CD-Review: Windir - Sóknardalr

  • Veröffentlichung: 1997
  • Label: Head Not Found
Besetzung

Terje "Valfar" Bakken - Gesang, Gitarre, Bass, Synthesizer
Steingrim - Schlagzeug
Steinarson - Klarer Gesang

Tracklist

01. Sognariket Sine Krigarar
02. Det Som Var Haukareid
03. Mørket Sin Fyrste
04. Sognariket Si Herskarinne
05. I Ei Krystallnatt
06. Røvhaugane
07. Likbør
08. Sóknardalr


Gegründet im Jahre 1994 veröffentlichten WINDIR im Jahre 1995 zwei Demotapes und 1997 das erste Volllängenalbum unter Vertrag bei Head Not Found. „Sóknardalr“ nennt sich dieses und auch hier wird noch unter dem Banner Windirs als Soloprojekt Valfars fungiert. Als Sessionmusiker holte sich Terje Bakken Steingrim als Schlagzeuger (welcher später zum festen Lineup der Band gehören sollte) und Steinarson für die Klaren Gesangseinlagen an Bord. Der Stil ist natürlich sehr bandtypisch hebt sich aber von zukünftigem Material aufgrund der viel roheren Produktion und des etwas spärlicheren Synthesizereinsatzes ab. Trotzdem wirkt hier nichts primitiv oder das Norwegische-Black-Metal-Klischee erfüllend, vielmehr steht Atmosphäre an erster Stelle. Auch die otpische Aufmachung ist sehr passend, der Bookletinhalt ist zwar sehr minimalistisch gehalten, das sehr stimmungsvolle und somit überaus gelungene Coverartwork, der CD-Druck und das Backcover stehen in perfektem Einklang zur Musik, die hier geboten wird.

„Sognariket Sine Krigarar“ beginnt bereits mit melodischen Gitarrenleads. Auffallend ist schon die etwas ungewöhnliche Produktion. Alles ist mit einem leichten Hall unterlegt, der das Werk noch viel geheimnisvoller, mystischer und atmosphärischer macht. Lediglich die Bassdrum geht ein wenig unter. Klarer und geschriiener Gesang stehen ebenfalls in perfektem Gleichgewicht und somit wird schon das eröffnende Stück zu einem kleinen melodischen Highlight. Auch „Det Som Var Haukareid“ fährt wieder eine sehr melodische Schiene, hier tönen aus dem Synthesizer auch Orgelklänge, die sich optimal ins Gesamtbild einfügen. Mit „Mørket Sin Fyrste“ ist dann auch eines meiner Windir-Lieblingsstücke und Favoriten auf diesem Album vertreten. Eingängige Melodien, melodische Leads und Riffs und dazu sowohl klarer und gekrächzter Gesang runden zu einem absolut hörenswerten Track, der als meiner Meinung nach bedenkenlos als Anspieltip gegeben werden kann ab.

Auch das mit Akustikgitarren versehene „Sognariket Si Herskarinne“ und das etwas flottere „I Ei Krystallnatt“ können durch eingängige, melodische Passagen weiterhin überzeugen und lassen keinen Spielraum für langweilige Durchhänger. Zu einem der stärksten Songs zähle ich „Røvhaugane“, das eine etwas andere, düstere Atmosphäre erzeugt und sich auch im Gesamtbild ein klein wenig abzuheben weiß, dem Stil jedoch in voller Länge treu bleibt. Ebenso das tragische, melancholische „Likbør“ ist für mich einer der besten und schönsten Songs der Gruppe (selbiger wurde für das 2004er Best-Of- / Tributalbum „Valfar, ein Windir“ von der Gruppe Weh gecovert). Nun schließt das ebenfalls sehr stimmungsvolle Outro „Sóknardalr“ auf eine geniale Art und Weise ab, wie man sie selten zu Hören bekommt.

Windir haben in meinen Augen schon mit dem Debüt den Grundstein zur Prägung eines sehr eigenständigen Stils gelegt. „Sóknardalr“ ist im Gesamten zwar noch etwas rauher als das, was noch folgt, was einigen, die mit einem Album wie „1184“ den Einstieg gemacht haben, womöglich missfallen könnte. Hier hat man auch keine Garantie für Ohrwürmer, die Songs verlangem dem Hörer mehrmaliges konzentriertes Hören ab. Hat man aber einmal Zugang gefunden, will man dieses Album um keinen Preis mehr missen. Valfars tragisches und plötzliches Ableben im Januar 2004 stellt einen der meiner Meinung nach größten Verluste in der Musikerszene dar, was noch ein Grund ist, der Band, diesem und allen anderen Alben Aufmerksamkeit zu schenken.

Bewertung: 9 / 10

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