CD-Review: Volbeat - Seal The Deal & Let’s Boogie

  • Veröffentlichung: 2016
  • Label: Universal
  • Spielart: Rock
Besetzung

Michael Poulsen – Gesang, Gitarre
Rob Caggiano – Gitarre, Bass
Jon Larsen – Schlagzeug

Tracklist

01. The Devil’s Bleeding Crown
02. Marie Laveau
03. The Bliss
04. The Gates of Babylon
05. Let It Burn
06. Black Rose
07. Rebound
08. Mary Jane Kelly
09. Goodbye Forever
10. Seal The Deal
11. Battleship Chains
12. You Will Know
13. The Loa’s Crossroad


Oh je, wir wussten, der Tag würde kommen. Der Tag, an dem man bei allem Wohlwollen sagen muss: Die neue Scheibe von VOLBEAT, die war nichts. Es hat immerhin bis zum sechsten Album gedauert, das war ein guter Lauf. Obwohl der Zenit wohl schon mit „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ erreicht war, hatten die Vorgänger immer noch einige echt starke Nummern aufzubieten gehabt. Das neue Album aber, „Seal The Deal & Let’s Boogie“, ist leider genau das geworden, was wir befürchtet hatten: belanglos.

Natürlich erkennt man den charakteristischen VOLBEAT-Sound sofort wieder. Man hört die immer noch faszinierende Stimme von Michael Poulsen, die (bei aller noch folgenden Kritik) saubere Produktion, die streckenweise sehr gute Gitarrenarbeit von Vollprofi Rob Caggiano. Und ich will mich auch gar nicht darüber beschweren, dass die Band schon lange keine Metal-Alben mehr schreibt – das wäre auch reichlich albern, ging es bei VOLBEAT doch immer um die Stilfusion von Metal, Rockabiliy und Punk. Nein, das Problem ist schlicht, dass auf „Seal The Deal & Let’s Boogie“ keine guten Songs stehen. Keine überzeugenden Mitsing-Hymnen, keine tiefgreifenden emotionalen Balladen, keine Uptempo-Kracher, einfach nichts. Stattdessen präsentiert uns die Band 13 Songs, die einfach am Hörer vorbeirauschen und eine nichtssagende Geräuschkulisse bilden.

Sicherlich sticht noch hier und da mal eine Kleinigkeit heraus. Der Opener „The Devil’s Bleeding Crown“ hat Energie. „The Gates Of Babylon“ wagt mit orientalischen Gitarrenläufen mal etwas ansatzweise Neues. Und zumindest der Anfang von „Seal The Deal“ erinnert noch an frühere Großtaten. Aber nahezu alles andere ist gefälliges, radiotaugliches und glattpoliertes Mittelmaß. Der Schuldige sitzt dieses Mal offenbar auch an den Klangreglern. Denn das Schlagzeug und die Gitarren sind zu weit in den Hintergrund gedreht. Die Rhythmen sind zu simpel, die Schlagzeugarbeit klingt uninspiriert. Das schlimmste aber: Die Harmoniefolgen sind völlig abgenutzt. Permanent ertappt man sich dabei, sie mit Songs früherer Alben zu vergleichen: Das klingt doch wie der und der Song von dem und dem Album. Es scheint, als ob VOLBEAT auf „Seal The Deal & Let’s Boogie“ schlicht die Ideen ausgegangen sind. Lediglich der Einsatz der beiden Gaststänger Johan Olsen und Danko Jones sorgt noch für kurzes Aufhorchen. Besonders der letztgenannte hat mit „Black Rose“ sogar einen relativ rockigen Song abbekommen.

Im Ganzen enttäuscht „Seal The Deal & Let’s Boogie“. Das Album kommt bei aller Professionalität der Band und abseits jeder Genrediskussion einfach nicht an frühere kompositorische Leistungen heran, bleibt auf ganzer Länge vorhersehbar und kann den Erwartungen nicht gerecht werden. Woran mag das liegen? Vielleicht ist das Konzept inzwischen einfach ausgelutscht und bräuchte mutige Innovationen. Ideen aber gehen VOLBEAT genau wie Originalmitglieder immer mehr aus.

Bewertung: 5.5 / 10

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