CD-Review: Vreid - Wild North West

Besetzung

Sture Dingsøyr - Gesang & Gitarre
Stian Bakketeig - Gitarre
Jarle Hváll Kvåle - Bass, Keys, Backvocals und Gitarre
Jørn Holen- Schlagzeug

Tracklist

01. Wild North West
02. Wolves at Sea
03. The Morning Red
04. Shadows of Aurora
05. Spikes of God
06. Dazed and Reduced
07. Into the Mountains
08. Shadowland


Auch nach 17 Jahren Bandgeschichte strotzen VREID nur so vor Ideen. Sie haben es mit Eifer und Kreativität nach und nach geschafft aus dem Schatten Windir, einstige Kultband und vorherige Truppe von Bassist und Bandkopf Hváll, Drummer Steingrim und Sänger Sture, zu treten und sich als feste Größe der Schwarzmetallszene zu etablieren. „Wild North West“ ist hierbei das mittlerweile neunte Album und darauf gehen die Norweger ihren Weg konsequent weiter.

Während die Band in den Anfangsjahren thematisch fast ausschließlich historische Gegebenheiten behandelte (man denkt nur an das großartige Konzeptalbum „Milorg“ aus dem Jahre 2009 über den norwegischen Widerstand im zweiten Weltkrieg), wurden in die nachfolgenden Werke zunehmend philosophische Themen eingeflochten. Auf „Wild North West“ wird nun die nächste dramaturgische Stufe erklommen und ein ganzer Filmsoundtrack angegangen. Hierbei sind die Songs einzelne Kapitel, deren Video-Clips im Ganzen den Film ergeben und in Eigenregie konzipiert und umgesetzt wurden. Herausgekommen ist ein 50-minütiger Film, der kurzweilig der nordischen Heimat VREIDs frönt: dem „Wild North West“.

Aber nicht nur inhaltlich, sondern auch musikalisch wissen VREID zu überzeugen. Dem auch schon gut hörbaren, aber eher eindimensionalen Black ’n’ Roll früherer Tage wurden kontinuierlich neue Facetten hinzugefügt. Herausgekommen ist das vermutlich abwechslungsreichste Werk ihrer Diskographie. Allen qualitativ hochwertigen Songs voran muss hier „Into The Mountains“ erwähnt werden, der mit einer originalen Keyboardaufnahme des verstorbenen Windir-Gründers Terje „Valfar“ Bakken auffährt und die nach wie vor zahlreichen Fans der Band begeistern wird. Doch auch die übrigen Songs reichen von schwarzmetallischem Geknüppel („Wolves At Sea“), über cleane Vocals á la „The Morning Red“ bis zu atmosphärischen Passagen wie in „Dazed And Reduzed“. Manchmal wollen die Norweger dabei jedoch etwas zu viel und überladen einzelne wenige Passagen, sodass das einfache Hörvergnügen auf der Strecke bleibt. Doch das ist allenfalls Meckern auf hohem Niveau.

Produktionstechnisch gibt es nahezu nichts auszusetzen. Der Sound ist angenehm kühl gehalten und unterstützt die einzelnen Instrumente zielführend. Ebenso stimmig ist auch das Artwork gehalten und rundet das Gesamtwerk ab.

Auf VREID ist Verlass. Auch Album Nummer neun weiß trotz der sehr ambitionierten Umsetzung zu überzeugen und verleiht dem über die Jahre gewachsenen Sound nochmals eine neue Note. Sowohl Oldschool-Fans als auch Neueinsteiger können hier etwas finden, das ihnen Freude bereiten wird.

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Bewertung: 8 / 10

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