CD-Review: Vreid - Lifehunger

Besetzung

Sture - Gesang, Gitarre
Strom - Gitarre
Hváll - Bass
Steingrim - Schlagzeug

Tracklist

01. Flowers & Blood
02. One Hundred Years
03. Lifehunger
04. The Dead White
05. Hello Darkness
06. Black Rites In The Black Nights
07. Sokrates Must Die
08. Heimatt


Erst vor ein paar Monaten überraschten Cor Scorpii mit ihrem zweiten Album, das ganze zehn Jahre seit dem Debüt auf sich warten ließ. Auch Mistur, eine andere Nachfolgeband der legendären Windir, hatten sich sieben Jahre Zeit gelassen, um ihr großartiges Zweitwerk „In Memoriam“ zu veröffentlichen. Einen vollkommen anderen Produktionsrhythmus verfolgen dagegen VREID, der wohl bekannteste der Windir-Nachfolger. Obwohl etwa zeitgleich mit den anderen Bands gegründet, legt die Formation nun mit „Lifehunger“ bereits ihr achtes Studioalbum vor.

Erstaunlich ist dabei nach wie vor, dass es von jenen drei Nachfolgebands zwar die mit den meisten Original-Windir-Mitgliedern ist, sie sich im musikalischen Vergleich aber am weitesten von diesen entfernt haben. Zwar tauchen auch auf „Lifehunger“ jene Momente auf, die die Atmosphäre der Windir-Werke aufgreifen. Meist jedoch ziehen VREID hier ihr eigenes Ding durch. Und das ist auch gut so. Denn dass sie durchaus genug eigene Ideen haben und sie nicht aus ihrer Ursprungsquelle schöpfen müssen, beweisen sie eindrucksvoll bei Tracks wie dem Meloblack-Stück „One Hundred Years“, dem rockigen „The Dead White“ oder dem mit thrashigen Riffs aufwartenden Titeltrack.

Eröffnet wird die Platte dagegen ganz ruhig und friedlich von einem wunderschönen Akustikgitarrenstück: „Flowers & Blood“ erinnert auf positiv-nostalgische Art und Weise an die Frühwerke von In Flames. Vielleicht hätte die Band das Album lieber durch ein solches Outro auch einrahmen sollen. Das träge „Heimatt“ setzt für die eigentlich sehr starke Platte nämlich einen unverdient spannungsarmen Schlusspunkt. Ähnlich kritisch gestaltet sich ihr Albumexperiment „Hello Darkness“. Als mäßig überzeugender Sólstafir-Abklatsch fällt dieses leider arg aus dem Gesamtbild heraus.

Doch von diesen beiden etwas enttäuschenden Songs abgesehen haben VREID hier auch allerlei starke Riffs zu mitreißenden Kompositionen verarbeitet. Neben den bereits erwähnten Stücken sticht vor allem das dreieinhalbminütige „Sokrates Must Die“ als kürzestes und knackigstes Black-‘n‘-Roll-Highlight heraus. Zwar sind ihre anderen Songs überwiegend nicht zu lang, dennoch kommt keiner davon so auf den Punkt wie dieser Hit. Hilfreich ist dabei auch, dass die Produktion im Vergleich zum Vorgänger „Solverv“ wieder um ein Vielfaches ausgeglichener, fetter und hochwertiger daherkommt. So können gerade die rockigen Nummern viel Schubkraft aufbauen.

Auch „Lifehunger“ mag nicht an Misturs brillantes „In Memoriam“ herankommen, das die Messlatte für Post-Windir-Releases in schwer erreichbare Höhen gelegt hat. Dennoch liefern die Norweger von VREID hier ein weiteres äußerst starkes Werk für ihre Diskographie ab. Von den zwei Ausrutschern „Hello Darkness“ und „Heimatt“ abgesehen ist das Album durchgehend sehr gelungen. Zudem weist es den vielleicht besten Albumsound ihrer acht bisherigen Platten auf. Wer schon zuvor mit dem rockig-groovigen Black Metal nichts anfangen konnte, der wird wohl auch durch „Lifehunger“ nicht zum Fan. Alle anderen dürften mit der neuen Veröffentlichung aber mehr als zufrieden sein.

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Bewertung: 8 / 10

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