CD-Review: Volbeat - Guitar Gangsters & Cadillac Blood

2008

Besetzung

Michael Poulsen – Gesang, Gitarre
Thomas Bredahl – Gitarre
Anders Kjølholm – Bass
Jon Larsen – Schlagzeug

Gastmusiker:

Pernille Rosendahl - Gesang ("Mary Ann's Place")

Tracklist

01. End Of The Road
02. Guitar Gangsters & Cadillac Blood
03. Back To Prom
04. Mary Ann's Place
05. Hallelujah Goat
06. Maybellene I Hofteholder
07. We
08. Still Counting
09. Light A Way
10. Wild Rover Of Hell
11. I'm So Lonesome I Could Cry
12. Broken Man And The Dawn
13. Find That Soul
14. Making Believe (Bonus Track)


Wenn heutzutage von Dänemark gesprochen wird, denken dabei immer weniger Leute in erster Linie an typische Kultur(utensilien) wie Smørrebrød, die Königin oder die wunderschöne Hauptstadt Kopenhagen. Immer öfters taucht stattdessen der Name VOLBEAT auf, in der Rockabilly- genau so wie in der Metalszene, ein Name, an dem nur noch schwer vorbeizukommen ist. Mit ihrem Debüt „The Strength / The Sound / The Songs“ (Gold in Dänemark) überraschten sie die Fachpresse, mit „Rock The Rebel / Metal The Devil“ (Platin in Dänemark) setzten sie ein Ausrufezeichen hinter ihren Namen und das dritte, aktuelle, Werk „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ wurde bereits überall heiß erwartet; nach der Nummer-1-Chartplatzierung in ihrer Heimat, zwei Veredelungen und zahlreichen Auszeichnungen zum Album des Monats (oder gar des Jahres) in diversen Medien selbstverständlich.

Erstmals wagen die Dänen sogar den Schritt in Richtung Konzeptalbum, ohne sich diesem aber ganz zu verschreiben. Lediglich auf sieben der 14 Songs wird eine zusammenhängende Geschichte abgehandelt, die sich wie folgt beschreiben lässt: ein, durch sieben Schüsse, ermordeter Mann wird in seinem Cadillac mitten in der Wüste gefunden. Der Ermordete fährt (ja, richtig gelesen) nach Ten House Citiy, eine Stadt in Mississippi, und gründet dort mit anderen Musikern die Band „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“, mit der er durch die USA tourt, um seinen Mörder zu finden. Abgeschlossen wird die Geschichte allerdings nicht, Sänger Michael Poulsen wird sie erst auf dem nächsten Album zu Ende erzählen – welcher selbst zugab, den Grund für den Mord noch nicht zu wissen. Lassen wir uns überraschen und widmen uns bis dorthin dieser Langrille.

Trotz des immensen Erfolgsdrucks haben sie sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, an ihrem Stil festgehalten und ihn verfeinert. Obwohl Sänger Poulsen die, so lieb gewonnenen, Vocals a lá „A Moment Forever“ missen lässt, hat er merklich an seinem Stimmvolumen gearbeitet und befindet sich auf bestem Weg, seinen, so individuellen, Gesangsstil zu perfektionieren. Ganz beim Alten bleibt der Sound, damit verbunden also auch die Produktion. Die Scheibe tönt durchgehend sehr warm, satt und druckvoll – bei Produzent Jacob Hansen in dessen Studio zu bleiben war definitiv die richtige Wahl. Auf der anderen Seite machen sie weniger denn je einen Hehl aus ihren musikalischen Vorbildern und Inspirationen. Beim Titeltrack „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ lässt so manches Riff grüßen, dass sehr an Black Sabbath erinnert, während auf dem punkigen „Back To Prom“ Tribut an die Vorbilder von Social Distortion gezollt wird und auch Metallica („Wild Rover Of Hell“) und Johnny Cash („We“) als Einflüsse aufgezeigt werden.
Neben zwei Coverversionen (Hank Williams „I’m So Lonesome, I Could Cry“ und „Making Believe“ von Kitty Wells) feiert auch eine Frauenstimme Premiere im Hause VOLBEAT: die dänische Sängerin Pernille Rosendahl, die mit Poulsen auf „Mary Ann’s Place“ (die konzeptuelle Fortsetzung der Songs „Danny & Lucy“, „Fire Song“ und „Mr & Mrs Ness“) frischen Wind in die Bude bringt – oder wie Poulsen zu sagen pflegt: „Frauen wollen singen.“ Nur darf man bei all diesen Anleihen nicht meinen, VOLBEAT hätten sich zu einer Coverband deklassiert. Die Liebe zur Musik spiegelt sich in einer jeder dieser 48 Minuten wieder, die den Hörer auf eine Reise zwischen Midtempo-Songs und Nummern der gehobenen Gangart schicken, ihn auf „Light A Way“ sogar an der Unterlegung durch Streicher schnuppern lassen.

VOLBEAT haben letztendlich absolut alles richtig gemacht. Die Platte beinhaltet eine Vielzahl verschiedener Stile, die zu einem vollkommen stimmigen Gesamtbild zusammengesetzt wurden. Und das, nachdem man sich nach „Rock The Rebel / Metal The Devil“ guten Gewissens fragen durfte, ob sich das Quartett überhaupt noch steigern könne. Heute wissen wir die Antwort: sie konnten es. An „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ gibt es weniger als nichts auszusetzen – kein einziger Song schlägt negativ aus dem Ruder, der Faktor Langzeitspaß ist mehr denn je gegeben, das Songwriting erscheint reifer und überlegter, im Grunde genommen aber immer noch intuitiv und erschreckend gefühlvoll; genau wie die ganze CD. Zum dritten Mal räumen VOLBEAT verdient satte 10 von 10 Punkten ab. Kauft euch die Scheibe und taucht in die Welt der „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ ein.

Bewertung: 10 / 10

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