNLEASHED musikalisch zu tun gehabt, bietet die Gruppe doch bereits seit 1989 unverfälschten Todesmetall. Klassiker wie das Drittwerk „Across The Open Sea“ und neuere Outputs wie das sechs Jahre alte „Odalheim“ speisen sich in mal mehr, mal weniger hoher Qualität aus der Quintessenz des Genres. Relativ simple, aber sofort zugängliche Gitarrenläufe und nicht unbedingt herausstehende, aber zweckdienliche Growls wissen die Hörerschaft seit 12 Alben zu unterhalten. Mit „The Hunt For White Christ“ steht diese gestandene Gruppe schwedischen Todesbleis nun mit ihrer neuen und dreizehnten Platte vor des Headbangers Tür.

Bereits der kraftvolle Opener „Lead Us Into War“ bring kurz und prägnant auf den Punkt, wofür der Death Metal UNLEASHEDs auch nach knapp 30 Jahren noch steht. Er macht aber auch deutlich, dass die Schweden in dieser Zeit an songwriterischer Kompetenz dazugewonnen haben – klar, die Komplexität und die technische Versiertheit der Nummern überfordern den gemeinen Death-Metal-Hörer auch anno 2018 nicht, doch wurden die bei den Frühwerken stellenweise noch recht stumpfen Kanten des Soundgewandes definitiv aufpoliert. Das hat insbesondere bereits der Vorgänger „Dawn Of The Nine“ unter Beweis gestellt, „The Hunt For White Christ“ steht dem, wenn überhaupt, in nicht viel nach.
Großartige Experimente gibt es auf der Platte keine – und nein, glücklicherweise auch kein bis heute unverzeihbar schlechtes Judas-Priest-Cover wie auf „Across The Open Sea“. Stattdessen darf der Hörer eben den schnörkellosen Death Metal erwarten, den man von der Gruppe kennt und der sich in mächtigen Nummern wie „Stand Your Ground“ oder „They Rape The Land“ manifestiert, die ohne Umschweife auf die Zwölf gehen, mit temporeichen und mitreißenden Soli verziert sind und deren Riffs und Refrains sich als auf Anhieb griffig erweisen – gerade erstgenannter Song dürfte sich darüber hinaus gut als künftige Live-Hymne eignen. Und wenn die Schweden dann doch einmal, zumindest rudimentär, von ihrer Formel abweichen, wie etwa im orientalisch anmutenden Intro zu „You Will Fall“, tut das der Musik ebenfalls alles andere als einen Abbruch.

In der Summe ist das dreizehnte Album aus dem Hause UNLEASHED wenig überraschend oder innovativ, doch wer diese Erwartungshaltung je an die Gruppe entrichtet hat, ist vermutlich ohnehin schon vor einiger Zeit abgewandert. Stattdessen gibt es durchgehend überzeugende, direkte und eingängige Death-Metal-Songs, die Fans des Genres problemlos zufriedenstellen dürften. Qualitative Ausfälle oder gar Rohrkrepierer gibt es zudem keine, was in der Diskographie der Band nicht immer der Fall war, und wenn eine Gruppe wie UNLEASHED nach solch einer lang andauernden Schaffensphase noch immer auf beiden Beinen steht und hochwertige Outputs wie „The Hunt For White Christ“ auf den Metal-Markt bringt, so ist dem in jedem Fall Respekt zu zollen.

Bewertung: 8 / 10

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