CD-Review: Urfaust - Ritual Music For The True Clochard

Besetzung

IX – Gesang, Gitarre
VRDRBR – Schlagzeug

Tracklist

01. Ragnarök Mystiker
02. Gespinnst des Verderbens
03. Verflucht das Blenden der Erscheinung
04. Der Gottesverächter
05. Verächtung wird einen messertragenden Schatten
06. Der halbtoten Dichters Schein-Existenz
07. Dämmert, gelähmt und mit scheinbar erloschenem Geist
08. Unter Töchtern der Wüste
09. Vom Geist der Schwere
10. Der König in Thule


Wenn man die Eigenbrötler unter den Black-Metal-Bands benennen sollte, dürfte recht bald der Name URFAUST fallen – gibt es doch kaum eine Band, die so konsequent und unbeirrbar ihr zweifelsohne verdammt schräges Ding durchzieht. Mit „Ritual Music For The True Clochard“ legen die Holländer nun über Ván Records eine Art Best-Of-Re-Release vor, der für Fans der Band nicht zuletzt insofern interessant sein dürfte, weil viele ältere URFAUST-Veröffentlichungen heutzutage kaum noch aufzutreiben sind.

Den Kern der Veröffentlichung bilden neu gemasterte Versionen von vier Songs des längst vergriffenen Albums „Verräterischer, nichtswürdiger Geist“. Angenehm ist hier, dass URFAUST also nicht auf Teufel komm raus versuchen, modern zu klingen, sondern das Material lediglich etwas „entschärft“ haben: Der etwas weichere, nicht ganz so kratzig-höhenlastige Sound steht dem atmosphärischen Material sogar sehr gut zu Gesicht. Dazu gibt es gleich sechs weitere Raritäten: Fast alle Songs nämlich, die den vier Splits mit Circle Of Ouroborus („Auerauege Raa Verduistering“, 2006), The Ruins Of Beverast (2007), Joyless (2009) und Celestial Bloodshed (2011) entstammen. Lediglich „Zur Winter-Wanderschaft verflucht“ von „Auerauege Raa Verduistering“ wurde ausgespart.

Diese bislang nur einzeln veröffentlichten Songs passen erstaunlich gut zusammen, obwohl sie sowohl Black-Metal- („Der halbtoten Dichters Schein-Existenz“) als auch Noise-/Drone-/Ambient-Elemente („Verächtung wird einen messertragenden Schatten“) entalten und somit alles repräsentieren, was URFAUST in ihrer bisherigen Karriere ausgemacht hat. Wer lediglich das letzte Album „Der freiwillige Bettler“ kennt, dürfte deswegen vom einen oder anderen Stück stilistisch überrascht werden – nicht zuletzt vom Gesang, der hier – wie für die URFAUST-Frühwerke typisch – sehr markant hervorsticht: Die Mischung aus Gejammer, Genöle und Gesang kann man eigentlich nur entweder entrückend oder nervtötend finden.

Eingefleischte URFAUST-Fans dürften sich daran jedenfalls nicht stören. Für diese ist „Ritual Music For The True Clochard“ als Liebhaber-Release definitiv sein Geld wert: Wer das Album „Verräterischer, nichtswürdiger Geist“ nicht sein Eigen nennt oder die Gelegenheit beim Schopfe greifen möchte, nahezu alle raren Split-Beiträge der Band gesammelt auf CD zu haben, sollte hier zugreifen.

Keine Wertung

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