CD-Review: Vreid - Milorg

Besetzung

Sture Dingsøyr - Gesang, Gitarre
Ese - Gitarre
Jarle "Hváll" Kvåle - Bass
Jørn "Steingrim" Holen - Schlagzeug

Tracklist

01. Alarm
02. Disciplined
03. Speak Goddamnit
04. Blücher
05. Blücher Pt. ll
06. Heroes and Villains
07. Argumentum Ex Silentio
08. Milorg


Lag zwischen „Pitch Black Brigade“ und „I Krig“ gerade mal ein knappes Jahr, haben sich die vier Norwegen für ihr viertes Werk über einandhalb Jahre Zeit gelassen.
Mit nach wie vor identischem Line – Up machen sich VREID auf ihrem Album „Milorg“ erneut auf, die Weltkriege zu besingen und rücken hierfür vor allem den zweiten Weltkrieg mit dem deutschen Kreuzer „Blücher“ in den Mittelpunkt, welcher zu Beginn der Norwegeninvasion von der norwegischen Marine versenkt wurde.
Doch nicht nur textlich bleiben sich die Jungs weitesgehend treu, wenn auch „Milorg“ eine kleine Rückentwicklung darstellt. Verließ man mit „I Krig“ die Black Metal Sparte deutlich, und wandte sich mehr dem Groove und dem Rock zu, kehren sie mit diesem Werk wieder etwas mehr zu ihren -vergleichsweise jungen- Wurzeln zurück. Ich würde behaupten, „Milorg“ ist mehr die logische Weiterentwicklung von „Kraft“, anstatt von den beiden letzten Alben.

Und wer bei dem Albumtitel „Kraft“ unweigerlich an Windir denken muss, wird dieses mal weniger enttäuscht, als die Jahre zuvor. Zwar ist nach wie vor klar, dass VREID nie den Weg von Cor Scorpii oder Mistur einschlagen werden, aber finden sich doch einige Elemente in den Songs wieder, die genauso auch hätten auf dem Nachfolger von Likferd hätten sein können.
Deutlich wird dies vorallem bei den ersten beiden Songs. Beim langsam startenden Opener „Alarm“, sowie beim darauffolgenden „Disciplined“ setzen bei der Mitte der Songs klare Gesangspassagen ein, die eine solche Atmosphäre erzeugen, wie ich sie von dieser Truppe nicht mehr erwartet hätte. Das ganze zusätzlich kombiniert mit treibenden, sehr eingängigen Riffs und einem packenden Groove ergibt einen VREID – Sound, wie man in teilweise auf der „I Krig“ vermissen musste.“Speak Goddamnit“ leitet dann mit ordentlichem Tempo und feinstem Black ’n‘ Roll zu den Songs „Blücher“ und „Blücher II“ weiter, die eine zentrale Position im Album einnehmen. Hätte man die Wrackteile der Blücher versucht in eine CD Form zu pressen, wäre wahrscheinlich genau dieses Lied dabei herausgekommen. Roh, rau und mit einem ruhigen, wortlosem Ende, wie ihn das Instrumental „Blücher II“ vertont. „Heroes and Villains“ und der Titeltrack „Milorg“ stellen wohl die „vreidtypischten“ Lieder der ganzen CD und dämpfen etwas die anfangs aufgekommene Freude über das Album, wenn auch hier die Innovation nicht ganz ausbleibt, muss man doch etwas länger suchen, um sie ausfindig zu machen.
VREID ist hier etwas passiert, was solchen erfahrenen Musiker nichtmehr passieren sollte: Ein wahnsinniger starker Anfang und ein -vergleichsweise- eher schwaches Ende. Wäre das Album im Stile von „Alarm“, „Disciplined“ und „Blücher“ fortgesetzt worden, hätte man Anfang Januar schon das Album des Jahres. So haben sie „nur“ ein Album geschaffen, dass vor allem die ersten 30 Minuten eine Menge Spaß macht und wirklich neue Wege geht, dann aber einige Aussetzer hat, welches der Titeltrack erst wieder etwas retten kann.

Bleibt zu hoffen, dass dies auch VREID erkannt haben und in genau diese Richtung weiterarbeiten. Denn gerade in diesem Teil des Black Metals, ist die Gradwanderung zwischen Eintönigkeit und Genialität nahe beieinander . Wenn auch Songs wie „Heroes and Villains“ nicht schlecht sind, so haben die bereits mehrfach genannten Songs die Messlatte für das komplette Album zu hoch gesetzt und wirken im direkten Vergleich etwas monoton. Fans werden dennoch ihre helle freude an diesem Album haben, all jene, die sich nach „Kraft“ von der Band abgewandt haben, dürften erneut ein Ohr riskieren.

Bewertung: 9 / 10

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